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Herzlich Willkommen

Ausgewählte Gedichte neuzeitlicher Autoren

Im Garten der Lyrik erwarten Sie ausgewählte Gedichte neuzeitlicher Autoren.
 

Ich wünsche allen Lesern viel Freude beim Lesen.

Sukullente rosafarben
Foto: Peter Grünfelder / pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Veröffentlichung auf dieser Seite zur Verfügung gestellt haben.


Autoren der Neuzeit von A - F

Helga Bauer, Ingrid Baumgart-Fütterer, Ingo Baumgartner, Elke Bräunling, Brian,

Serge D., Michaela Daniel, Angelika Diem, Ingrid Drewing , Klaus Enser-Schlag,

V. F, Jürgen Feger, Josef Festing, Regine Fouqué, Petra Friedel, Andrea Frühauf, 

Hannelore Furch

Gedichte oben genannter Autoren

Alltagskrieg
von Hannelore Furch

Am Meer
von Petra Friedel

Das Gedicht von der Zeit
von Elke Bräunling

Die alte Bank im Park
von Helga Bauer

Die Farbe des ...
von Ingo Baumgartner

Elfengold
von Jürgen Feger

Hand voll Seele II
von V.F.

Heimatlos
von Hannelore Furch

Inneres Leuchten
von Ingrid Baumgart-Fütterer

Jenseits der Menschen
von Serge D.

Kopf hoch
von Michaela Daniel

Licht des Friedens
von Klaus Enser-Schlag

Mei Zeidmaschin
von Serge D.

Nicht vergebens
von Josef Festing

Nimm deine Träume
von Elke Bräunling

Refugium
von Ingrid Drewing

Regen
von Andrea Frühauf

 

Sehnsucht
von Josef Festing

Stilles Glück
von Klaus Enser-Schlag

Tanz
von Regine Fouqué

Traumtau
von Petra Friedel

Tritt sacht auf
von Regine Fouqué

Unsere Schritte
von Helga Bauer

Vorurteile
von Klaus Enser-Schlag

Vergissmeinnicht
von Ingrid Baumgart-Fütterer

Verwischter Horizont
von Brian

Wenn ich frisch ...
von Michaela Daniel

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der jeweiligen Autorenliste zu finden!


Vögel am See
Foto: pixabay.com

Klaus Enser-Schlag
Licht des Friedens

Könnten wir ein Licht entzünden,
bei dem jeder Hass aufhört,
Freudentränen dann verkünden,
dass kein Leid uns mehr zerstört...

Blendet Hass so viele Herzen?
Menschenbrüder haltet ein!
Zündet an die Friedenskerzen,
Tod wird nie die Antwort sein...

Elke Bräunling
Nimm deine Träume

Komm, schau am Abend
in den Himmel hinauf!
Siehst du es funkeln
im Dunkeln?
Sterne und Mond
kommen auf ihrem Lauf
in hohem Bogen gezogen.

Abend für Abend
kannst die Sterne du sehn,
wie sie dir winken
und blinken.
Auf nächtlicher Reise
bleiben sie nirgendwo stehn
auf ihrem Weg immer weiter.

Hell scheint das Mondlicht
durch dein Fenster herein,
lockt dich mit Glimmern
und Schimmern.
Auf mystische Weise
lädt es zum Träumen dich ein,
zu einer Reise ganz leise.

Weit, weit, so grenzenlos weit,
nimm deine Träume, sie tragen dich weit
hinauf in den Himmel durch Raum und Zeit,
zum Mond, zu den Sternen, zur Unendlichkeit.

Regina Fouqué
Tritt sacht auf ...

