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Herzlich Willkommen

Autoren der Gegenwart - Zeitgenössische Gedichte

Zeitgenössische Dichter präsentieren ihre Werke im Garten der Lyrik - Teil 3

Boot im See
Verena_N. / pixelio.de


©Meteor
Verhasste Wahrheit

Wahrheit ist die Erste,
die stirbt,
wenn Hass mit Hetze
den Frieden verdirbt.

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Veröffentlichung auf dieser Seite zur Verfügung gestellt haben.


Autoren der Gegenwart von K - M

Maria Kindermann, Manuela I. Kirchberger, Ute Kirchhof, Birgit Klingebeil,

Hans Jürgen Kratzer, Mara Krovecs, Heinz Krüger, Silke Kuba, Helga Kurowski,

M. Wolfram Kutzscher, Gerhard W. Meibers, Meteor, Christiane Mielck, Rudi Müller, 

Mona Mulke, 

Gedichte oben genannter Autoren

Abschied
von M. Wolfram Kutzscher

anders
von Meteor

ausgeliefert
von Gerhard W. Meibers

Bild der Jahreszeiten
von Helga Kurowski

Bodenhaftung
von Ute Kirchhof

Das Ende unserer Träume
von Heinz Krüger

Dolce far niente
von Birgit Klingebeil

Ein Kuss
von Silke Kuba

 

 

Freiheit
von Manuela I. Kirchberger

Freunde
von Maria Kindermann

Immerschlüssel
von Mara Krovecs

Innehalten
von Silke Kuba

Keine Gefährten
von Heinz Krüger

Kemenate
von Christiane Mielck

Kinderlachen
von Birgit Klingebeil

Manchmal
von Mona Mulke

Meltemi IV
von Rudi Müller

 

Nächtens
von Ute Kirchhof

Notunterkunft
von Hans Jürgen Kratzer

Raumschiff Erde
von Meteor

Ursprungszauber
von Meteor

Verhasste Wahrheit
von Meteor

Von Zeiten zw. Zeiten
von Manuela I. Kirchberger

Zeit für mich
von Mona Mulke

Zufall oder Schicksal
von Maria Kindermann

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der jeweiligen Autorenliste zu finden!


Mara Krovecs
Immerschlüssel

Ach ich bin solcher Wege oft gegangen
ins Bunt ins Weit ins namenlose Schöne
und hab gehofft dass ich mich so versöhne
mit Traurigkeiten die in mir gefangen

auch führte mich manch Straße in die Tiefe
aus der ich glaubte niemals zu entkommen
und noch von Schmerz und Täuschungen benommen
entzog ich mich und tat als ob ich schliefe

die Sonne stieg die Blumen blühten wilder
Gespinnste rahmten manches Sommerbeet
mein Herz pulsierte oft:“ es ist schon spät“

erst mit den Jahren - die Gedanken milder
hab ich geahnt das Glück ist jetzt und hier
den Schlüssel trug ich immer schon in mir.

Birgit Klingebeil
Dolce far niente

Die Uhr tickt leise, fern und sacht,
weil heute keiner Pläne macht.
Still steht die Zeit, der Blick wird weit,
kein Muss gibt es, nur Heiterkeit.

Nichts leisten - wollen oder sein;
nur tiefe Ruhe kehrt im Herzen ein.
Die Sonne scheint, der Wind ist lau,
am Himmel strahlt das schönste Blau.

Im weichen Grase will ich liegen,
in der Stille sanft die Seele wiegen.
Will träumend auf die Wolken seh'n,
der Welt mal aus dem Wege geh'n.

Kein Plan, kein Ziel, nur dieser Schein,
so herrlich kann das Nichtsstun sein.
Wie süß ist's doch, wenn man erkennt:
Das Glück wohnt oft in dem Moment.

Birgit Klingebeil
Kinderlachen

Ein Kinderlachen, hell und klar;
das bringt jedes Herz zum Klingen.
So heiter, froh und unbeschwert,
wie die Vög'lein lustig singen.

Doch, um zu lachen, unbefangen,
braucht es den Frieden in der Welt.
Damit den Kindern nichts geschieht,
was dann ihr Glück in Frage stellt.

Schnell verstummt ein Kinderlachen,
wenn Angst allein das Sein bestimmt.
Und Krieg und Not und Bombenterror
der Kinderseele Geborgenheit nimmt.

