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Herzlich Willkommen

Humorvolle Gedichte neuzeitlicher Autoren

Heitere und humorvolle Gedichte neuzeitlicher Autoren. Texte, die zum Schmunzeln anregen und dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
 

Ich wünsche allen Lesern viel Freude beim Lesen.

Smiley
Foto: alexas_fotos / pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Veröffentlichung auf dieser Seite zur Verfügung gestellt haben.

Anita Menger


Mitwirkende Autoren

Klaus Enser-Schlag, Jürgen Feger, Josef Festing, Andrea Frühauf, Brigitte Haase, 

Insulaire, Helga Kurowski, M. Wolfram Kutzscher, Björn Lindt, Rudi Müller, 

Stefan Pölt, Jürgen Rehm, Paul Rudolf Uhl, Chandrika Wolkenstein

Gedichte oben genannter Autoren

Andersrum
von Helga Kurowski

Arme deutsche Sprache
von Klaus Enser-Schlag

Das Geschenk
von M. Wolfram Kutzscher

Die Paartherapie
von Rudi Müller

Florale Hypochondrie
von Björn Lindt

Frau Meier und ihr Psychologe
von Klaus Enser-Schlag

Freigehege
von Klaus Enser-Schlag

Froschperspektive
von Josef Festing

Glück ist heute ...
von Insulaire

Harzer Quelle
von Jürgen Rehm

 

Innere Werte
von Josef Festing

Promipärchen II
von Stefan Pölt

Selbsterkenntnis ist ...
von Paul Rudolf Uhl

Tagewerk
von Andrea Frühauf

Ungerecht
von M. Wolfram Kutzscher

Verfolgungsjagd
von Stefan Pölt

Warum ist die Zitrone ...
von Brigitte Haase

Wenn Kinder lachen
von Chandrika Wolkenstein

Wenn Reiher fliegen ...
von Jürgen Feger

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der jeweiligen Autorenliste zu finden!


Josef Festing
Innere Werte

Zufrieden macht Frau Känguru
am Abend ihren Beutel zu. 
Eine Häsin hüpft herbei
und hat ein Handtäschchen dabei.
Sie schwenkt es lässig mit der Pfot',
das Teil ist chic und knallerot.
Die Häsin wippt mit ihrem Schwanz
und äußert sich voll Arroganz:
„Dein Beutel ist doch ordinär,
nur so ein Täschchen macht 'was her!“
Es öffnet sich darauf im Nu
der Beutel von dem Känguru.
Frech schaut mit eingeknicktem Ohr
ein junges Känguru hervor
und spricht an seiner Mutter statt:
„Es zählt was man im Beutel hat!“

Josef Festing
Froschperspektive

Im Teich auf einem Rosenblatt
ein Frosch nach Mücken jagt.
vom langen Warten schon ganz matt,
der Hunger an ihm nagt.

Ein kleiner Hund am Ufer steht,
sein Blick ist leicht verwirrt,
genervt er sich im Kreise dreht,
von Mücken wild umschwirrt.

Vom Schicksal fühlt der Frosch nun sich
gar jämmerlich missachtet,
„manch einer hat,“ so denkt er sich,
„das Glück für sich gepachtet!“

Klaus Enser-Schlag
Arme deutsche Sprache

Die deutsche Sprache ist längst „out“,
beim großen Bruder wird geklaut,
damit sich auch der letzte Rest
auf Englisch formulieren lässt.

Als Mann da muss man heut‘ „cool“ sein,
als Frau ein „It-Girl“, ach, wie fein!
Ein „Womanizer“ ist ein Held
der „Girlies“ einfach gut gefällt…

Auf meinen Weg früh ins Büro
trink‘ ich auch nur „Coffee to go“.
Und wenn ich dann mal hungrig bin
lauf‘ ich zum „Fast-Food-Shop“ schnell hin.

Ein großes Fest ist ein „Event“,
dort spielt auch meistens eine „Band“.
Musikkapelle – was ist das?
bringt die auch „Fun“ – Verzeihung – Spaß?

Im schönen nahen Heidelberg
da fühl‘ ich mich als deutscher Zwerg.
Wie David gegen Goliath
in „Uncle Sams“ geliebter Stadt…

In „Jeans“ und „T-Shirt“ lauf‘ ich rum,
in Hemd und Hos‘ fehlt mir der Mumm…
Dem „Freddy“ Schiller würd‘ es schlecht,
und „Johnny“ Goethe? Dem erst recht!

