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Herzlich Willkommen

Ausgewählte Gedichte neuzeitlicher Autoren

Im Garten der Lyrik erwarten Sie ausgewählte Gedichte neuzeitlicher Autoren.
 

Ich wünsche allen Lesern viel Freude beim Lesen.

Vögel am See
Foto: pixabay.com
Geranium
Foto: pixabay
Ruderboot am See
Foto: Verena N. /pixelio.de

Autoren der Neuzeit von A - F

Die alte Bank im Park

Die Farbe des ...

Flocken

Jenseits der Menschen

Kopf hoch

Wintereinbruch

Refugium

Adergold

Elfengold

Tritt sacht auf ...

Am Meer

Regen

Alltagskrieg

Unsere Schritte ... 

 

Verwischter Horizont

Mei Zeidmaschin

Wenn ich frisch ...

 

Winterspaziergang

Handvoll Seele II

Wenn Reiher fliegen ...

Tanz

Traumtau

Tagewerk

Heimatlos

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen über mitwirkende Autoren und ihre Werke, wie auch Links zu ihren Internetseiten, findet Ihr in den jeweiligen Autorenlisten:

Autorenliste A - F

Bank im Grünen
Foto: Privat
Sukullente rosafarben
Foto: Peter Grünfelder / pixabay.com
Kleine Wassertreppe zum See
Foto: Tama66 / pixabay.com

Hannelore Furch
Heimatlos

Eines Tages ging ich
durch ein Tor einfach fort
in die rettende Welt meiner Träume,
und die Welt empfing mich
hell im Sonnenschein dort,
und es glänzten und blühten die Bäume.

Doch die Blüten hingen
spitz als Eiszapfen dran,
helle Sonne als Blendung dahinter,
hoch von oben fingen
laut Beschimpfungen an
und es blitzte im frostigen Winter.

Wieder heimwärts trieb's mich
jetzt zurück durch das Tor,
wieder glänzten und blühten die Bäume,
doch Soldaten sah ich,
und sie stürmten hervor
und zerschossen mir Blüten und Träume. 

 

Hannelore Furch
Alltagskrieg

Nicht nur in der Kneipe
ärgern mich die Leute
mit ihrem eigenen Kopf,
zu Hause macht der Computer
aus meinen Buchstaben,
von den Bierdeckeln abgeguckt,
Striche und Querstriche
und nach diesem Streich
will er unbedingt
nicht an Hilla schreiben,
sondern an Hilda.

Dann rächt sich auch noch
der tote Ochse
für sein missbrauchtes Leben,
sodass ich mir an seinem Fleisch
die Zähne ausbeiße.

Mein Blick sucht Frieden
und ruht auf der Fensterbank.
Doch die Topf-Myrte
spießt mir trotz Fürsorge
und täglicher Wassergabe
ihre trockenen kleinen
spitzen Lanzen entgegen.

Was soll dieser Alltagskrieg!
Ich sage es noch einmal:
Frieden will ich, 
nichts als Frieden!
Harmoniesüchtig schaue ich
hinaus in den Garten.

Er zeigt mir einen Vogel.

Regina Fouqué
Tritt sacht auf ...

Tritt
sacht auf
mein Freund
du stehst
auf meinen 
Träumen

dem Morgen
glänzend 
im Licht
von tausend Sonnen
gesäumt von
dunkel samtigen
Himmelsbändern

eile
nicht weiter
mein Freund
die Zukunft
liegt vor
deinen Füßen

bedeckt
von
glitzernd feinem
Sternenstaub

gehüllt
in milden Schein
von endlos vielen Monden

Regina Fouqué
Tanz

Wir haben den Tanz
im Wind
vergessen,
die Sonnenaufgänge
am Meer.

Wir verloren,
unsere Spuren
im Sand,
den Schlüssel
zu unseren
Zärtlichkeiten.

Gänseblümchen
Foto: Simone Hainz / pixelio.de

Ingrid Herta Drewing
Winterspaziergang

Gedämpft sind meine Schritte,
sanft rieselnd fällt der Schnee.
Wie eine stumme Bitte
liegt eiserstarrt der See.

Durch einen Vorhang schreite
ich einsam in der Stille,
empfinde diese Weite
beglückt als Teil der Fülle

Des Lebens, das im Träumen
nun sammelt neue Kraft
und bald in Frühlings Räumen
erneuernd sich erschafft.

