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Nachdenkliches und Heiteres - Alltagslyrik

Ernste, nachdenkliche Gedichte, aber auch heitere, humorvolle Texte zu verschiedenen Themenbereichen des alltäglichen Lebens.

Sonnenuntergang am See
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Sonnenuntergang am Steg
Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio.de
Spiegelung am Fluss bei Sonnenuntergang
Foto: Günther Alois / pixelio.de

Nachdenkliches und Heiteres von I - Z

Musikant am Kai
Birgit Stoll Outdoor-Fotografie / info@parknplay.de / pixelio.de
Person sitzt bei Sonnenuntergang am Steg
Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de
Geier mit ausgebreiteten Flügeln
Foto: angieconscious / pixelio.de

Weitere besinnliche Gedichte wie das Gedicht "Märchenwelt" findet Ihr unter "Mythenwelt".

Morgengedicht
Anita Menger

Ganz leise klopft der neue Tag
frühmorgens an mein Fenster,
vertreibt die Dunkelheit der Nacht
und letzte Traumgespenster.

Verborgen bleibt mir sein Gesicht,
doch hör ich nicht sein Lachen?
Ich stehe auf und zögre nicht
ihn mir zum Freund zu machen.

Wehmut
Anita Menger

Vergangenheit, erlebtes Glück,
dein Klang weht mir ins Heute.
Versonnen schaue ich zurück
und bin, in diesem Augenblick,
der Wehmut leichte Beute.

Ruderboot am See festgemacht
Foto: Verena N. /pixelio.de
Pfuhlschnepfe am Strand
Foto: Kaz / pixabay.com
Blaue Reiher am Fluss
Foto: pixabay

Traumgedanken
Anita Menger

Ich träumt´ ich wär ein Schirmchenflieger.
Dein Atem lies mich schweben.
Ich fühlte mich so leicht und frei
wie nie zuvor im Leben.

Da fielen plötzlich Regentropfen,
erschwerten meine Reise.
Vor Furcht begann mein Herz zu klopfen,
da sagtest du mir leise:

Hab keine Angst, gib dich nicht auf.
Vertraue ohne Fragen.
Der Wind bläst bald die Tropfen fort
und wird dich weiter tragen ...

Oede Landschaft - in Glaskugel blühende Wiesen
Bild (c) Karin Blomberg

Paradies
Anita Menger 2014

Wer wünscht sich nicht den sichren Hort,
das Paradies auf Erden.
Und doch - was tun wir schon dafür,
wie soll es wirklich werden
wenn wir uns nicht dazu bequemen
zu geben statt nur noch zu nehmen?

In tiefer Nacht
Anita Menger

In tiefer Nacht hört´ ich den Wind noch rauschen,
es schien mir so, als flüstert´ er mir zu.
So stand ich auf um ihm gebannt zu lauschen,
auch als er schwieg kam ich nicht mehr zur Ruh.

Er hat die Spur des Krieges oft gesehen,
die Hungersnot und wenn ein Mensch verlor
die Hoffnung, dann verklang sein Schrei im Wehen
mit dem der Wind das Bild heraufbeschwor.

Verzweiflung lag in seinem Abschiedsheulen.
Ich wünschte mir erschöpft den Schlaf zurück.
Aus weiter Ferne klang der Ruf der Eulen
und ich war dankbar für mein kleines Glück.

Noch lange blieb ich so am Fenster stehen
und nur der Wind hat meine Angst gesehen.

Meeres-Strand bei Sonnenschein
Foto: ed_davad / pixabay.com
Ehepaar mit Hund bei Dämmerung am Strand
Foto: tomwieden / pixabay.com
Vogelschwarm am Meer
Foto: Unsplash / pixabay.com

Inselsehnsucht
Anita Menger

Welle um Welle drängt an den Strand.
Gischt umspült das Felsengestein.
Salzige Brise – Meeressand.
Zärtlicher Kuss im Olivenhain.

Klagend klingt der Möwe Schrei – Vorbei!

Doch meine Träume
bringen mich zurück
in den Schatten der Olivenbäume …

Unbeschwert
Anita Menger

Mein Falke in Gedanken
flieg ich dir hinterher.
Befreie mich von Schranken,
kenn keine Schwere mehr.

Ich werfe ab die Sorgen,
lös mich vom Alltagsgrau.
Will hoch hinauf dir folgen,
ins weite Himmelsblau.

Und komme ich dann wieder
herunter auf die Erd,
dann setze ich mich nieder
und fühl mich unbeschwert.

Vertrauter Weg
Anita Menger

Vertrauter Weg - kennst meinen Schritt,
bin hier schon oft gegangen.
Bringst wieder mich an jenen Ort
wo wir einst fröhlich sangen.
Die Zeit ist längst vergangen.
Doch wenn mein Fuß den Wald betritt
kommt die Erinnerung zurück,
nimmt meinen Sinn gefangen.

Vertrauter Weg - kennst meinen Schritt ...

Kinder
Anita Menger 2013

Vorurteilsfrei.
Ungezwungen
im Miteinander

wehrlos

unserem
Einfluss
ausgesetzt.

Steg ins Meer
Foto: koseb / pixabay.com
Abendstimmung am Meer
Foto: Tabor / pixabay.com
Meeresküste
Foto: Frank Winkler / pixabay.com

Zum Greifen nah
Anita Menger

In Trümmern liegt, was du dir schwer errungen.
Zum Greifen nah schien das erstrebte Ziel.
Das Schicksal hat dich in die Knie gezwungen.
Dein Glücksstern schnell und unaufhaltsam fiel.

Beklommen stellst du dich dem Spiel des Lebens
und hoffst verzweifelt auf ein gutes Blatt.
War jeder Einsatz bisher auch vergebens:
Der letzte Stich zeigt wer gewonnen hat.

