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Interessante Gedichte zeitgenössischer Autoren

Weitere interessante Gedichte zeitgenössischer Autoren zu verschiedenen Themenbereichen wie unter anderem Liebesgedichte, kritische Gedichte und Naturlyrik.

Abendstimmung am Meer
Foto: Tabor / pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Veröffentlichung auf dieser Seite zur Verfügung gestellt haben.


Zeitgenössische Autoren von G - J

Eleonore Görges, Ursula Gressmann, Michael Grömping, Helga Grote, Heinz Gropp, 

Brigitte Haase, Christine Hammes, Otmar Heusch, 

Gedichte oben genannter Autoren

Altes Paar
von Otmar Heusch

Am Hafen
von Helga Grote

Aphorismen und Sprüche
von Otmar Heusch

Das Kind und d. alte Dame
von Otmar Heusch

Der alte Mensch
von Christine Hammes

Der kleine "Mutmacher"
von Otmar Heusch

Der kluge Narr
von Ottmar Heusch

Eine Liebesgeschichte
von Christine Hammes

 

Gleichgewicht
von Ottmar Heusch

Höhlen sind ...
von Heinz Gropp

Ich habe einen Traum
von Heinz Gropp

ineinander schweben
von Michael Grömping

Inspiration
von Ottmar Heusch

Kinderhände
von Ottmar Heusch

Mein Lied
von Ursula Gressmann

mußestunde
von Michael Grömping

 

 

Sein
von Eleonore Görges

Sprechstunde im Wald
von Helga Grote

Strandspaziergang
von Ursula Gressmann

Wenn Engel weinen
von Brigitte Haase

 

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der jeweiligen Autorenliste zu finden!


Weißer Schwan
Foto: Bruno2181 / pixabay.com

Otmar Heusch
Der kluge Narr

Der Wind singt wispernd Klagelieder
das Wasser brennt auf zarter Zunge
Der Frühling lenzt verdorrten Flieder
die kranke Luft dringt in die Lunge

Des Baches Rinnsal ist geronnen
aus Wasser wurde letztlich Brei
Man hat modernes Netz gesponnen
auch Herrschaftswissen war dabei

Der Wohlstand hat Vernunft gefressen
die gleichviel auch an Kinder denkt
Auch diese Tat wird schnell vergessen
denn Habgier wird von Sucht gelenkt

Und weint der Baum im sauren Winde
und werden Tränen schmerzlich starr
Dann mahnt die Schrift in seiner Rinde
Der Mensch war klug, doch auch ein Narr

Otmar Heusch
Kinderhände

Sieh dort die kleinen Kinderhände
die greifen nach der großen Welt
Vom Geist gesteuert ohne Wände
der Globus wird zum kleinen Zelt

Sie tasten lustig nach dem Neuen
und nicht gezielt nach altbewährt
und lassen Kinderherzen freuen
wenn Neugier den Erfolg erfährt

Sie sind so weich wie eine Blüte
sie streicheln doch verletzen nie
Die Kinderhand als Wundertüte
für Frieden und viel Harmonie

Michael Grömping
mußestunde

wenn die tage kürzer werden
die grobe arbeit nun getan
ist in kerzenhellen herbergen
von muße mancher angetan

mag es draußen hektisch treiben
hier fließt langsam unsre zeit
können uns dem jetzt zuneigen
in uns wird ́s richtig himmelweit

kein äußres getue und gezwänge
hier miteinander einfach sein
bücher ziehn uns in die fänge
wir ruhen still im lichten heim

trotz angepriesner großaktion
lieb ich im kleinen heute mehr
die ungebetene kontemplation
nährt meine seele wahrhaft mehr

bevor andre meine hülle finden
möcht ich mein wesen selbst erkunden
brauche zeit von dem mich zu entbinden
was die großen zeiger grad umrunden

Michael Grömping
ineinander schweben

es fiel das sonnenlichte
in waldesruh hinein
so traf ein strahl ins dichte
unterholz herein

im strahle tanzte sachte
ein schwarm von fliegen leicht
die sonne drüber lachte
es kitzelte so leicht

die fliegen waren schwebend
ins licht nur ganz vernarrt
ein lebensnetz erwebend
im fluge fast verharrt

so ist es mit der liebe
sie kommt im sonnenglanz
lacht über manche hiebe
durchwebt das leben ganz

Helga Grote
Am Hafen

Sie geht zum Hafen,
Tag für Tag,
steht am Kai,
ihr Blick schweift auf`s offene Meer,
sie hört die Wellen,
die stetig an die Kaimauer plätschern,
Möwen kreischen,
sie saugt die herbe Seeluft ein,
schaut sehnsuchtsvoll
den großen Schiffen nach,
die täglich den Hafen verlassen,
auf`s blaue Meer hinausfahren,
sieht, 
wie sie kleiner und kleiner werden,
bis sie wie Spielzeugschiffchen
hinterm Horizont verschwinden;
mit ihnen auf große Reise gehen,
das ist ihr größter Wunsch......,
ferne Länder sehen......,
einmal die Welt umrunden.........
Lange noch 
hing sie ihren Träumen nach.