Eine Frau wandert durch Winterlandschaft
Foto: AlainAudet / pixabay.com

Ingrid Herta Drewing
Refugium

So viele Worte
gewechselt,
gesagt, gehört;
immer den wachen Blick,
das geneigte Ohr,
das freundliche Lächeln
bemühend.

Nun
die Frohsinnsmaske
an der Garderobe
abgelegt,
wo das Spiegelgesicht,
müde und grau
dir kurz begegnet
mit kritischem Blick.

Dann
nach erfrischender
Waschung
betrittst du
dein einsames
Rückzugsgebiet
und
erwachst
in der Stille.

Angelika Diem
Wintereinbruch

Der Ahorn hat sein Rot verloren
ausgebreitet liegt’s im Schnee,
des Ginkgo Gold ist schon erfroren
in starren Wellen auf dem See.

Der Birke Blätter woll’n nicht lassen
so neigt sich schwer der zarte Ast
und nur die Tanne trägt fast stoisch
die früh gefall’ne weiße  Last.

Seelandschaft - Panorama
Foto: Devanath / pixabay.com

Serge D.
Jenseits der Menschen

Vielleicht wird es doch einst gelingen.
Vielleicht erst wenn keiner mehr spricht,
wenn Babylons Turmbau zerbricht,
nur Schwalben ins Schwarz sich noch schwingen.

Vielleicht schläft es doch in den Dingen,
das Lied - nur: wir hören es nicht.
Und einst greift ein Baum hoch ins Licht,
die Sonne uns wiederzubringen.

Doch angesichts dessen, wie blind
und fühllos wir heute schon sind,
durch nichts zur Vernunft mehr zu zwingen …

Wir haben das Menschsein verlernt.
Nur jenseits von uns, weit entfernt,
sind Lieder vielleicht noch zu singen.

*In Anlehnung an das Gedicht "Fadensonnen"
von Paul Celan

 

Serge D.
Mei Zeidmaschin
(aus de Häglwerther Säsoneddl)

De Wäid werd se oiwei nomoi darenna:
"Du muaßt am Boi bleim! Schick di, sonst kimmst z'schbäd!
Wer ned des Neiste hod und woaß, is bläd!" -
Mei - soins mi hoid na oan vo gestern nenna;

i laß mi gern vom Boi und Neistn drenna.
I hob sogor sogwasi a Geräd,
a Zeidmaschin, daß d' Zeid fast ned vergähd!
Zeid lassen, sog i, muaß se oaner kenna!

Naa, de Maschin is ned der neiste Schrei -
de gibt’s scho lang und kost nix: Eindritt frei!
Weil - wennsd ders aa vialeicht ned vorschdäin konnst:

des is der Häglwerther Sä, wos sonst!?
Oa Hischaun glangd, oa Denga bloß, wia schee
und schdaad er vor dir liegd - und d' Zeid bleibd schdeh.

Petra Friedel
Am Meer

Der Tag war schön. Von kleinen Booten,
die schwerelos ins Blaue glitten,
am Horizont mit Möwen stritten
um neue Ufer auszuloten,

dringt nicht ein Laut mehr. Ist das Werden
längst in der Dämmerung verklungen.
Was tags im Sonnenlicht gerungen,
will nun besänftigen, sich erden.

Und nichts was war, was ist, was wird,
was streitet, liebt, was kämpft, was irrt,
zieht wellenschlagend noch die Runde.

Im letzten Licht, dem samtenweichen,
lass nun auch uns die Segel streichen
und lauschen: jener blauen Stunde…

Petra Friedel
Traumtau

Manchmal
am Abend
tropft Regen vom Gestern
in meine Träume

glänzt
wie Morgentau auf
dem Kissen

schleicht sich
in meinen Tag...

Landschaft im Allgäu
Foto: Privat

Helga Bauer
Die alte Bank im Park

Die Bank im Park steht lang schon hier
und sie erzählt, sitzt du auf ihr,
mit stark verwittert Planken
von Kraft der Menschen, ihrem Schwanken.

Ich bin bei ihr seit Tagen.

Die Finger streichen übers Holz
dem Freud einst nah, auch Weh und Stolz
und die Lasur der Farbe,
sie hat so manche tiefe Narbe.