Du weißt, auch du hältst Trümpfe in den Händen,
doch bringen sie genügend Punkte ein?
Spielst du geschickt genug, das Blatt zu wenden?

Nur allzu trügerisch war oft der Schein.
Doch willst mit Zweifeln du die Zeit verschwenden?
Nur wenn du´s wagst kannst du dir sicher sein.

Irgendwann
Anita Menger

Spontan es wagen einfach auszuscheren.
Die Karten mischen für ein neues Spiel.
Dem tristen Alltag deine Gunst verwehren.
Die Augen richten nach dem fernen Ziel.

Hast oft geträumt von diesem Abenteuer.
Dein Schiff hält Kurs, kommt dennoch nicht voran.
Und doch hast niemals du gedreht das Steuer.
Verschoben wurde es auf irgendwann.

Willst weiter du mit offnen Augen träumen,
fehlt für Veränderungen dir der Mut?
Nie Chancen nutzen, die den Weg dir säumen,
dein Schicksal überlassen still der Flut?

Bleibt es für immer nur ein vager Traum
der ungelebt versinkt im Meeresschaum?

Niemand weiß
Anita Menger

Am Abendhimmel leuchten Sterne.
Ich frage mich: „Was wird
wohl sein dort draußen in der Ferne?“
Geheimnisvoll umflirrt
ist alles Sein und alles Werden
im Weltall – doch auch hier auf Erden.
Und niemand weiß – was wird …

Zwischen-Zeit
Anita Menger

Ich kehre aus dem Istvorbei
zurück ins Jetztundhier,
geh durch die Morgentür
und sonne mich im Baldsoweit …

Der Wecker schrillt: Ist höchste Zeit!
Jetzt heißt es sich beeilen,
die Pflicht ruft im Einstweilen.

Kleine Wassertreppe zum See
Foto: Tama66 / pixabay.com
Schwan mit ausgebreiteten Flügeln
Foto: hansbenn / pixabay
Herbstlandschaft Spiegelung im See
Foto: pilostic / pixabay.com

Im Lauf der Jahre
Anita Menger

Wie Kätzchen, die nach ihrem Futter gieren,
hast du als Kind den Tag herbeigesehnt,
an dem nicht Andere dich dirigieren.
Die Zeit erschien dir endlos ausgedehnt.

Mit Neugier eiltest du dem Ziel entgegen,
hast übermütig in den Sturm gelacht,
erwies sich auch nicht jedes Tun als Segen,
Erfahrung hat dich dennoch reich gemacht.

So gibt, was früher dir noch unverständlich
im Lauf der Jahre schließlich einen Sinn.
Die Zeit erscheint dir längst nicht mehr unendlich,
gleich dem Gepard jagt rasend sie dahin.

Und bald schon ähnelst du dem müden Kater,
mit trägem Blick streifst du den Prunk der Welt.
Bist nur Statist im irdischen Theater
und weißt, dass bald dein letzter Vorhang fällt.

Treibholz
Anita Menger

Die Stunden sich wie Sätze einer viel zu oft
gehörten Rede aneinander reihen,
voraussehbar ein jedes Wort, kein unverhofft
gebrauchter Ausdruck, will ihr Glanz verleihen.

Wenn in der Schlaflosnacht, die sich schier endlos dehnt,
Gedanken mit der Müdigkeit jonglieren,
erwacht das Ich in dir, das sich nichts mehr ersehnt
als endlich einmal selbst Regie zu führen.

Doch hältst am Morgen du den Stift in deiner Hand,
hast so die Möglichkeit am Skript zu schreiben,
sitzt du nur selbstvergessen da, lässt dich gebannt
durch deinen monotonen Alltag treiben.

Indes auch dieser Tag sich schicksalhaft erfüllt
bleibt deine Sehnsucht wieder einmal ungestillt.

Verzeih mir Herr
Anita Menger

Verzeih mir Herr, du meinst es gut.
Dennoch gerate ich in Wut
und frag mich ob´s dich int´ressiert,
was hier auf unsrer Welt passiert.

Siehst du denn nicht die Hungersnot?
Dabei gibt es genügend Brot.
Gar vielerorts im Überfluss,
wo man es dann „entsorgen“ muss.
Kannst du es nicht gerecht verteilen?

Schau doch, wie sich hier Kinder „stylen“,
wo andre frierend barfuß gehen
und ihre Eltern sterben sehen,
oft selbst als Krieger kämpfen sollen.
Das kannst du doch nicht wirklich wollen?

Auch dort wo Frieden herrscht im Land
nimmt Mord und Totschlag überhand.
Gewalt gehört zum Alltagsleben
weil Menschen nur nach Reichtum streben
und dabei über Leichen gehen.
Wie lange willst du noch zusehen?

Es wird getreten und geschlagen.
Ein Kind zu früh zu Grab getragen.
Und kennst du schon den letzten Schrei?
Die Kamera ist mit dabei
wenn Einer sinnlos um sich schlägt,
weil es ja Andere erregt
wenn Opfer schwach und wehrlos sind.
Verzeih mir Herr – sag bist du blind?

Auf dieser Welt gibt’s keinen Sieger.
Selbst der einst stolze Amur-Tiger
stirbt aus und vormals dichte Wälder
verkümmern. Es wird kalt und kälter.
Nichts haben wir einst zu vererben,
als einen großen Haufen Scherben.

Verzeih mir Herr, du meinst es gut.
Dennoch gerate ich in Wut
und frag mich ob´s dich int´ressiert,
was hier auf unsrer Welt passiert.

Doch weiß ich, ich bin ungerecht,
denn du bist nicht der Menschen Knecht
um ihren Schrott hinweg zu kehren.
Wird Zeit, dass wir uns selber wehren.

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