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Interessante Gedichte zeitgenössischer Autoren

Weitere interessante Gedichte zeitgenössischer Autoren zu verschiedenen Themenbereichen wie unter anderem Liebesgedichte, kritische Gedichte und Naturlyrik.

Abendstimmung am Meer
Foto: Tabor / pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Veröffentlichung auf dieser Seite zur Verfügung gestellt haben.


Zeitgenössische Autoren von G - K

Eleonore Görges, Ursula Gressmann, Michael Grömping, Heinz Gropp, 

Brigitte Haase, Christine Hammes, Otmar Heusch, Insulaire, 

Hans Jürgen Kratzer, Maria Kindermann, Manuela I. Kirchberger, Ute Kirchhof, 

Mara Krovecs, Heinz Krüger, Silke Kuba, Helga Kurowski, M. Wolfram Kutzscher

Gedichte oben genannter Autoren

Abschied
von M. Wolfram Kutzscher

Andersrum
von Helga Kurowski

Bild der Jahreszeiten
von Helga Kurowski

Bodenhaftung
von Ute Kirchhof

Das Geschenk
von M. Wolfram Kutzscher

Der alte Mensch
von Christine Hammes

Der kluge Narr
von Ottmar Heusch

Ein Kuss
von Silke Kuba

Eine Liebesgeschichte
von Christine Hammes

Das Ende unserer Träume
von Heinz Krüger

Freiheit
von Manuela I. Kirchberger

Freunde
von Maria Kindermann

Gleichgewicht
von Ottmar Heusch

Glück ist heute ...
von Insulaire

Höhlen sind ...
von Heinz Gropp

Ich habe einen Traum
von Heinz Gropp

Immerschlüssel
von Mara Krovecs

ineinander schweben
von Michael Grömping

Innehalten
von Silke Kuba

Inspiration
von Ottmar Heusch

Keine Gefährten
von Heinz Krüger

Kinderhände
von Ottmar Heusch

Mein Lied
von Ursula Gressmann

mußestunde
von Michael Grömping

 

 

Nächtens
von Ute Kirchhof

Notunterkunft
von Hans Jürgen Kratzer

Sein
von Eleonore Görges

Strandspaziergang
von Ursula Gressmann

Ungerecht
von M. Wolfram Kutzscher

Von Zeiten zw. Zeiten
von Manuela I. Kirchberger

Warum ist die Zitrone ...
von Brigitte Haase

Wenn Engel weinen
von Brigitte Haase

Zufall oder Schicksal
von Maria Kindermann

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!


Helga Kurowski
Andersrum

Im Land mit Namen Andersrum
sind die Gescheiten völlig dumm.
Schon früh am Morgen ist es spät,
wenn Mist auf seinem Gockel kräht.

Was bei uns weit ist, ist dort nah,
was nicht vorhanden, einfach da.
Die Unifarben schimmern scheckig,
selbst Rundes zeigt sich spitz und eckig.

Bei Regen lacht die liebe Sonne,
ganz federleicht wiegt eine Tonne.
Die Nacht ist wie der Tag so blass
und Trockenheit tropft triefend nass.

Im großen Lande Andersrum,
malt man gerade Linien krumm.
Das Falsche ist dort stets goldrichtig,
sogar der Faulste glänzt als tüchtig.

Und ist ein Mensch wie Stroh so dumm,
zieht er in dieses Land gern um,
dort gilt er als perfekt und klug,
denn Lüge ist da kein Betrug.

Nur freuen darf er sich dort nicht,
sonst kommt das Leid im Schwergewicht,
dies sei zur Vorsicht gleich gelehrt,
denn dort ist alles umgekehrt!