Ich hab so viele Fragen.

Der Wind, in Sanftmut warm mich streift,
ist stark im Duft, in Dolden reift
er, lilaschwer im Flieder.
Holunderschnee, er fällt hernieder.

Ich seh’s und kann nichts sagen.

Ein Hauch, er weht in dem Moment,
als weißes Sehnen in mir brennt,
den Schnee mir sommerweit
in meines Lebens Winterzeit.

Ich lass mich heimwärts tragen …



Helga Bauer
Unsere Schritte haben Zeit

Friedvoll ruht der kleine See.

Leise streift der Wind
das Blau des Spiegels
den der Himmel färbt

Margeritenweiß wehen die Wiesen

Und unsere Schritte haben Zeit ...

Jürgen Feger
Elfengold

Ganz tief im Walde, in den Sümpfen,
wo’s weder Pfad noch Wege hat,
gab es mal eine kleine Insel
und auf der Insel eine Stadt.

Es hieß, dort lebten einst die Elfen
in roter, grüner, blauer Pracht,
die tags auf den Gewässern tollten
und prunkvoll glänzten in der Nacht.

Es hieß zudem, laut dieser Sage,
dass jene bunte Elfenschar
froh tanzte, wenn das Gold der Sümpfe
emporstieg, und es Sommer war.

Seither glaubt man, an Fluss und Auen,
wo immer auch Libellen sind,
Teichrosen blühen, weht noch immer
darüber leis’ der Mythe Wind.

Jürgen Feger
Wenn Reiher fliegen lernen

Die Reihermama sprach: „Mein Kind!
Es wird nun Zeit, dass du geschwind
das Fliegen lernst, denn alt genug
bist du für deinen ersten Flug!“
Schon brachte sie es auf den Baum
und warf das Kind hinab, doch kaum
war’s in der Luft, flog’s hin und her,
flog’s auf und ab und kreuz und quer,
flog’s wirbelnd, zwirbelnd und wie dumm
ein Dutzend Mal im Kreis herum.
Zum Glück es gingen im Verlauf
des Fluges beide Flügel auf,
sodass, zwar etwas kreidebleich,
es landen konnte, zart und weich,
direkt ins Mamas sichren Schoß...,
...dann reiherte der Kleine los.

Sonnenaufgang am Meer - Wellen, Wolken
Foto: Pok_Rie / pixabax.com
Steg ins Meer - Sonnenaufgang
Foto: Pok_Rie / pixabax.com
Meer - Schäumende Wellen - Sonnenaufgang
Foto: Pok_Rie / pixabax.com

Michaela Daniel
Kopf hoch

Der zäheste Nebel
die tiefhängendsten Regenwolken
der schwärzeste Himmel
das mächtigste Gewitter
und
die schmerzerfüllendsten Hagelkörner
machen irgendwann am Himmel Platz
für
das schönste Blau
die wohltuendsten Sonnenstrahlen
die schönsten Schäfchenwolken
und
das zauberhafteste Sternenleuchten
das eure Herzen berührt
und
euer Lachen in die Welt trägt

 

Michaela Daniel
wenn ich frisch gemähtes Gras rieche ...

... seh´ich mich als kind durch die wiese tollen
und wußte dass alles gut ist

hab´ich schon tage davor blumen gepflückt
und kitzelte mit grashalmen die grillen aus ihrem versteck

freute mich über milden sommerregen
und sprang in kleine und große pfützen

naschte frische radieschen aus mama´s garten
und stibitzte auch kirschen vom nachbarn

sprang ich über kleine bäche
und sah forellen aufwärts schwimmen

und all das wird wieder lebendig
wenn ich frisch gemähtes gras rieche ...

Andrea Frühauf
Tagewerk

Morgens kommt die Katze heim,
sitzt vorm Fenster so allein.
Komm doch rein!

Dabei ist sie rau und nass,
hat im Mäulchen irgendwas!
Was ist das?

Und schon springt sie in das Haus,
lässt die Beute drinnen aus!
Eine Maus!

Diese, weil sie clever ist,
rennt um meine Kohlenkist‘.
So ein Mist!

Wie ein Derwisch springe ich
auf den neuen Küchentisch!
Malerisch!

Händeringend sitz ich hier:
Fang sie doch, du Katzentier!
Rette mir!