Dann sprechen nur noch ihre Augen;
sie erzählen von Kummer und Leid.
Für mich ist das kaum zu ertragen;
zum Kindsein gehört Fröhlichkeit.

Ein jedes Kind, in jedem Land
hat ein Recht auf Glücklichsein.
Und wenn ich könnte, wie ich wollte:
Ich schickte alle Soldaten heim!
 

Helga Kurowski
Das Bild der Jahreszeiten

Ein leeres Blatt, vom Winter weiß,
bemalt Herr Frühling warm, voll Fleiß,
mit Farben aus dem Stift - Etui
und meint: „So hübsch war's Bild noch nie.
Sehr schön ist es und es gefällt
bestimmt der ganzen weiten Welt!“

Drauf kommt Herr Sommer und er denkt:
Jetzt wird von mir der Stift gelenkt!
Das Ding reißt keinen heiß vom Hocker,
hier fehlt noch Farbe und zwar Ocker!
Quatsch wars, was Frühling da erzählte,
durch mich allein wird’s ein Gemälde!

Schon pfeift Herr Herbst sehr kühl herbei,
und spitzt dabei für's Grau den Blei,
kreist vorher drauf noch bunte Tupfen,
sonst wär das Bild zum Haare rupfen,
lobt sich als Künstler hoch in Höhen
und brüstet sich mit starken Böen!

Für gräulich Buntes nie bereit,
kommt rasch Herr Winter angeschneit
und ruft entsetzt: Ach, welch ein Übel,
mein Blatt fiel in den Farben - Kübel!"
Er schimpft die Drei laut wilde Schmierer
und nutzt mit Kälte den Radierer!

***

Ein leeres Blatt, vom Winter weiß ...

Meteor
anders

Die Jugend hat das Recht
anders zu sein.
Jeder junge Mensch
soll sich ausprobieren.

Ob gut oder schlecht,
stellt sich dann ein.
Erfahrung und Konsequenz
werden ihn weiterführen.

Veränderung
ist oft nicht angenehm,
in der Komfortzone
ist's auch viel zu
schön bequem.

Übern Tellerrand
mal kurz hinaus zu sehen,
zum Fortbestand
ist dieser Weg zu gehen.

Vieles Andersartige
scheint zuerst bedrohlich,
einiges davon
wird demnächst gewöhnlich.

Was partout
nicht zu einem pasśt,
wird immerzu
weiter als 'anders' aufgefasśt.

Zu leben heißt,
sich Veränderungen anzupasśen,
sei es auch nur
zu leben und zu leben lasśen.
 

Silke Kuba
Ein Kuss

Lerchen streifen Wolkenherden,
eine Krähe pickt im Feld
und der Ruf des Kuckucks gellt,
bei den Schafen, bei den Pferden.

Siehst du uns im Grase liegen?
Leise plätschert unser Bach.
Hörst du auch mein leises “Ach,
sieh nur, wie die Schwalben fliegen”?

Oder bist du eingeschlafen?
Ich schau auf und weil ich muss,
gebe ich dir einen Kuss,
auf der Wiese, bei den Schafen.

Als wir wieder gehn, uns trollen,
kichern wir im Sonnenschein.
Und ins Lachen mischt sich ein
*hatschi*, ein verirrter Pollen.

-

Silke Kuba
Innehalten

Wenn dich der Tag mit seinen Stunden plagt,
die finstren Sorgen unerträglich sind,
wenn ein Termin den andern hetzt und jagt,
setz dich zu mir und halte ein, mein Kind.

Ich werde dir mit meinem Blätterdach
ein wenig Schatten spenden, ohne Preis.
Zieh deine Schuhe aus am kühlen Bach,
sei wieder Freund in unserm alten Kreis.

Und lausch mit uns dem herrlichen Gesang
der Lerche, die das Blau des Himmels küsst.
Vergiss die Zeit ein paar Minuten lang -
erkenne, wo du Mensch auf Erden bist.

Landschaft mit Hütten im Nebel - Herbststimmung
Foto: Gellinger / pixabay.com

Rudi Müller
Meltemi IV

Die Sonne ist leider schon untergegangen,
doch schenkt sie uns noch einen Teil ihres Lichts.
Der Mond schickt sich an, uns dies Licht einzufangen,
als hauchdünne Sichel entwächst er dem Nichts.