-

Helga Kurowski
Das Bild der Jahreszeiten

Ein leeres Blatt, vom Winter weiß,
bemalt Herr Frühling warm, voll Fleiß,
mit Farben aus dem Stift - Etui
und meint: „So hübsch war's Bild noch nie.
Sehr schön ist es und es gefällt
bestimmt der ganzen weiten Welt!“

Drauf kommt Herr Sommer und er denkt:
Jetzt wird von mir der Stift gelenkt!
Das Ding reißt keinen heiß vom Hocker,
hier fehlt noch Farbe und zwar Ocker!
Quatsch wars, was Frühling da erzählte,
durch mich allein wird’s ein Gemälde!

Schon pfeift Herr Herbst sehr kühl herbei,
und spitzt dabei für's Grau den Blei,
kreist vorher drauf noch bunte Tupfen,
sonst wär das Bild zum Haare rupfen,
lobt sich als Künstler hoch in Höhen
und brüstet sich mit starken Böen!

Für gräulich Buntes nie bereit,
kommt rasch Herr Winter angeschneit
und ruft entsetzt: Ach, welch ein Übel,
mein Blatt fiel in den Farben - Kübel!"
Er schimpft die Drei laut wilde Schmierer
und nutzt mit Kälte den Radierer!

***

Ein leeres Blatt, vom Winter weiß ...

Weißer Schwan
Foto: Bruno2181 / pixabay.com

Silke Kuba
Ein Kuss

Lerchen streifen Wolkenherden,
eine Krähe pickt im Feld
und der Ruf des Kuckucks gellt,
bei den Schafen, bei den Pferden.

Siehst du uns im Grase liegen?
Leise plätschert unser Bach.
Hörst du auch mein leises “Ach,
sieh nur, wie die Schwalben fliegen”?

Oder bist du eingeschlafen?
Ich schau auf und weil ich muss,
gebe ich dir einen Kuss,
auf der Wiese, bei den Schafen.

Als wir wieder gehn, uns trollen,
kichern wir im Sonnenschein.
Und ins Lachen mischt sich ein
*hatschi*, ein verirrter Pollen.

-

Silke Kuba
Innehalten

Wenn dich der Tag mit seinen Stunden plagt,
die finstren Sorgen unerträglich sind,
wenn ein Termin den andern hetzt und jagt,
setz dich zu mir und halte ein, mein Kind.

Ich werde dir mit meinem Blätterdach
ein wenig Schatten spenden, ohne Preis.
Zieh deine Schuhe aus am kühlen Bach,
sei wieder Freund in unserm alten Kreis.

Und lausch mit uns dem herrlichen Gesang
der Lerche, die das Blau des Himmels küsst.
Vergiss die Zeit ein paar Minuten lang -
erkenne, wo du Mensch auf Erden bist.

Otmar Heusch
Der kluge Narr

Der Wind singt wispernd Klagelieder
das Wasser brennt auf zarter Zunge
Der Frühling lenzt verdorrten Flieder
die kranke Luft dringt in die Lunge

Des Baches Rinnsal ist geronnen
aus Wasser wurde letztlich Brei
Man hat modernes Netz gesponnen
auch Herrschaftswissen war dabei

Der Wohlstand hat Vernunft gefressen
die gleichviel auch an Kinder denkt
Auch diese Tat wird schnell vergessen
denn Habgier wird von Sucht gelenkt

Und weint der Baum im sauren Winde
und werden Tränen schmerzlich starr
Dann mahnt die Schrift in seiner Rinde
Der Mensch war klug, doch auch ein Narr

Otmar Heusch
Kinderhände

Sieh dort die kleinen Kinderhände
die greifen nach der großen Welt
Vom Geist gesteuert ohne Wände
der Globus wird zum kleinen Zelt

Sie tasten lustig nach dem Neuen
und nicht gezielt nach altbewährt
und lassen Kinderherzen freuen
wenn Neugier den Erfolg erfährt

Sie sind so weich wie eine Blüte
sie streicheln doch verletzen nie
Die Kinderhand als Wundertüte
für Frieden und viel Harmonie

Heinz Krüger
Keine Gefährten

Verzweiflung und Frohsinn sind keine Gefährten,
die freudig im Garten Geschichten erzähln.
Was diesem die Mächte des Schicksals verwehrten,
kann jenem die sonnigste Laune nicht stehln.