Tritt
sacht auf
mein Freund
du stehst
auf meinen 
Träumen

dem Morgen
glänzend 
im Licht
von tausend Sonnen
gesäumt von
dunkel samtigen
Himmelsbändern

eile
nicht weiter
mein Freund
die Zukunft
liegt vor
deinen Füßen

bedeckt
von
glitzernd feinem
Sternenstaub

gehüllt
in milden Schein
von endlos vielen Monden

Josef Festing
Sehnsucht

Wenn im Herbst die Vögel ziehen
in Gefilde fern von hier,
möcht‘ ich gerne mit entfliehen
folgen diesem Drang in mir.
Wie Posaunen tönt‘s von weitem
wenn des Kranichs Ruf erschallt,
könnt’ ich doch den Flug begleiten,
schweben über Feld und Wald.
Reihen ein mich in die Kette
der graziösen Vogelschar,
ach, ich wünschte mir, ich hätte
ein geschwungnes Flügelpaar.
Kehrt’ ich doch im Frühjahr wieder,
wenn aus Fernweh Sehnsucht wird,
schwebte dann zu dir hernieder
weil mein Herz mich zu dir führt.

Josef Festing
Nicht vergebens

Ein Blatt fällt sanft zur Erde,
getrennt von Baum und Ast,
trägt in sich all die Schwere,
des Lebens ganze Last.
Benetzt vom Tau der Jugend,
im Frühling knospenzart,
vom Sommerwind gewogen,
in kahlem Frost erstarrt.
Verflogen sind die Farben,
einst grün, dann leuchtend rot,
verwelkt nun, abgestorben,
aschfahl, verblichen, tot.
Doch nährt den Baum des Lebens
ein jedes kleine Blatt,
nicht eines fiel vergebens
jemals von ihm herab.

Hannelore Furch
Heimatlos

Eines Tages ging ich
durch ein Tor einfach fort
in die rettende Welt meiner Träume,
und die Welt empfing mich
hell im Sonnenschein dort,
und es glänzten und blühten die Bäume.

Doch die Blüten hingen
spitz als Eiszapfen dran,
helle Sonne als Blendung dahinter,
hoch von oben fingen
laut Beschimpfungen an
und es blitzte im frostigen Winter.

Wieder heimwärts trieb's mich
jetzt zurück durch das Tor,
wieder glänzten und blühten die Bäume,
doch Soldaten sah ich,
und sie stürmten hervor
und zerschossen mir Blüten und Träume. 

 

Hannelore Furch
Alltagskrieg

Nicht nur in der Kneipe
ärgern mich die Leute
mit ihrem eigenen Kopf,
zu Hause macht der Computer
aus meinen Buchstaben,
von den Bierdeckeln abgeguckt,
Striche und Querstriche
und nach diesem Streich
will er unbedingt
nicht an Hilla schreiben,
sondern an Hilda.

Dann rächt sich auch noch
der tote Ochse
für sein missbrauchtes Leben,
sodass ich mir an seinem Fleisch
die Zähne ausbeiße.

Mein Blick sucht Frieden
und ruht auf der Fensterbank.
Doch die Topf-Myrte
spießt mir trotz Fürsorge
und täglicher Wassergabe
ihre trockenen kleinen
spitzen Lanzen entgegen.

Was soll dieser Alltagskrieg!
Ich sage es noch einmal:
Frieden will ich, 
nichts als Frieden!
Harmoniesüchtig schaue ich
hinaus in den Garten.

Er zeigt mir einen Vogel.

Elke Bräunling
Das Gedicht von der Zeit

Die Zeit rast schnell und sie rast weit,
zu Pausen hat sie keine Zeit.
„Schnell! Schnell! Los! Los!“, raunt sie dir zu
im steten Takt und immerzu.
Los! Los! Sie nimmt dich an der Hand
und zieht dich mit am Zeitenband
auf ihrem Weg durch Tag und Nacht
und du eilst mit. Die Zeit, die lacht.
Doch bleibe einfach auch mal stehn.
Du siehst, die Zeit wird weiter gehn
und doch holt sie dich wieder ein.
Stets wird sie dein Begleiter sein.
So wandert ihr durch Raum und Zeit
in allvertrauter Zweisamkeit.

Regina Fouqué
Tanz

Wir haben den Tanz
im Wind
vergessen,
die Sonnenaufgänge
am Meer.

