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Gastlyrik - Frühling und Frühlingsfeste 2

Gastlyrik - Autoren der Gegenwart stellen ihre Texte zum Thema Frühling und Frühlingsfeste vor. Folgen sie den Poeten in die erwachende Natur.

Blumenwiese mit Faltern
Foto: luis-e / pixabay.com
Hummel an Blütenstempel
Foto: luis-e / pixabay.com
Pfauenauge auf Wiesenblumen
Foto: luis-e / pixabay.com

Gast-Autoren von L - Z

Frühlingsblumenwort... 

wald im april 

Frühlingsgefühle

Wagemut 

Der Frühling beginnt

Es riecht nach ...

Zum Naschen verführt 

Holunderstrauß

Jahreskreis

Der Osterhas

Frühlingsanfang 

Blaugetropft 

Mit allen Sinnen

Balzverhalten 

ein neuer frühling 

Die Badesaison ist ...

Einfach nur schön

Frühlingsgefühle

 

die Eisheiligen 2

Frühlingsklänge

Wir bewundern dich

Frühlingsankunft

Mattheis 

Hoffnungsstrahlen 

Die Liebe und die ...

Björn Lindt
Balzverhalten

Die Tage sind länger, schon kürzer die Röcke.
Die Damhirsche tragen nun bauchfrei gern Top.
Sie buhlen um Ärsche und notgeile Böcke
mit ihren Geweihen. Im Stöckel-Galopp

da zieht die Stampede, armanisch, gleich Tieren,
ins nächste Cafe, dort das Brüstchen gezeigt,
gegackert, gegurrt. In den Macho-Revieren
Macchiato geschlürft, leicht vornüber geneigt.

Den Brusthaarflokati geföhnt und gekräuselt,
potenzkompensierend, da fahren sie vor.
Es gockeln die Machos, den Damhirschen säuselt
das Testosterone Allüren ins Ohr.

Schon schwänzelt der Platzhirsch um rotwilde Meute,
beputert die Schnepfen und präkopuliert
mit dickender Hose. Vermeindliche Beute
wird schließlich erledigt zur Höhle chauffiert.

So kommt es zur Paarung und weiteren Phasen.
Die Tauben sind tags drauf gleich turtelberingt.
Heut määht sie in Leggings den sprießenden Rasen;
der Hengst hängt vorm Fernseher, fußballbedingt...

 

 

Björn Lindt
Frühlingsblumenwortgirlande

Wenn im März die Becher schlottern,
und im Schnee die Glöckchen läuten,
gelbe Blümchen sumpfig dottern,
kann dies Frühling nur bedeuten.

Wenn im Busch die Röschen winden,
und der Bock in Scharen krautet,
wenn sich V und Eilchen finden;
Frühling unser Motto lautet.

Wenn die Trauben hyazintheln,
und die Wurzeln stinkig niesen,
wenn die Bären weisslich läucheln;
Frühling, Frühling – er will spriessen.

Wenn es schlüsselt, gelb, das Köpfchen,
und die Narren duftend zissen,
grünen Beet und Blumentöpfchen,
will Frühling bunte Flaggen hissen.

Wenn die Spornen lieblich lerchen,
und die Wiese Kräuter schäumt,
huft der Lattich in den Pferchen,
Wald und Beet vom Frühling träumt.

Wenn sie blühen, Milz und Lunge,
weisse Tauben waldig nesseln,
zeigen Löwen Zahn und Zunge,
sprengt der Frühling Winterfesseln!

Gerhard W. Meibers
ein neuer frühling

damals 
als immer wieder
schnee fiel

die bäume
ihre starre
nicht verloren

krokusse
die zögerlichen
köpfe senkten

damals
kamst du
in diese öde

ein neuer frühling
erwachte

Gerhard W. Meibers
wald im april

erzähle mir
von dem frischen grün
der jungbäume
von den sprößlingen
die durch das laub
des letzten herbstes dringen
erzähle mir
von dem käfer
am wegrand
der sein glänzendes
schwarzes seidenkleid
angezogen hat
von dem sonnenstrahl
der seinen weg
durch die dunklen tannen
bahnt
ja erzähle mir von ihnen
wie sie die trauer auffingen
die trauer
die einfach kam
als wir unsere wunden spürten
an jenem tag
im april

Rudi Müller
Frühlingsgefühle

Kein Zweifel mehr: Es lenzt und grünt!
Der Winter hat nun ausgedient,
er wandert ins Exil.
Die Vogelwelt – und nicht nur die! –
gerät in Frühlingseuphorie
und frönt dem   Liebesspiel.