Die nagenden Zweifel zerfressen die Seele,
die jeden zerstört wie den kräftigsten Baum.
Mit stockendem Herzen und trockener Kehle
zerfällt er zum Nichts wie im luftleeren Raum.

Dem Frohsinn hingegen enthüllen sich Ziele,
noch flüchtig und streunend bei wechselndem Wind.
Mit lächelnden Augen und lockerem Spiele
erschließt sich manch Traum einem staunenden Kind.

-

Heinz Krüger
Das Ende unserer Träume

Der Tanz war von so kurzer Dauer
und man zum Vorspiel viel zu müd.
Das Blümchen auf der alten Mauer
war sowieso fast ganz verblüht.

Der Morgen brachte kalte Füße.
Das Mittagsmahl fiel dadurch flach.
Am Abend gab es Regengrüße
und für die Nacht nicht mal ein Dach.

Es waren furchtbar kalte Wochen,
die Landschaft gänzlich grau in grau.
Kein Mensch war da und hat gesprochen.
Nicht einmal eine alte Frau.

Auch Bäume hatten Depressionen.
Die Aktienkurse wurden Staub.
Fast täglich starben Millionen.
Die Menschheit war auf einmal taub.

Das Jammern war kaum noch zu hören.
Dann wurde es allmählich still.
Im Garten spielten noch die Gören.
Und dann verlosch der letzte Grill.

Michael Grömping
mußestunde

wenn die tage kürzer werden
die grobe arbeit nun getan
ist in kerzenhellen herbergen
von muße mancher angetan

mag es draußen hektisch treiben
hier fließt langsam unsre zeit
können uns dem jetzt zuneigen
in uns wird ́s richtig himmelweit

kein äußres getue und gezwänge
hier miteinander einfach sein
bücher ziehn uns in die fänge
wir ruhen still im lichten heim

trotz angepriesner großaktion
lieb ich im kleinen heute mehr
die ungebetene kontemplation
nährt meine seele wahrhaft mehr

bevor andre meine hülle finden
möcht ich mein wesen selbst erkunden
brauche zeit von dem mich zu entbinden
was die großen zeiger grad umrunden

Michael Grömping
ineinander schweben

es fiel das sonnenlichte
in waldesruh hinein
so traf ein strahl ins dichte
unterholz herein

im strahle tanzte sachte
ein schwarm von fliegen leicht
die sonne drüber lachte
es kitzelte so leicht

die fliegen waren schwebend
ins licht nur ganz vernarrt
ein lebensnetz erwebend
im fluge fast verharrt

so ist es mit der liebe
sie kommt im sonnenglanz
lacht über manche hiebe
durchwebt das leben ganz

Ute Kirchhof
Bodenhaftung

Ich spür’ den Boden, rieche ihn,
er duftet herzhaft, fühlt sich weich,
über mir die Wolken ziehn’
und ich fühl mich reich.

Das sind Momente, die ich mag,
ganz verschmolzen mit der Erden,
so sitzen könnt’ ich jeden Tag,
innehalten, ruhiger werden.

Grashüpfer springt und schnarrt ganz laut,
voll Lebenslust und so lebendig!
Ich sitz’ im Gras – Was der sich traut!
Und freu mich überschwänglich.

Manch’ Käfer krabbelt auch vorbei,
versunken ganz in seiner Welt,
er sieht mich nicht, fühlt sich ganz frei,
unter dem weiten Himmelszelt.

Am Rasenende, dort beim Strauch,
da wimmelt’s eifrig hin und her.
Ameisen sind’s – Du kennst sie auch,
es werden stetig mehr!