So zart er auch wirkt, er beginnt bald zu gleißen
und spiegelt sich geisterhaft glitzernd im Meer.
Ein magischer Anblick. Er geht mit dem leisen
und mystischen Raunen des Meeres einher.

Wie sanft nun die Wellen am Ufer zerfließen,
mit Einbruch der Nacht war der Wind abgeflaut.
Der Meltemi schickt nur noch samtweiche Brisen,
sie streicheln die Wellen und streicheln die Haut.

Der Zauber der Nacht nimmt uns schleichend gefangen,
erregt alle Sinne und nährt Phantasien,
erweckt in uns irrationales Verlangen
und lässt uns ins Reich unsrer Träume entflieh’n.

Christiane Mielck
Kemenate

Träume verstauben
in strukturierten Realitätsregalen
neben in Buchseiten gepreßten Illusionsblüten
in einer tristen Kemenate
der Gedankenvergangenheit,
die zu öffnen
der Verstand verbietet
und die Seele sehnt.

Gerhard-W-Meibers
ausgeliefert

wohin
fliegen die Träume
wenn die Tage
ihr Gleichmaß pflegen
die Nächte unklar werden
wohin treibt sie
der Wind
dem ich
ausgeliefert bin

Ute Kirchhof
Bodenhaftung

Ich spür’ den Boden, rieche ihn,
er duftet herzhaft, fühlt sich weich,
über mir die Wolken ziehn’
und ich fühl mich reich.

Das sind Momente, die ich mag,
ganz verschmolzen mit der Erden,
so sitzen könnt’ ich jeden Tag,
innehalten, ruhiger werden.

Grashüpfer springt und schnarrt ganz laut,
voll Lebenslust und so lebendig!
Ich sitz’ im Gras – Was der sich traut!
Und freu mich überschwänglich.

Manch’ Käfer krabbelt auch vorbei,
versunken ganz in seiner Welt,
er sieht mich nicht, fühlt sich ganz frei,
unter dem weiten Himmelszelt.

Am Rasenende, dort beim Strauch,
da wimmelt’s eifrig hin und her.
Ameisen sind’s – Du kennst sie auch,
es werden stetig mehr!

Welch’ Gleichnis ist dies Schauspiel hier?
- Lebenslust, - mit sich ganz eins…
- und auch fleißig ist das Tier,
und freut sich seines Seins.

Hast Du’s probiert und möglichst oft,
ganz unten sitzen – fühlen, spüren?
Man merkt viel mehr, als man erhofft,
es kann zu Tränen rühren!

Denn von der Erde kommen wir,
und gehn’ zu ihr zurück,
denn Mutter ist sie Dir und mir,
und ich empfind’s als Glück.

Frau am Ufer eines Sees
Foto: Ute Kirchhof
Heuschrecke
Foto: Ute Kirchhof
Käfer
Foto: Ute Kirchhof
Holzsteg am See
Foto: Ute Kirchhof
Mohnblumenfeld
Foto: Molisandor / pixabay

Meteor
Ursprungszauber

Wie selbstverständlich wir es nehmen,
dieses unser aller Erdenleben.
Unser Ursprung ist uns ein Rätsel,
leisten uns dafür Glaubensgemetzel.

Wir suchen stets nach neuen Wundern,
ohne die uralten erforscht zu haben,
immer noch die Antworten schlummern,
auf die Fragen, wie, woher wir kamen.

Es bleibt ein Geheimnis des Universums,
wir sind nur gezauberte Symptome,
erstaunliche Funken seines Mysteriums,
mehr Kleinod als der Schöpfungs Krone.

Schwarzes Pferd auf Kinderkarusell
Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Meteor
Raumschiff Erde

Wir reisen auf einem orbitalen Habitat,
sind optimal angepasst am Lebensraum.
Unser Sonnenstern bestimmt die Fahrt,
sein rasantes Tempo spüren wir kaum.

Gestartet mit heftigem Impulsanschub,
schießen wir durch unsere Galaxie,
schauen aus Fenstern durch Lukenlup',
was wir sehen ist reinste Fantasie.

Unvorstellbare uralte Unendlichkeit,
darin sind wir nur ein Meerestropfen.
Auf unserem Schiff im Sog der Zeit
bleibt ein zielloses Ankommen offen.