Helga Grote
Sprechstunde im Wald

Plagen mich einmal die Sorgen,
drückt mich schwer das Lebensleid,
such ich nicht den Arzt von morgen-
Wald hat immer offene Zeit.

Quält mich Kopfweh, zwickt der Rücken,
spielt der Kopf mir einen Streich,
brauch ich keine bittren Pillen,
Wald wirkt ruhig, sanft und gleich.

Zwischen Buchen, Tann` und Eichen
wartet schon die Therapie:
tiefer Atem, weite Schritte-
Nebenwirkung: keine, nie.

Läuft mein Leben krumm und schief,
fühl ich mich daneben, alt,
hilft ein kurzer Eintrag schon:
“ Heut` Termin bei Doktor Wald.”

Rezept ist einfach: geh nach draußen,
atme Luft in tiefen Zügen,
und nach ein paar stillen Wegen
spürst du: alles wird sich fügen.

Er verlangt kein Wartezimmer,
keine Karte, Honorar,
keine Uhrzeit, keine Nummer-
und ist trotzdem immer da.

Heiler ist er ohnegleichen,
zaubert Frische ins Gesicht,
hilft den Armen wie den Reichen-
nur ins Haus, da kommt er nicht.

Ottmar Heusch
Gleichgewicht

Wer seinem Selbst mal widerspricht
weil es den Vorteil nur begehrt
tut Gutes jenem Gleichgewicht
dass auch ein Wir-Gefühl vermehrt

Doch wird das Wir-Gefühl zu keck
und nimmt Dein Selbst mit Haut und Hirn
dann schieb es schnellstens wieder weg
sonst ziert ein Stempel Deine Stirn

Ottmar Heusch
Inspiration

Der Horizont begrüßt den Sonnenzipfel
und Lärm der Stadt erzählt vom Sein
Die hellen Wolken streifen Felsengipfel
und Trauben werden bald zu Wein

Die bunte Pracht bedeckt das Feld
und Wälder duften frisch und rein
Die Seele äugt die heile Welt
und morgen wird es anders sein.

Brigitte Haase
Wenn Engel weinen

Tränen,die die Engel weinen,
ist Regen, der zur Erde fällt.
Selbst die Sonne kann nicht scheinen,
grau ist auch das Himmelszelt.

Sie beklagen unser Leben,
können es doch nicht versteh'n.
Warum muss es Kriege geben?
diese Welt ist doch so schön.

Doch im Kampf, um Macht und Geld,
sieht die Menschheit dieses nicht.
Kinder hungern in der Welt,
manches gute Herz zerbricht.

Kommt, wir reichen uns die Hände,
lasst die Sonne wieder scheinen.
Machen wir dem Krieg ein Ende,
dann muss auch kein Engel weinen. 

Eleonore Görges
Sein

Und wieder diesen Schein gewahrt
und wieder nicht das Sein gewagt;
da sind Riegel vor den Herzen,
damit die Liebe keiner spürt,
da sind Mauern um die Seelen,
damit die Narben keiner sieht.
Oh öffnet Tür’n und Tore,
legt Riegel ab, reißt Mauern ein
und lasset Liebe strömen,
befreit von Sehnsucht scheues Sein.

Otmar Heusch
Aphorismen und Sprüche

* Die Akzeptanz der eigenen Lebenssituation und die Übernahme der Verantwortung für diese, 
sind Feder und Tinte zur Selbstbestimmung.

* Ehrlichkeit und Toleranz sind die Hosenträger der Freundschaft.

* Die Hoffnung bittet oft um die Inkonsequenz des Unwahrscheinlichen.

* Ich träume wiederholt vom Weltfrieden. Manchmal denke ich, er ist nur eine Armlänge entfernt.

* Das Zeitgeschehen sägt an der Leiter des naiven Optimisten.

* Das Leben ist eine gewaltige Arena in deren Mitte wenige streiten, während die große Mehrheit 
auf den Rängen sitzt und applaudiert oder mit Buhrufen tadelt.

* Wer Ehre durch Ehrlichkeit erzielen möchte, muss sich dem inneren Kampf
stellen zwischen Eigennützigkeit und Faktum.

* Die Schule ist kein Lebensseminar, sondern vermittelt einen Leitfaden
zur Erkenntnis des Möglichen.

* So manchem Herrscher fehlt die Selbstbeherrschung.

Ursula Gressmann
Mein Lied

Ich singe mein Lied
für dich allein
vom Wind
der über die Gräser streicht
und vom Duft
der am Morgen
voll erblühten Rose
vom Wasser des Sees
das sich an der Oberfläche
kräuselt
von den Vogelschwingen
die die Luft bewegen
und von den Steinen
die auf meiner Seele
liegen

Ursula Gressmann
Strandspaziergang

Tiefschwarz ist die Nacht,
Sterne verblassen wie
erlöschende Kerzen.
Der Schrei einer verirrten
Möwe verweht,
irgendwohin,
nirgendwohin.
Ich wandere einsam
dem Wind entgegen, bis
weiß die Schaumkronen
der Wellen in der
Dämmerung leuchten,
und ich lausche
den Geschichten, die
der Wind aus weiter Ferne
mit sich trägt.