Welch’ Gleichnis ist dies Schauspiel hier?
- Lebenslust, - mit sich ganz eins…
- und auch fleißig ist das Tier,
und freut sich seines Seins.

Hast Du’s probiert und möglichst oft,
ganz unten sitzen – fühlen, spüren?
Man merkt viel mehr, als man erhofft,
es kann zu Tränen rühren!

Denn von der Erde kommen wir,
und gehn’ zu ihr zurück,
denn Mutter ist sie Dir und mir,
und ich empfind’s als Glück.

Frau am Ufer eines Sees
Foto: Ute Kirchhof
Heuschrecke
Foto: Ute Kirchhof
Käfer
Foto: Ute Kirchhof
Holzsteg am See
Foto: Ute Kirchhof

Ute Kirchhof
Nächtens

Nächtens lag ich manche Stunde
Schon in Morgendämmrung wach,
dachte bis zum Herzensgrunde
über Tod und Leben nach.

Dacht: Welche Kraft und welche Macht,
wirkt im Innersten des Seins?
Wer hat sich „Schicksal“ ausgedacht,
und wer bestimmt gar meins?

Wer hält das ewge Kommen, Gehen,
aller Welten in der Hand?
Und – kann ein Mensch das jemals sehen?
Gedanken rauben den Verstand…

Mein Herz weiß längst, es wird ihn geben,
den, der die ganze Welt umspannt,
bis in die Wurzeln wird er streben,
bis tief in meiner Seele Land.

Es existierte auf der Welt,
nichts – ohne Gottes Wille,
der alles fest zusammenhält,
ich spür’ ihn in der Stille.

Der Morgen kommt, die Sonne scheint,
auf tausend kleine Dinge,
ich merk’, dass meine Seele weint,
dass „Liebe“ mir gelinge.

Nur sie allein reicht tief hinab,
bis ins Atom, in jeden Kern,
und wander ich dereinst ins Grab,
ich weiß, der Herrgott hat mich gern.

-

Regentropfen auf Grashalm
Foto: Ute Kirchhof
Regentropfen auf Grashalmen
Foto: Ute Kirchhof

Mara Krovecs
Immerschlüssel

Ach ich bin solcher Wege oft gegangen
ins Bunt ins Weit ins namenlose Schöne
und hab gehofft dass ich mich so versöhne
mit Traurigkeiten die in mir gefangen

auch führte mich manch Straße in die Tiefe
aus der ich glaubte niemals zu entkommen
und noch von Schmerz und Täuschungen benommen
entzog ich mich und tat als ob ich schliefe

die Sonne stieg die Blumen blühten wilder
Gespinnste rahmten manches Sommerbeet
mein Herz pulsierte oft:“ es ist schon spät“

erst mit den Jahren - die Gedanken milder
hab ich geahnt das Glück ist jetzt und hier
den Schlüssel trug ich immer schon in mir.

Maria Kindermann
Freunde

Wahre Freunde sind ein Segen,
meinen kann ich blind vertraun.
Sie begleiten mich durchs Leben,
dürfen bis ins Herz mir schaun.
Freunde sind die besten Tröster,
hab' ich Sorgen oder Not.
Niemals lassen sie mich hängen,
Wahre Freundschaft – bis zum Tod.
Auch die Tränen darf ich zeigen,
noch nie lachten sie mich aus.
Freunde halfen mir so oft schon
aus manch tiefem Tal heraus.
Freunde haben offne Ohren,
mitten in der Nacht
und an allen Tagen.
Ohne sie wär ich verloren.
Danke will ich ihnen sagen.

Maria Kindermann
Zufall oder Schicksal?

Was ist Zufall, was ist Schicksal,
hast du dich schon oft gefragt
und wo endet unser Leben?
Keiner dir die Antwort sagt.

Gibt es irgendwo ein Jenseits,
wo wir uns einst wieder sehn?
Lohnt es sich an Gott zu glauben 
wer lässt so viel Leid geschehn?

