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Sommergedichte Autoren der Gegenwart

Gedanken und Gedichte neuzeitlicher Autoren zur Jahreszeit Sommer.

Sonnenuntergang über Mohnblumenfeld
Foto: pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Jahreszeit Sommer zur Verfügung gestellt haben.


Mitwirkende Autoren von L - Z

Gerhard W. Meibers, Meteor, Christiane Mielck, Lisa Nicolis, Ewald Patz, 

Chandrika Wolkenstein, Ursula Zeller, Traudel Zölffel

Gedichte oben genannter Autoren

Abendstunden am See
von Lisa Nicolis

Augustende
von Lisa Nicolis

Das Gold des Sommers ist verflogen
von Ewald Patz

Ein Glas Wasser für den Sommer
von Chandrika Wolkenstein

es war sommer
von Gerhard W. Meibers

Hochsommer in den Wiesen
von Ewald Patz

Julischwüle
von Lisa Nicolis

Naturwunder
von Ewald Patz

 

Sommer in mir
von Lisa Nicolis

Sommer jetzt
von Chandrika Wolkenstein

Sommerende
von Lisa Nicolis

Sommerimpression
von Christiane Mielck

Sommersonne
von Meteor

Sonnwende
von Meteor

Spätsommertag
von Ursula Zeller

Wenn Schmetterlinge ...
von Traudel Zoelffel

 

 

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!


Lisa Nicolis
Julischwüle

Im Mond hat sich ein Stern verfangen,
`ne Wolke sitzt am Schornstein fest.
Im Kirchturm Glocken müd verklangen,
da baut ein Flugzeug jetzt ein Nest.

Ein Leuchten springt aus allen Fenstern,
ein Strahl bricht grad sich das Genick.
Das Martinshorn, beliebt bei Gangstern,
blöckt in die Stille einen Knick.

Die Julinacht ist schweißgebadet,
die Luft steht wassrig ringsherum,
da schwimmt ein Fisch ganz unbeschadet
vorbei. Jetzt wird es mir zu dumm.

Die Nacht steckt feucht in allen Ecken,
`ne Lampe spuckt den Hof voll Licht.
Der Irrwitz spielt mit mir Verstecken,
in diesem surreal'n Gedicht.

Lisa Nicolis
Augustende

Der Sommer, der wie Regen klingt,
der wie Oktober schmeckt,
und den kein Jahr mehr wiederbringt,
hat sein Gesicht versteckt.

Er fließt vorbei im Lebenstal
wie abgetane Zeit
und seine Düfte werden fahl
im Kelch der Ewigkeit.

Am Blätterrand die Farbenspur
schon herbstgolden erscheint,
während ein Teil unsrer Natur
dem Herbst entgegenweint.

Chandrika Wolkenstein
Sommer jetzt

Ich wünsch‘ mir den Sommer jetzt, nicht irgendwann.
Wenn Luft nach Leben schmeckt und Tage barfuss geh’n.
Wenn ich helle Stunden kann am Fenster seh’n.
Wenn ich nachts die Sterne schauen kann.

Ich will die Sonne warm auf meinen Schultern spür’n.
Nicht nur als Wunsch, der sich ins Herz mir drängt.
Ich will, dass Sonnenlicht mich reich beschenkt,
und leichte Winde meine müden Schritte führ’n.

Ich will den Duft von Gras, von Flieder nach dem Regen.
Ein sanftes Grün, das keine Sorgen kennt.
Und dass kein Grau mich mehr von Wärme trennt.

Ich will, dass etwas in mir blüht ,ein stiller Segen,
ein Licht, das nichts erklärt, nur sicher brennt.
Dann fühl‘ ich mich in meinem Element.

Ursula Zeller
Spätsommertag

Ein Windhauch durch die Bäume weht,
Der Himmel blau, die Wölkchen ziehn.
Die Sonne hoch am Himnel steht,
im Garten bunte Blumen blühn.'

Mir ist so wohlig warm ums Herz,
die Schöpfung - was für ein Geschenk!
Sei es September oder März,
an jede Wohltat ich gern denk.'

Wenn auch die Welt sich unruhig zeigt,
glaub' ich doch tief an Gottes Gnad'.
Er ist uns Menschen zugeneigt
und schenkt uns neue frische Saat.

So blüht die Hoffnung, wächst die Freud'
in jedem Mensch, in jedem Kind.
Das Gestern war - es gilt das Heut',
in dem manch kleine Wunder sind.

Christiane Mielck
Sommerimpression

Die Lerche
über Ährenwogen
trällert Jugendsommerträume
in den warmen Duft
der Erinnerung.

Feldstaubiges Treten
zwischen Kamille und Kraut
begleitet
ein Schmetterlingsschlag.

Flimmernde Gestalten
entsteigen dem Acker
in die schwüle Luft,
verschwimmen in einem
traumhaften Tanz.

Ewald Patz
Hochsommer in den Wiesen

Hochsommer in den Wiesen,
die sind zum Teil gemäht,
ein Duft von Heu so süßlich
jetzt durch die Lüfte weht.

Die Sonne brühtet heute
erbarmungslos herab,
die Schafe liegen lustlos
herum und machen schlapp.