Wie Schrödingers Katze fristen wir,
in der Black Box um uns gefangen,
unser Sein, ob 'da' 'oder' 'nicht hier',
interessiert es wen? Unnützes Bangen.

Ohne Schleudertrauma im Überschlag,
zig Magnetfelder als Attraktionen,
Schwerkraft beschleunigt unsere Fahrt
ins Feuerwerk der Sensationen ...

Ute Kirchhof
Nächtens

Nächtens lag ich manche Stunde
Schon in Morgendämmrung wach,
dachte bis zum Herzensgrunde
über Tod und Leben nach.

Dacht: Welche Kraft und welche Macht,
wirkt im Innersten des Seins?
Wer hat sich „Schicksal“ ausgedacht,
und wer bestimmt gar meins?

Wer hält das ewge Kommen, Gehen,
aller Welten in der Hand?
Und – kann ein Mensch das jemals sehen?
Gedanken rauben den Verstand…

Mein Herz weiß längst, es wird ihn geben,
den, der die ganze Welt umspannt,
bis in die Wurzeln wird er streben,
bis tief in meiner Seele Land.

Es existierte auf der Welt,
nichts – ohne Gottes Wille,
der alles fest zusammenhält,
ich spür’ ihn in der Stille.

Der Morgen kommt, die Sonne scheint,
auf tausend kleine Dinge,
ich merk’, dass meine Seele weint,
dass „Liebe“ mir gelinge.

Nur sie allein reicht tief hinab,
bis ins Atom, in jeden Kern,
und wander ich dereinst ins Grab,
ich weiß, der Herrgott hat mich gern.

-

Regentropfen auf Grashalm
Foto: Ute Kirchhof
Regentropfen auf Grashalmen
Foto: Ute Kirchhof

Heinz Krüger
Keine Gefährten

Verzweiflung und Frohsinn sind keine Gefährten,
die freudig im Garten Geschichten erzähln.
Was diesem die Mächte des Schicksals verwehrten,
kann jenem die sonnigste Laune nicht stehln.

Die nagenden Zweifel zerfressen die Seele,
die jeden zerstört wie den kräftigsten Baum.
Mit stockendem Herzen und trockener Kehle
zerfällt er zum Nichts wie im luftleeren Raum.

Dem Frohsinn hingegen enthüllen sich Ziele,
noch flüchtig und streunend bei wechselndem Wind.
Mit lächelnden Augen und lockerem Spiele
erschließt sich manch Traum einem staunenden Kind.

-

Heinz Krüger
Das Ende unserer Träume

Der Tanz war von so kurzer Dauer
und man zum Vorspiel viel zu müd.
Das Blümchen auf der alten Mauer
war sowieso fast ganz verblüht.

Der Morgen brachte kalte Füße.
Das Mittagsmahl fiel dadurch flach.
Am Abend gab es Regengrüße
und für die Nacht nicht mal ein Dach.

Es waren furchtbar kalte Wochen,
die Landschaft gänzlich grau in grau.
Kein Mensch war da und hat gesprochen.
Nicht einmal eine alte Frau.

Auch Bäume hatten Depressionen.
Die Aktienkurse wurden Staub.
Fast täglich starben Millionen.
Die Menschheit war auf einmal taub.

Das Jammern war kaum noch zu hören.
Dann wurde es allmählich still.
Im Garten spielten noch die Gören.
Und dann verlosch der letzte Grill.

Maria Kindermann
Freunde

Wahre Freunde sind ein Segen,
meinen kann ich blind vertraun.
Sie begleiten mich durchs Leben,
dürfen bis ins Herz mir schaun.
Freunde sind die besten Tröster,
hab' ich Sorgen oder Not.
Niemals lassen sie mich hängen,
Wahre Freundschaft – bis zum Tod.
Auch die Tränen darf ich zeigen,
noch nie lachten sie mich aus.
Freunde halfen mir so oft schon
aus manch tiefem Tal heraus.
Freunde haben offne Ohren,
mitten in der Nacht
und an allen Tagen.
Ohne sie wär ich verloren.
Danke will ich ihnen sagen.

Maria Kindermann
Zufall oder Schicksal?

Was ist Zufall, was ist Schicksal,
hast du dich schon oft gefragt
und wo endet unser Leben?
Keiner dir die Antwort sagt.