Garten Eden ist verschlossen –
ist unendlich weit von hier,
wir sind auf den falschen Wegen,
finden nicht die Eingangstür.

Doch die Antwort auf die Fragen,
die weiß einer ganz allein
und solang wir an ihm zweifeln,
wird es sein Geheimnis sein.

Erst wenn wir ihm blind vertrauen,
an ihn glauben und verstehn –
wird er uns die Türen öffnen,
lässt uns in den Himmel sehn!

Ottmar Heusch
Gleichgewicht

Wer seinem Selbst mal widerspricht
weil es den Vorteil nur begehrt
tut Gutes jenem Gleichgewicht
dass auch ein Wir-Gefühl vermehrt

Doch wird das Wir-Gefühl zu keck
und nimmt Dein Selbst mit Haut und Hirn
dann schieb es schnellstens wieder weg
sonst ziert ein Stempel Deine Stirn

Ottmar Heusch
Inspiration

Der Horizont begrüßt den Sonnenzipfel
und Lärm der Stadt erzählt vom Sein
Die hellen Wolken streifen Felsengipfel
und Trauben werden bald zu Wein

Die bunte Pracht bedeckt das Feld
und Wälder duften frisch und rein
Die Seele äugt die heile Welt
und morgen wird es anders sein.

Manuela Ina Kirchberger
Freiheit

Gefühle mögen
zerbrechlich sein,

wie manche Gedanken
im Wind
sich neue Wege
suchen,

doch Liebe
wirkt über all das
weit hinaus

und letztendlich
liegt es an uns,

wie wir uns selbst
und die Welt dadurch
erfahren mögen.

Frauengestalt im Gegenlicht
Foto: Manuela Ina Kirchberger

Manuela Ina Kirchberger
Von Zeiten zwischen den Zeiten

Manchmal ist
dieses leise Gefühl,
das erzählt
von Zeiten zwischen
den Zeiten.

Uhren halten ihre Zeiger fest
oder verlaufen sich
im Augenblick.

Ein Meer von
Ahnung und
Ahnungslosigkeit.

...

Und auf goldenen Wiesen
perlen einfach
Träume
aus sich heraus,

um das andere Gesicht
der Sonne zu zeigen.

Weiße
Blütenblätter
fallen
wie
Regenbogentropfen,

benetzen
diesen einen
köstlichen
Moment
mit der Tiefe
ihrer Tränen,

um den perlenleisen Pfaden
in die Unendlichkeit
des Fühlens
zu folgen.

M. Wolfram Kutzscher
Das Geschenk

Ein Buch im Handel schnell erworben,
von mir mit viel Liebe schön verpackt,
Essbares wäre schnell verdorben,
so begann der Reise erster Akt.

Zunächst bekam es Oma Frieda,
die es gleich liebevoll verstaute,
aber dann, nach der Freundin Ida
erhielt es Nachbarin Gertraude.

Diese freute sich und nahm es gleich,
mit in das ferne Buxtehude,
dort steht ein Häuschen mit einem Teich,
das gehört der Cousine Trude.

Doch weil Häuschen viel Arbeit machen,
kommt das Cousinchen nicht zum Lesen,
verpackt es schnell mit andern Sachen
und beschenkt damit ein liebes Wesen.

Diese Fräulein, noch jung an Jahren,
ist verliebt in Seemann Klaus-Dieter,
mit ihm ist das Buch weit gefahren,
Doch dann bekam es mein Vermieter.

Dieser ist ein guter Freund vom Bier,
sitzt deshalb lieber in der Klause.
Und so ist es endlich wieder hier,
seit Weihnachten bei mir zu Hause.

M. Wolfram Kutzscher
Abschied

Du hast gestritten und gelacht,
ein erfülltes langes Leben,
stets das Beste draus gemacht,
du hast uns viel gegeben.

Du kannst uns nicht mehr lenken,
an guten und an schlechten Tagen,
wir werden an dich denken,
in Gedanken dich befragen.