Zeige dich, du Mäusezwerg,
störst mein ganzes Tagewerk!
Blöder Zwerg!

Katze greint und tatzt verroht
nach der Maus. Die stellt sich tot.
Welche Not!

Stunden später, gleicher Ort,
gähnt die Katze und geht fort.
Ehrenwort!

Kurtchen kommt dann irgendwann,
nimmt sich der Misere an.
Wie ein Mann!

Bald ist jede Ecke frei;
doch die Maus ist nicht dabei!
Schweinerei!!

Ich bin steif vom Lotussitz,
Kurti stellt die Falle itzt.
Sehr verschmitzt!

Ewig lang währt dann die Nacht;
hab sie wachend zugebracht.
Und mein Kurti?
Lacht!

Katze und Maus
Foto: Andreas Zöllick / pixelio.de

Andrea Frühauf
Regen

Wolken dräuen, finden sich im Reigen,
Tief verschleiert steht der junge Wald.
Neues Blattwerk hängt in staub‘gem Schweigen,
Stille liegt der Teich. Es regnet bald.

Wind kommt auf, er zaust den alten Reiher,
Der sich vor dem Welse schlafend stellt,
Zaghaft kräuselt sich der kleine Weiher,
Und ein würzig frischer Vorhang fällt.

Vögel plaudern leise übers Wetter,
Oben, in der Tanne, dicht an dicht.
Warmer Regen netzt die jungen Blätter,
Wäscht der Wiese duftendes Gesicht.

Noch im Gehen streut er auf die Erlen
ein paar Handvoll spiegelblanke Perlen.

Reiher
Foto: pixabay

Ingo Baumgartner
Die Farbe des Farblosen

Auf jegliche Farbe verzichtet der Morgen
trotz strahlender Sonne zum Ende des Febers,
des sonst schon so willigen, selbstlosen Gebers
von kribbelnder Ahnung auf buntfrohe Zeiten.
Gestört scheint das langsame, schrittweise Gleiten
heraus aus der Frostherrschaft grauschwarzer Sorgen.

Der Tag jedoch liefert nur weiße Geschenke
dem Auge, dem wundernden, offenen Staunen.
Er lässt noch die Schneegeister Reifmärchen raunen,
beträufelt mit Zuckerguss nadlige Bäume,
verwebt die Kristalle in Elfenbeinsäume,
sodass man noch lange des Winters gedenke.

Brian
Verwischter Horizont

Nichts nimmst du wahr,
von dem blühenden Morgen
der sich in lockenden
Tönen erhebt.
Verstummt ist der Laut
vergangner Zeiten.
Sandstürme verwehen
die Spuren,
doch es bleibt fern leuchtend
das nachhaltige Licht
der Hoffnung.

Brian
Flocken

Sanft und weich fallen Flocken,
berühren mein Gesicht,
wie verzaubert
schaue ich empor.
Leise, mit den glitzernden
Sternen,
fliegt meine Sehnsucht
zu dir.

V F 2010
Adergold

Es fiel ein Blatt mir ins Gebet,
septemberraubereift,
wie Adergold, das herbstumweht
Erinnerungen streift.

Ich sog die Silben wie ein Dieb
aus seiner Endlichkeit.
Mir war, als hauchte es: ´Vergib,
es ist zum Abschied Zeit.´

 

V F 2011
Hand voll Seele II

Wie kannst Du traurig sein? Ich puste Dir gelassen
den Lenz ins Herz hinein. Genießen wir die Zeit
der Nähe, Freund, bewußt! Der Herbst ist nicht mehr weit.
Versiegt Dir auch die Kraft, die Sorgen, sie verblassen

wie Laub im Morgentau. Ich will ins Heute fassen!
Noch tönt der Schwalben Lied. Der Birkenbaum gedeiht.
Drum laß uns fröhlich sein, zur Dankbarkeit bereit.
Wer wagt, der hofft zugleich. Du darfst Dich nicht verpassen!

Nimm meine Hand und schau: Ich mal Dir Heiterblau
ins zweifelnde Gemüt, ins triste Wolkengrau.
Denn Suerte finden wir in Blatt und Kieselstein.

Verweile nicht zu lang im Turm der Theorie.
Dort wohnt die Einsamkeit. Sie raubt Dir Energie.
Ich stupse Dich ins Jetzt. - Wie kannst Du traurig sein?

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