Auch meiner schönen Nachbarin
gelüstet es nach Lustgewinn:
Zur Unvernunft bereit,
hat sie die Haare hochgesteckt,
sich mit Gerätschaft eingedeckt,
mit der sie voller Freud

und Inbrunst ihre Fenster putzt.
Zwar sind die Fenster kaum verschmutzt,
doch scheint ihr dies egal.
Mit Eifer, der an Tobsucht grenzt,
müht sie sich ab, bis alles glänzt.
So will’s das Ritual.

Dann wird im Hause staubgesaugt,
der Dielenboden abgelaugt,
dem Frühlingsschmutz zum Trutz.
Wie’s scheint, gehört zum Frauenglück
 - wirft dies die Frau’n auch weit zurück –
der große Frühjahrsputz!

 

 

Rudi Müller
Die Badesaison ist eröffnet

Es plätschert, flattert, planscht und spritzt
am kleinen Teich im Garten.
Frau Amsel, die den Sonnschein nützt,
wollt nicht mehr länger warten.

Das Eis, das noch den Teich bedeckt,
ist ganz am Rand geschwunden.
Die Badelust war gleich geweckt,
ein Plätzchen schnell gefunden.

Dort schleudert sie nun Sprutz für Sprutz*
und wellnässt ihr Gefieder.
Sie zelebriert den Frühjahrsputz
wie alle Jahre wieder.

Christina Telker
Frühlingsankunft

Strahlend wie das Sonnenlicht,
das durch grauen Himmel bricht,
leuchten sie in unserm Garten
Osterglocken, aller Arten.

Tulpen und auch Tausendschön
sieht man überall erblühn.
Frühling legt nen Teppich aus,
saftges Grün vor unserm Haus.

Erste Blätter an den Zweigen,
woll´n uns Lenzens Ankunft zeigen.
Vöglein singen hell und klar
ja die Osterzeit ist da.

In den Büschen gut versteckt,
findest du manch buntes Nest.
Meister Lampe hat´s versteckt,
sicher hast du´s schon entdeckt.

 

 

Christina Telker
Der Osterhas

Der Osterhas sitzt still vergnügt
und lächelnd in der Sonne.
Die Eier, sie sind gut versteckt,
ihm lacht das Herz vor Wonne.

Am Waldrand sieht er voller Freud,
die ersten Kinder suchen.
Der Peter und der kleine Franz,
sie schleichen um die Buchen.

Das Häslein ist ganz aufgeregt,
wer wird das Erste finden?
Da hat´s die Bärbel schon entdeckt,
sie sah es bei den Linden.

Das Körbchen bis zum Rand gefüllt,
so rennen sie nach Hause.
Herr Lampe sucht sich seinen Bau
und gönnt sich eine Pause.

Mona Mulke
Einfach nur schön…

Auf der Treppe sitzend,
mit dem Gesicht in der Sonne badend,
höre ich den Vögeln zu
die Frühlingslieder singen.
Im Hintergrund
die Stimmen unserer Kinder,
der Hund bellt,
mein Kopf ist voller Sonnengedanken,
die Welt ist schön…

Mona Mulke
Wagemut

Wahrlich
Wagemut besitzt du
traust dich
ins unendliche Weis.
Traust dich fort von deinem Bau,
auf schmalen Beinen
sehe ich dich laufen,
suchend nach
dem Frühling.
Bald schon wird er kommen,
den Schnee besiegen
und dir deine Welt
wieder bringen.
Bald schon..