Abschied ist ein leises Wort,
besonders nun für immer.
Für uns bist du doch lang nicht fort,
ob draußen und im Zimmer.

 

 

M. Wolfram Kutzscher
Ungerecht

Man begeht den „Muttertag“
in Sachsen, Bayern und Hessen,
den „Tag der Schraube“ hat man
hierzulande wohl vergessen.

Hansjürgen Katzer
Notunterkunft

Regen prasselt an die Fensterscheibe,
graue Straße glänzt fast menschenleer.
Junger Hund sucht neue Bleibe,
vor dem Bahnhof helles Lichtermeer.

Einsamkeit dringt ihm entgegen,
Bild im Spiegel starrt ihn an.
Abendstunden sind kein Segen,
müde Augen, alter Mann.

Wieder im Asyl gestrandet,
während nächtens Sterne blühen,
friert sein Herz in Eis getaucht.

Stille die ihn wirr umbrandet,
weh nun die Gedanken glühen
und kein Mensch, der ihn noch braucht!

Eleonore Görges
Sein

Und wieder diesen Schein gewahrt
und wieder nicht das Sein gewagt;
da sind Riegel vor den Herzen,
damit die Liebe keiner spürt,
da sind Mauern um die Seelen,
damit die Narben keiner sieht.
Oh öffnet Tür’n und Tore,
legt Riegel ab, reißt Mauern ein
und lasset Liebe strömen,
befreit von Sehnsucht scheues Sein.

-

 

Gänseblümchen
Foto: Simone Hainz / pixelio.de

Insulaire
Glück ist heute, hier und jetzt ...

Liebe Freunde, liebe Leute, -
GLÜCK ist so ein Tag wie heute!
GLÜCK ist, wenn die Sonne strahlt
und der Lenz mit Wärme prahlt.
GLÜCK ist an die zwanzig Grad
und kein Gegenwind am Rad,
wenn ich durch die Gegend sause,
mich in meinem Lachen brause.
GLÜCK ist auch, wird mir wie jetzt
etwas Süßes vorgesetzt
und dazu ein Gläschen Wein.
GAR nichts könnte schöner sein,
als zu denken "Mir geht's gut!",
da MEIN GLÜCK sein Bestes tut.
GLÜCK ist, spür' ich in der Luft
diesen so besond'ren Duft
nach dem Frühling wie grad' eben.
GLÜCK, das heißt: Ich lieb' das Leben!

GLÜCK ist HEUTE, JETZT und HIER.
"GLÜCK, ich bitt' Dich, - bleib' bei mir!"

Ursula Gressmann
Mein Lied

Ich singe mein Lied
für dich allein
vom Wind
der über die Gräser streicht
und vom Duft
der am Morgen
voll erblühten Rose
vom Wasser des Sees
das sich an der Oberfläche
kräuselt
von den Vogelschwingen
die die Luft bewegen
und von den Steinen
die auf meiner Seele
liegen

Ursula Gressmann
Strandspaziergang

Tiefschwarz ist die Nacht,
Sterne verblassen wie
erlöschende Kerzen.
Der Schrei einer verirrten
Möwe verweht,
irgendwohin,
nirgendwohin.
Ich wandere einsam
dem Wind entgegen, bis
weiß die Schaumkronen
der Wellen in der
Dämmerung leuchten,
und ich lausche
den Geschichten, die
der Wind aus weiter Ferne
mit sich trägt.

Christine Hammes
Der alte Mensch

Wer (er)trägt ihn wenn er eimal schwach geworden
Und letzte Kraft sich in Erinnerung verzieht
Wer schützt ihn vor der lauten wilden Horde
Die ihn bloß als ein Stein im Wege sieht

Wer sieht zurück wenn er mit bangen Schritten
Dem Leben nochmal stolz entschlossen zugetan
Wer hört auf sein verschwindend leises Bitten
Und reicht bestärkend eine feste Hand

Bedeutungslos so fühlt sich heutzutage
Manch alter Mensch wie auf dem Abstellgleis
Ahnt nicht ein Jeder, stellt sich selbst die Frage
Wie es wohl ihm ergehen wird als Greis?