Christine Hammes
Der alte Mensch

Wer (er)trägt ihn wenn er eimal schwach geworden
Und letzte Kraft sich in Erinnerung verzieht
Wer schützt ihn vor der lauten wilden Horde
Die ihn bloß als ein Stein im Wege sieht

Wer sieht zurück wenn er mit bangen Schritten
Dem Leben nochmal stolz entschlossen zugetan
Wer hört auf sein verschwindend leises Bitten
Und reicht bestärkend eine feste Hand

Bedeutungslos so fühlt sich heutzutage
Manch alter Mensch wie auf dem Abstellgleis
Ahnt nicht ein Jeder, stellt sich selbst die Frage
Wie es wohl ihm ergehen wird als Greis?

-

-

Christine Hammes
Eine Liebesgeschichte

Der Fluss
An dem wir uns immer trafen
Er erkannte unsere Liebe
Und erzählte davon
Den Fischen
Den Steinen
Den Gräsern
Und den Bäumen
Die es den Wolken zuriefen
Wo die Vögel
Ein Lied für uns sangen
Nur wir -
Wir wussten es nicht
Heute erinnere ich mich

Blütenzweig weiß
Foto: Kerstin M. / pixelio.de

Heinz Gropp
Ich habe einen Traum

Ich habe einen Traum

dass in unserem Land
Tiere wieder artgerecht gehalten werden
und sie niemand um des Profits willen
in enge Käfige sperrt und quält

dass wir Tiere juristisch als „Lebewesen“ anerkennen
und sie nicht mehr als „Sache“ behandeln
dass Tierquälerei nicht mehr als Sachbeschädigung
sondern als Körperverletzung bestraft wird

dass die Schmerzen dieser Tiere
unser Herz erweichen
und wir behutsam und fürsorglich
mit ihnen umgehen
und sie nicht mehr unnötig quälen

Menschenwürde ist im Grundgesetz festgeschrieben
aber auch unsere Tiere haben eine Würde

ich habe einen Traum
dass wir unseren Tieren
die Würde
die wir ihnen geraubt haben
wieder zurückgeben

dass wir Menschen eines Tages
wieder ehrfurchtsvoll mit der Schöpfung umgehen
und so ein Leben wie im Paradies wieder möglich sein wird

-

-

Heinz Gropp
Höhlen sind finster und kalt
- Mein Höhlengleichnis

es gab eine Zeit
wo ich die Schatten an der Wand
zu deuten suchte

es gab eine Zeit
wo es mir wichtig war
was die Leute über mich redeten

es gab eine Zeit
wo mir weltlicher Erfolg und Karriere
noch wichtig waren

aber dann sah ich die Sonne
und ich wusste
dass es außerhalb dieser Welt
noch ein anderes Leben gibt

Ottmar Heusch
Altes Paar

Blicke verfangen sich
n den Reliefs ihrer Gesichter.
Vergangenheit sprießt
aus ihren Gesichtsfalten.
Toleranz und Achtung
sind Atem für Harmonie.
Wertschätzung veredelt
as Seelenlächeln.
Spross des Vertrauens
wuchs aufrecht und himmelweit.
Die Sanduhr hat an
Bedeutung verloren.
Gefühlte Bilder
erzählen trauliche Geschichten
und das Lied der Fantasie
wird zur Hymne des Kommenden.
Der Atem verliert sich in leiser Musik
und Frieden erfüllt den Raum.
Glauben begleitet Sie
auf dem unbekannten Pfad
und hinter ihnen schließt sich
die vorletzte Tür.

Ottmar Heusch
Das Kind und die alte Dame

Alte Frau
warum sind deine Haare
so weiß wie Schnee?

Ich musste meine Haarfarbe
dem Gewesenen überlassen.

Warum hast du
so tiefe Falten im Gesicht?

Ich musste die Spannkraft
meiner Haut
dem Gewesenen überlassen.

Warum ist dein Rücken
so stark nach vorne gebeugt?

Ich musste auch
meine Körperkraft
em Gewesenen überlassen.

Liebe Frau,
warum hast du
auf alle meine Fragen
eine Antwort?

Weil ich meinen Geist
bisher behalten durfte.

Kluge Frau,
ich habe nicht alles verstanden,
aber es war schön mit dir zu reden.

Otmar Heusch
Der kleine "Mutmacher"

Wenn unsre morgendlichen Fragen
das Handeln unerhört blockieren
und wir so schwere Lasten tragen
dass Drang und Mut sich stark genieren

Dann ist es gut daran zu denken
dass manche Fragen die beklemmen
im Tageslauf sich so verrenken
dass wir sie nicht mehr wiederkennen



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