Man hört den Kuckuck rufen-
von wo?Ist unbekannt,
vielleicht sitzt er im Röhricht
dort an dem Wasserrand.

Es steht ein Rüttelfalke
über dem Wiesenweit,
still wie ein Helikopter
schon eine ganze Zeit.

Schafgarbe und den Klatschmohn
kann man jetzt blühen sehen,
in weiß und roten Farben-
Hochsommer ist so schön.

Ewald Patz
Das Gold des Sommers ist verflogen

Das Gold des Sommers ist verflogen
und auch die Schwalben sind längst fort;
es wird der blumenreiche Garten
ganz langsam ein verkommener Ort.

Das Gold des Sommers ist verflogen-
die schönen Tage sind vorbei,
doch tief im Herzen keimt die Hoffnung:
auf neuen Frühling- neuen Mai.

Ewald Patz
Naturwunder

Es blühen die blauen Zyanen,
Raden und roter Mohn,
auch herrliche Margeriten
sieht man am Kornfeld schon.

Die bunten Sommerblumen
sind eine wahre Pracht,
das hat, ganz ohne Gärtner,
Natur allein vollbracht.

Lisa Nicolis
Abendstunden am See

Der Tag lässt sein Gold in den See verrinnen
und kühlt in der Tiefe die Wunden.
Die Wellen ihm leis noch zum Abschied singen
und trinken die letzten Stunden.

Der Himmel schon neigt sich in warmen Farben
und ruht auf den spiegelnden Gründen.
Als wollte die Sonne ihr letztes Umarmen
dem schweigenden Wasser verkünden.

Noch haucht die Ferne den Rest des Lichtes,
ein Feuer aus roten Sekunden.
Die Wolken tragen das Wort des Gedichtes
wie Kränze zu stillen Stunden.

Meteor
Sonnwende

Es kommt näher der Tag im Jahr,
an dem die Sonne sich endgültig
dem Sommer zuwendet,
so lange wie möglich mit ihrem Licht
die Dunkelheit blendet ...
am 21. Juni den Frühling beendet ...
vom höchsten Punkt strahlt sie klar.

Meteor
Sommersonne

Gedeckelt unter 30 Grad
die Sonnenhitz' ich gern ertrag
unter einem UV Schutzfilm
biete ich ihr alles dar
reck und streck mich ihr hin
tauch ab ins grüne Klar...
vergesse, wie der Winter war
Eiskristalle am Stil im Sinn!

Lisa Nicolis
Sommer in mir

Ich lebte viele Sommer schon
doch keiner kehrte wieder.
Ein neue Sommer jedes Jahr
ließ warm sich in mir nieder.

Und blühte mir die Seele hell
und grünte frische Träume,
doch geht er fort, welkt auch in mir
das Laub der Seelenbäume.

Lisa Nicolis
Sommerende

Wie blut’ge Tränen
sommerts noch
im wilden Rosenstrauch.

Die Wolken zeichnen schon
die Horizonte näher,
die Tage schenken Zeit
an jede Nacht.

Nur irgendwie ist
Wehmut da,
denn jeder Abschied,
den ich lebe,
ist auch ein wenig
Abschied von mir selbst.

Traudel Zölffel
Wenn Schmetterlinge lauschen

es sitzt ein
schöner
schmetterling
im rasen
so verzückt
die flügel zu
die fühler hoch
das ganze wirkt
entrückt

was er da hört
ich ahn es wohl
grasharfe wird
gespielt
von wem
das weiß
der sommer nur
ich hab den
wind gefühlt 

Gerhard-W-Meibers
es war sommer

damals
als wir
auf den Wassern
tanzten
die boote
mit atem füllten
streiften wir
den horizont
erzählten ihm
von unseren träumen
und erklommen
die inseln
um uns festzuhalten
für kurze zeit
denn
es war sommer

Chandrika Wolkenstein
Ein Glas Wasser für den Sommer

Der Sommer legt seine Hand
auf die Stirn der Häuser
und sagt nichts.

Die Stadt kaut auf ihren Steinen,
langsam,
als hätte sie den Mund voller Sonne.

Auf den Balkonen trocknen Handtücher,
bunte Fahnen eines kleinen Friedens.
Ein Radio spricht mit fremder Stimme
in den Hof hinunter,
wo die Hitze zwischen den Mülltonnen schläft.

Ich gehe durch diesen Tag
wie durch das Zimmer eines Teenagers:
überall liegen Dinge herum,
die jemand vergessen hat-
ein Geruch nach Aprikosenhaut,
ein Fahrradschlüssel,
der Schatten einer Kindheit.

Am Nachmittag treiben Wolken vorbei,
weiß und gleichgültig,
wie ungeöffnete Briefe von jemandem,
der längst vergessen hat,
warum er schrieb.

Am Abend wird alles weicher.
Die Häuser verlieren ihre Kanten.
Ein Vogel näht mit schwarzem Faden
die Dächer an die Dämmerung.

Und irgendwo
stellt jemand ein Glas Wasser ans Bett,
als könne man den ganzen Sommer
über Nacht darin aufbewahren.

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