-

-

Christine Hammes
Eine Liebesgeschichte

Der Fluss
An dem wir uns immer trafen
Er erkannte unsere Liebe
Und erzählte davon
Den Fischen
Den Steinen
Den Gräsern
Und den Bäumen
Die es den Wolken zuriefen
Wo die Vögel
Ein Lied für uns sangen
Nur wir -
Wir wussten es nicht
Heute erinnere ich mich

Brigitte Haase
Wenn Engel weinen

Tränen,die die Engel weinen,
ist Regen, der zur Erde fällt.
Selbst die Sonne kann nicht scheinen,
grau ist auch das Himmelszelt.

Sie beklagen unser Leben,
können es doch nicht versteh'n.
Warum muss es Kriege geben?
diese Welt ist doch so schön.

Doch im Kampf, um Macht und Geld,
sieht die Menschheit dieses nicht.
Kinder hungern in der Welt,
manches gute Herz zerbricht.

Kommt, wir reichen uns die Hände,
lasst die Sonne wieder scheinen.
Machen wir dem Krieg ein Ende,
dann muss auch kein Engel weinen. 

Brigitte Haase
Warum ist die Zitrone sauer?

Vor langer Zeit im Paradies,
waren alle Früchte süß.
So sprach die Kirsche hoch am Baum,
" mein Aroma ist ein Traum."

Die Himbeere so klein und fein,
wollte noch viel süßer sein.
Da sprach die Mango " hör mir zu,
ich bin viel süßer noch als du."

Da musste die Zitrone lachen,
" was sagt ihr nur für dumme Sachen?
Die süßeste im ganzen Land,
die bin ich, das ist bekannt."

Die Mango die war ganz empört,
sie sprach:"Ich hab mich wohl verhört?
Wer soll dich mögen, dummer Tropf,
mit deiner Beule auf dem Kopf.

Du trägst auch noch ein gelbes Kleid,
du weißt doch, gelb ist nur der Neid.
Betrachte dich doch mal genauer!"
Da wurde die Zitrone sauer.

Heinz Gropp
Ich habe einen Traum

Ich habe einen Traum

dass in unserem Land
Tiere wieder artgerecht gehalten werden
und sie niemand um des Profits willen
in enge Käfige sperrt und quält

dass wir Tiere juristisch als „Lebewesen“ anerkennen
und sie nicht mehr als „Sache“ behandeln
dass Tierquälerei nicht mehr als Sachbeschädigung
sondern als Körperverletzung bestraft wird

dass die Schmerzen dieser Tiere
unser Herz erweichen
und wir behutsam und fürsorglich
mit ihnen umgehen
und sie nicht mehr unnötig quälen

Menschenwürde ist im Grundgesetz festgeschrieben
aber auch unsere Tiere haben eine Würde

ich habe einen Traum
dass wir unseren Tieren
die Würde
die wir ihnen geraubt haben
wieder zurückgeben

dass wir Menschen eines Tages
wieder ehrfurchtsvoll mit der Schöpfung umgehen
und so ein Leben wie im Paradies wieder möglich sein wird

-

-

Heinz Gropp
Höhlen sind finster und kalt
- Mein Höhlengleichnis

es gab eine Zeit
wo ich die Schatten an der Wand
zu deuten suchte

es gab eine Zeit
wo es mir wichtig war
was die Leute über mich redeten

es gab eine Zeit
wo mir weltlicher Erfolg und Karriere
noch wichtig waren

aber dann sah ich die Sonne
und ich wusste
dass es außerhalb dieser Welt
noch ein anderes Leben gibt

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Autorenliste G - K

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