Wir verloren,
unsere Spuren
im Sand,
den Schlüssel
zu unseren
Zärtlichkeiten.

Ingrid Baumgart-Fütterer
Vergissmeinnicht

Im Poesiealbum überdauert
auf vergilbten Seiten
seit sechs Jahrzehnten
ein Spruch von der Mutter,
voller Mut und Zuversicht,
handgeschrieben
mit blauer, nun verblasster Tinte
und reich verziert mit
gepressten Vergissmeinnicht,
Zeugen der Vergangenheit,
als unsere Welt
noch in Ordnung war
und die Zukunft rosarot
in die Gegenwart hinein leuchtete.

Ingrid Baumgart-Fütterer
Inneres Leuchten

Lebensfreude zieht
den Grauschleier
von deiner Seele,
lässt dein Wesen leuchten
wie bunte Schmetterlinge,
die deinem Dasein
Leichtigkeit verleihen
und dich die Einzigartigkeit
deiner Existenz
aus tiefster Seele
spüren lassen.

Eine Frau wandert durch Winterlandschaft
Foto: AlainAudet / pixabay.com

Klaus Enser-Schlag
Vorurteile

Ein Vorurteil klagt grundlos an
denn das ist alles, was es kann…
Die Wahrheit will es gar nicht hören,
die würde es empfindlich stören…

Trägt jeder Türke denn ein Messer
und wissen Deutsche alles besser?
Hat jede Frau ‚nen Geldkomplex
und denken Männer nur an Sex?

Ist jeder Priester pädophil
hat auch der Papst die Hand im Spiel?
Hat dunkle Haut geringen Wert,
ist’s nur bei weißer umgekehrt?

Wer Dir ein Vorurteil anhängt
meist selbst in engen Bahnen denkt…
Das Vorurteil – es ist ein Graus,
und stirbt wohl niemals wirklich aus…

Klaus Enser-Schlag
Stilles Glück

Stille hüllt das Land in Frieden,
Nebelschleier, Märchenwelt,
wo wir uns´re Träume schmieden,
ganz so, wie es uns gefällt…

Wir sind endlich angekommen,
ach, die Sehnsucht währte lang.
Unser Traum ist nun vollkommen,
der vor langer Zeit begann.

Möcht´ den Augenblick bewahren,
ihn mit dir, zu jeder Zeit,
stets in Freude zu erfahren,
bis in alle Ewigkeit.

Wünsche können wahrhaft werden,
wenn wir innig sie erfleh´n.
Und den langen Weg auf Erden
werden wir gemeinsam geh´n.

Serge D.
Jenseits der Menschen

Vielleicht wird es doch einst gelingen.
Vielleicht erst wenn keiner mehr spricht,
wenn Babylons Turmbau zerbricht,
nur Schwalben ins Schwarz sich noch schwingen.

Vielleicht schläft es doch in den Dingen,
das Lied - nur: wir hören es nicht.
Und einst greift ein Baum hoch ins Licht,
die Sonne uns wiederzubringen.

Doch angesichts dessen, wie blind
und fühllos wir heute schon sind,
durch nichts zur Vernunft mehr zu zwingen …

Wir haben das Menschsein verlernt.
Nur jenseits von uns, weit entfernt,
sind Lieder vielleicht noch zu singen.

*In Anlehnung an das Gedicht "Fadensonnen"
von Paul Celan

 

Serge D.
Mei Zeidmaschin
(aus de Häglwerther Säsoneddl)

De Wäid werd se oiwei nomoi darenna:
"Du muaßt am Boi bleim! Schick di, sonst kimmst z'schbäd!
Wer ned des Neiste hod und woaß, is bläd!" -
Mei - soins mi hoid na oan vo gestern nenna;

i laß mi gern vom Boi und Neistn drenna.
I hob sogor sogwasi a Geräd,
a Zeidmaschin, daß d' Zeid fast ned vergähd!
Zeid lassen, sog i, muaß se oaner kenna!