Traudel Zölffel
Die Liebe und die Osterglocken

Es stört mich nicht der graue Himmel,
Denn deine Augen sind so blau
Und keine Wolken vor der Iris,
Wenn ich mal in dieselben schau.

Ich muss nicht von der Liebe träumen,
Du stehst vor mir, du bist real
Und deine Worte keine Märchen,
Vertrauen ist ein grünes Tal.

Wir orten uns auch auf Distanz
Und können unsere Spuren deuten.
Vollführen unsern Lebenstanz,
Jetzt hörn wir Osterglocken läuten.
 

 

Traudel Zölffel
Mit allen  Sinnen

und als die Augen die
den Garten begrüßten
da fehlte die Sonne,
das machte nichts aus

das Gras war grün,
Forsythie blühte
und die Amsel sang,
so dass das Ohr
sich bemühte

zu hören den Klang
das Rauschen vom Wind
ein Rascheln im Busch
als kleinen Wink

mit allen Sinnen
war das Erleben
und ganz im Inneren
ein leises Beben
zum Dank

Vera Oelmann
Es riecht nach Frühling

Der Himmel ist blau und die Sonne scheint…
Es riecht nach Frühling …. Und man meint
schon hier und da kleine Knospen zu sehen
und möchte so gerne ins Freie gehen …

Doch Vorsicht ! Der Winter liegt noch auf der Lauer
und wartet darauf, dass er uns einen Schauer
von Eisregen steut auf die junge Natur …
von Frühling ist nämlich noch keine Spur …

Der schaut zwar schon neugierig um die Ecken,
aber zieht sich zurück – wird sich nochmal verstecken,
auch wenn ihn die Neugierde schrecklich plagt…
sein Einzug wird auf den März vertagt … 

Nilhexe42j
Frühlingsgefühle

Ich sitze hier auf dem Balkon,
die Vogelschar sie zwitschert schon,
ihr wunderschönes Frühlingslied.

Die Amsel singt im Baume dort
doch auf einmal ist sie fort.
Des Nachbars Katze schleicht umher.

Die Blumen zeigen ihr Gesicht,
mit ihrem Lachen erfreu´n sie mich
ihr Bunt leuchtet im Sonnenschein.

Der Bäume zartes Frühlingsgrün,
entlockt ein glücklich Lächeln mir,
das neue Leben ist erwacht.

Der Himmel blau, die Sonne strahlt
ein Bild, von Künstlerhand gemalt
Frühlingsgefühle werden frei.

Nilhexe42j
Der Frühling beginnt

Zartgrüne Knospen
tanzen in sanftem Windhauch
der Frühling beginnt

Rothkehlchen
jlaswilson / pixabay.com

Jürgen Rehm
Holunderstrauß

Im Frühling treibt auch der Holunder neue Blätter,
im Sommer süßer Duft aus dem Holunder weicht.
Statt tristem Grau find’ ich des Himmels Bläue netter,
ums Herz wird‘s mir ganz warm und wunderleicht.

So halte ich den duftenden Holunder wert,
ein Vogel singt auf seine eig’ne Weise Lieder.
Die ganze Welt mich wieder neue Wunder lehrt,
der liebliche Gesang klingt in mir leise wider.

In meine Nase ist ein süßer Duft gelangt,
und das des üppig blühenden Holunders wegen.
Das habe ich der milden Sommerluft gedankt,
die Schwermut wird sich nun aufgrund des Wunders legen.

Zum Wandern ich die Füße gleich nach draußen streck’ –
und trete bald schon in den ersten Straußendreck.
 

 

Jürgen Rehm
Frühlingsklänge

Im Frühjahr, wenn wieder die prächtigen Meisen
mit ihrem Gesang den Allmächtigen preisen,
nur eine allein in der Linde schwieg.
Ihr war etwas übel und schwindelig.

Uschi Pohl
zum Naschen verführt

gold´ner Hase
bunte Eier
hübsch verpackt
so frühlingsfrisch
lassen mich Genuß erahnen
zaubern bunten Ostertisch
Wasser läuft im Mund zusammen
Farbenpracht das Aug´ berührt
knistert leise die Verpackung
werd´ zum Naschen ich verführt.