Gibt es irgendwo ein Jenseits,
wo wir uns einst wieder sehn?
Lohnt es sich an Gott zu glauben 
wer lässt so viel Leid geschehn?

Garten Eden ist verschlossen –
ist unendlich weit von hier,
wir sind auf den falschen Wegen,
finden nicht die Eingangstür.

Doch die Antwort auf die Fragen,
die weiß einer ganz allein
und solang wir an ihm zweifeln,
wird es sein Geheimnis sein.

Erst wenn wir ihm blind vertrauen,
an ihn glauben und verstehn –
wird er uns die Türen öffnen,
lässt uns in den Himmel sehn!

Manuela Ina Kirchberger
Freiheit

Gefühle mögen
zerbrechlich sein,

wie manche Gedanken
im Wind
sich neue Wege
suchen,

doch Liebe
wirkt über all das
weit hinaus

und letztendlich
liegt es an uns,

wie wir uns selbst
und die Welt dadurch
erfahren mögen.

Frauengestalt im Gegenlicht
Foto: Manuela Ina Kirchberger

Manuela Ina Kirchberger
Von Zeiten zwischen den Zeiten

Manchmal ist
dieses leise Gefühl,
das erzählt
von Zeiten zwischen
den Zeiten.

Uhren halten ihre Zeiger fest
oder verlaufen sich
im Augenblick.

Ein Meer von
Ahnung und
Ahnungslosigkeit.

...

Und auf goldenen Wiesen
perlen einfach
Träume
aus sich heraus,

um das andere Gesicht
der Sonne zu zeigen.

Weiße
Blütenblätter
fallen
wie
Regenbogentropfen,

benetzen
diesen einen
köstlichen
Moment
mit der Tiefe
ihrer Tränen,

um den perlenleisen Pfaden
in die Unendlichkeit
des Fühlens
zu folgen.

Mona Mulke
Zeit für mich

Manchmal
denke ich
über mich nach…
Sehe mir zu,
höre mir zu.
Stehe staunend neben mir,
spiele mit meiner geschenkten Zeit,
in einem verwunschenen Garten.
Laufe staunend durch die Beete,
sehe den Rosen beim Aufblühen zu.
In Zeitlupe dreht sich meine Welt weiter,
jeder Atemzug bringt Ruhe.
Ich liege im Gras,
sehe die Tautropfen fallen.
Das Sonnenlicht bricht sich in ihnen
und
schenkt mir einen Regenbogen….

Regenbogen über Seelandschaft
Foto: werner22brigitte / pixabay.com

Mona Mulke
Manchmal

Manchmal fühle ich mich,
als würde ich
die Wüste durchqueren,
barfuß,
ohne Kompass,
spüre jeden Stein
der sich in meine Füße brennt.
Manchmal
suche ich einen Weg im Schnee,
eiskalt ist mir,
im unendlichen Weis.
Manchmal
tanze ich im Nebel meiner Gefühle,
renne ins Nichts.
Manchmal
tauche ich hinab,
in die Tiefe
meiner Seele
In der Hoffnung
ich finde mich ,
kann mich zärtlich
in den Arm nehmen
und
die Angst besiegen.

Hansjürgen Katzer
Notunterkunft

Regen prasselt an die Fensterscheibe,
graue Straße glänzt fast menschenleer.
Junger Hund sucht neue Bleibe,
vor dem Bahnhof helles Lichtermeer.

Einsamkeit dringt ihm entgegen,
Bild im Spiegel starrt ihn an.
Abendstunden sind kein Segen,
müde Augen, alter Mann.

Wieder im Asyl gestrandet,
während nächtens Sterne blühen,
friert sein Herz in Eis getaucht.

Stille die ihn wirr umbrandet,
weh nun die Gedanken glühen
und kein Mensch, der ihn noch braucht!

M. Wolfram Kutzscher
Abschied

Du hast gestritten und gelacht,
ein erfülltes langes Leben,
stets das Beste draus gemacht,
du hast uns viel gegeben.

Du kannst uns nicht mehr lenken,
an guten und an schlechten Tagen,
wir werden an dich denken,
in Gedanken dich befragen.

Abschied ist ein leises Wort,
besonders nun für immer.
Für uns bist du doch lang nicht fort,
ob draußen und im Zimmer.



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