Naa, de Maschin is ned der neiste Schrei -
de gibt’s scho lang und kost nix: Eindritt frei!
Weil - wennsd ders aa vialeicht ned vorschdäin konnst:

des is der Häglwerther Sä, wos sonst!?
Oa Hischaun glangd, oa Denga bloß, wia schee
und schdaad er vor dir liegd - und d' Zeid bleibd schdeh.

Petra Friedel
Am Meer

Der Tag war schön. Von kleinen Booten,
die schwerelos ins Blaue glitten,
am Horizont mit Möwen stritten
um neue Ufer auszuloten,

dringt nicht ein Laut mehr. Ist das Werden
längst in der Dämmerung verklungen.
Was tags im Sonnenlicht gerungen,
will nun besänftigen, sich erden.

Und nichts was war, was ist, was wird,
was streitet, liebt, was kämpft, was irrt,
zieht wellenschlagend noch die Runde.

Im letzten Licht, dem samtenweichen,
lass nun auch uns die Segel streichen
und lauschen: jener blauen Stunde…

Petra Friedel
Traumtau

Manchmal
am Abend
tropft Regen vom Gestern
in meine Träume

glänzt
wie Morgentau auf
dem Kissen

schleicht sich
in meinen Tag...

Landschaft im Allgäu
Foto: Privat

Helga Bauer
Die alte Bank im Park

Die Bank im Park steht lang schon hier
und sie erzählt, sitzt du auf ihr,
mit stark verwittert Planken
von Kraft der Menschen, ihrem Schwanken.

Ich bin bei ihr seit Tagen.

Die Finger streichen übers Holz
dem Freud einst nah, auch Weh und Stolz
und die Lasur der Farbe,
sie hat so manche tiefe Narbe.

Ich hab so viele Fragen.

Der Wind, in Sanftmut warm mich streift,
ist stark im Duft, in Dolden reift
er, lilaschwer im Flieder.
Holunderschnee, er fällt hernieder.

Ich seh’s und kann nichts sagen.

Ein Hauch, er weht in dem Moment,
als weißes Sehnen in mir brennt,
den Schnee mir sommerweit
in meines Lebens Winterzeit.

Ich lass mich heimwärts tragen …



Helga Bauer
Unsere Schritte haben Zeit

Friedvoll ruht der kleine See.

Leise streift der Wind
das Blau des Spiegels
den der Himmel färbt

Margeritenweiß wehen die Wiesen

Und unsere Schritte haben Zeit ...

Jürgen Feger
Elfengold

Ganz tief im Walde, in den Sümpfen,
wo’s weder Pfad noch Wege hat,
gab es mal eine kleine Insel
und auf der Insel eine Stadt.

Es hieß, dort lebten einst die Elfen
in roter, grüner, blauer Pracht,
die tags auf den Gewässern tollten
und prunkvoll glänzten in der Nacht.

Es hieß zudem, laut dieser Sage,
dass jene bunte Elfenschar
froh tanzte, wenn das Gold der Sümpfe
emporstieg, und es Sommer war.

Seither glaubt man, an Fluss und Auen,
wo immer auch Libellen sind,
Teichrosen blühen, weht noch immer
darüber leis’ der Mythe Wind.

Andrea Frühauf
Regen

Wolken dräuen, finden sich im Reigen,
Tief verschleiert steht der junge Wald.
Neues Blattwerk hängt in staub‘gem Schweigen,
Stille liegt der Teich. Es regnet bald.

Wind kommt auf, er zaust den alten Reiher,
Der sich vor dem Welse schlafend stellt,
Zaghaft kräuselt sich der kleine Weiher,
Und ein würzig frischer Vorhang fällt.

Vögel plaudern leise übers Wetter,
Oben, in der Tanne, dicht an dicht.
Warmer Regen netzt die jungen Blätter,
Wäscht der Wiese duftendes Gesicht.

Noch im Gehen streut er auf die Erlen
ein paar Handvoll spiegelblanke Perlen.