Uschi Pohl
die Eisheiligen 2

ja so sind sie ~ die Gesellen
eisig kommen sie heran
hüllen das ~ was schon in Blüte
legen ihm Kristalle an
schleichen sich in Maigefühle
schmälern gern der Sonne Charme
doch auch ihre Ära endet
und die Tage werden warm.

Holger Schleip
Jahreskreis

Baldurs Wärme strahlt hernieder
auf den Leib der Mutter Erde,
und es künden frohe Lieder:
Zeit des Frühlings, Zeit des Werde.

Lange Tage, helle Sonne,
lassen Saaten aufwärts streben;
Zeit des Öffnens, Zeit der Wonne,
Zeit, auch Fremdes zu erleben.

Jedes Aufwärts geht zur Neige,
„weiter so!“ geriet´ zur Sucht;
wer nur Wachstum preist, der schweige,
wenn die Blüte reift zur Frucht.

Kälter wird´s, die Erde karg,
und der Weg nach innen führt;
unser Glaube macht uns stark:
Schicksal, nimm, was dir gebührt.

Baldurs Strahlen treffen wieder
auf den Leib der Mutter Erde;
alte, ewig junge Lieder
künden: auf das Stirb folgt Werde.
 

 

Holger Schleip
Wir bewundern dich

Liebe Mutter, lass dir sagen,
- auch wenn wir so oft dich plagen,
dir so reichlich Arbeit machen,
dass dir fast vergeht das lachen,
selbst wenn du mal ärgerlich:
Mamma, wir bewundern dich!

Edeltrud Wisser
Hoffnungsstrahlen

Dahin ist bracher Erdenschoß
er atmet säumig Wiesengrün
bekleidet sich mit weichem Moos
legt an, ein holdes Blumen blüh`n

mit Hoffnungsstrahlen tief im Blick
gedeihen Herzenswünsche vag
Erneuerung lenkt das Geschick
heute - an diesem Ostertag

Apfelblütenzweig
Foto: tpsdave / pixabay.com

Edeltrud Wisser
Blaugetropft

Eisigkalte Winterzunge
zeichnet Spuren übers Land
kühl umsponnen Haut, die Lunge
macht zur Wolke deinen Hauch

im frostklirrend weiten Raume
ist die Regsamkeit erstarrt
Kristallflüstern steigt im Baume
auf, zu sternenklarer Nacht

mit verhalt`nem Atem kreisen
aus schneeweiß glasierter Welt
die Gedanken - spielen Reisen
brechen auf zum Zeitensprung

unter blaugetropftem Himmel
schmilzt das Hart, im Wandellicht
reizt den Sinn zum Farbgewimmel
zwinkert Frühling in den Blick

Paul Rudolf Uhl
Mattheis

„Da Woid steht grau und  d´Häusa ducka
se unta´m Schnee – a  Kroh´ schreit  laut...
Aa  d´Stauern   müaßn se´ tiaf bucka;
da Schneebruch hat an Woid  vasaut...

`S schneibt  jedn  Dog, `s is fast  zum Woana;
da Winta führt sei´ Regiment...
De  Köjtn  kriacht bis in de Boana!
Wann is des oisse  denn moi  z´End?“

„Iatz´ sei ned  letz! – Werst as dawartn,
weil Mattheis  is´ ja  no´ de´  Woch...
Iatz´ schaug ma dann  in d`Wetterkartn;
bestimmt kimmt  boid  a starkes Hoch...

Hob´ no´ a  Heilige iatz´ g´fundn:
Am drittn März is´ Kunigund…
Ma´ sogt, do kàm de Wärm vo´ untn...
Des is zum Feiern doch a Grund!“
 

 

Paul Rudolf Uhl
Frühlingsanfang

Nur noch wenig Winterschauer,
Glätte? -  Eher selten nur !
Tag und Nacht von gleicher Dauer,
und `ne  höh´re Temp´ratur...

Viele Knospen schon halb offen,
Vögel zwitschern rings herum,
all dies lässt auf Frühling hoffen;
Endlich:  Äquinoktium! *

*TagundNachtgleiche

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