Steg ins Meer - Sonnenaufgang
Foto: Pok_Rie / pixabax.com

Michaela Daniel
Kopf hoch

Der zäheste Nebel
die tiefhängendsten Regenwolken
der schwärzeste Himmel
das mächtigste Gewitter
und
die schmerzerfüllendsten Hagelkörner
machen irgendwann am Himmel Platz
für
das schönste Blau
die wohltuendsten Sonnenstrahlen
die schönsten Schäfchenwolken
und
das zauberhafteste Sternenleuchten
das eure Herzen berührt
und
euer Lachen in die Welt trägt

 

Michaela Daniel
wenn ich frisch gemähtes Gras rieche ...

... seh´ich mich als kind durch die wiese tollen
und wußte dass alles gut ist

hab´ich schon tage davor blumen gepflückt
und kitzelte mit grashalmen die grillen aus ihrem versteck

freute mich über milden sommerregen
und sprang in kleine und große pfützen

naschte frische radieschen aus mama´s garten
und stibitzte auch kirschen vom nachbarn

sprang ich über kleine bäche
und sah forellen aufwärts schwimmen

und all das wird wieder lebendig
wenn ich frisch gemähtes gras rieche ...

Ingo Baumgartner
Die Farbe des Farblosen

Auf jegliche Farbe verzichtet der Morgen
trotz strahlender Sonne zum Ende des Febers,
des sonst schon so willigen, selbstlosen Gebers
von kribbelnder Ahnung auf buntfrohe Zeiten.
Gestört scheint das langsame, schrittweise Gleiten
heraus aus der Frostherrschaft grauschwarzer Sorgen.

Der Tag jedoch liefert nur weiße Geschenke
dem Auge, dem wundernden, offenen Staunen.
Er lässt noch die Schneegeister Reifmärchen raunen,
beträufelt mit Zuckerguss nadlige Bäume,
verwebt die Kristalle in Elfenbeinsäume,
sodass man noch lange des Winters gedenke.

Ingrid Herta Drewing
Refugium

So viele Worte
gewechselt,
gesagt, gehört;
immer den wachen Blick,
das geneigte Ohr,
das freundliche Lächeln
bemühend.

Nun
die Frohsinnsmaske
an der Garderobe
abgelegt,
wo das Spiegelgesicht,
müde und grau
dir kurz begegnet
mit kritischem Blick.

Dann
nach erfrischender
Waschung
betrittst du
dein einsames
Rückzugsgebiet
und
erwachst
in der Stille.

Brian
Verwischter Horizont

Nichts nimmst du wahr,
von dem blühenden Morgen
der sich in lockenden
Tönen erhebt.
Verstummt ist der Laut
vergangner Zeiten.
Sandstürme verwehen
die Spuren,
doch es bleibt fern leuchtend
das nachhaltige Licht
der Hoffnung.

Gänseblümchen
Foto: Simone Hainz / pixelio.de

V F 2011
Hand voll Seele II

Wie kannst Du traurig sein? Ich puste Dir gelassen
den Lenz ins Herz hinein. Genießen wir die Zeit
der Nähe, Freund, bewußt! Der Herbst ist nicht mehr weit.
Versiegt Dir auch die Kraft, die Sorgen, sie verblassen

wie Laub im Morgentau. Ich will ins Heute fassen!
Noch tönt der Schwalben Lied. Der Birkenbaum gedeiht.
Drum laß uns fröhlich sein, zur Dankbarkeit bereit.
Wer wagt, der hofft zugleich. Du darfst Dich nicht verpassen!

Nimm meine Hand und schau: Ich mal Dir Heiterblau
ins zweifelnde Gemüt, ins triste Wolkengrau.
Denn Suerte finden wir in Blatt und Kieselstein.

Verweile nicht zu lang im Turm der Theorie.
Dort wohnt die Einsamkeit. Sie raubt Dir Energie.
Ich stupse Dich ins Jetzt. - Wie kannst Du traurig sein?



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