Ich fühl‘ mich „down“ als deutscher Klaus,
ab heut‘ nenn ich mich „Mickey Mouse“!

Klaus Enser-Schlag
Freigehege

Krämerseelen, Miesepeter,
Witzbolde und Leisetreter,
Bordsteinschwalben auf der Lauer,
wüstenrote Häuslebauer.

Trübe Tassen, Schweinepriester,
zähe Brocken, schlaue Biester,
Mauerblümchen, Sahneschnittchen,
Anstands-Wau-Wau, kleine Flittchen.

Paschas, Machos, Chauvinisten,
steile Zähne, Atheisten…
Unsre Welt ist farbenfroh,
wer muss da noch in den Zoo?

Klaus Enser-Schlag
Frau Meier und ihr Psychologe

Frau Meier geht zum Psychologen,
denn sie hat wirklich ein Problem.
Vom Leben fühlt sie sich betrogen,
denn sie wird ständig überseh’n.

„Ich werde immer übergangen,
egal was ich auch sag‘ und tu‘!
Das hat als Kind schon angefangen,
Doktor, was sagen Sie dazu?“

Der Psychologe Doktor Witte
schaut die Patientin nicht mal an.
Dann ruft er laut:“Die nächste, bitte!“
Frau Meier ist echt übel ´dran…

Björn Lindt
Florale Hypochondrie

Schmerzt sie noch ihr Löwenzahn,
der schon seit der Herbstzeit lose?
Sprießt auf ihrem Fuß der Hahn?
Leiden sie an Gürtelrose?

Ist ihr Daumen immer grün?
Blähn sie wie ein Buschwind, Röschen?
Ihnen will oft Unheil blühn?
Sind sie schüchtern wie'n Mimöschen?

Wächst in ihren Lungen Kraut?
Reifen schon die Fingerbeeren?
Ist's ein Veilchen, das da blaut?

Finden ihre Augen Trost,
wenn sie lang ins Wasser linsen?
Ist die Leber gar vermoost?
Sprechen sie gern Wahrheitsbinsen?

Haben sie oft Fieberklee,
oder etwa Nesselfieber?
Tun die Frauenschuhe weh?
Treu sind Männer ihnen lieber?

Neigen sie zu Bärenklau?
Sind sie gar ein Lippenblütler?
Schwitzen sie denn Sonnentau,
oder sind sie Sonnenhütler?

Wächst bei ihnen Frauenhaar?
Wolfsmilch strömt aus ihren Zitzen?
Röschen, sie sind höchst agrar,
selbst noch in den Berberitzen!

Hier mein Rat als Spezialist:
Gönnen sie sich mal ein Päuschen!
Helfen kann ein Deflorist.
Klarer Fall von: "Was am Sträußchen"!

Brigitte Haase
Warum ist die Zitrone sauer?

Vor langer Zeit im Paradies,
waren alle Früchte süß.
So sprach die Kirsche hoch am Baum,
" mein Aroma ist ein Traum."

Die Himbeere so klein und fein,
wollte noch viel süßer sein.
Da sprach die Mango " hör mir zu,
ich bin viel süßer noch als du."

Da musste die Zitrone lachen,
" was sagt ihr nur für dumme Sachen?
Die süßeste im ganzen Land,
die bin ich, das ist bekannt."

Die Mango die war ganz empört,
sie sprach:"Ich hab mich wohl verhört?
Wer soll dich mögen, dummer Tropf,
mit deiner Beule auf dem Kopf.

Du trägst auch noch ein gelbes Kleid,
du weißt doch, gelb ist nur der Neid.
Betrachte dich doch mal genauer!"
Da wurde die Zitrone sauer.

Rudi Müller
Die Paartherapie

Im Freundeskreis - so sagt’s ein jeder -
sind sie das ideale Paar.
Kein Streit, kein Krach und kein Gezeter,
sie harmonieren wunderbar.

Man teilt sich Rechte wie auch Pflichten,
vom Küchendienst bis hin ins Bett.
Doch ohne Planung gäb’s mitnichten
ein derart glänzendes Duett.

Trotzdem sind sie nicht ganz zufrieden:
Vielleicht könnt’s noch perfekter sein?
So haben sie sich jüngst entschieden:
Sie geh’n zum Therapeut zu zwei’n.

Es schadet ja nicht, vorzubeugen!
Wie oft hat man bereits gehört,
dass Nichtigkeiten Wirkung zeigen,
wenn man sie nicht beizeiten klärt.

Der Therapeut hieß sie willkommen
und quetschte gleich die beiden aus.
Sie haben’s dankbar angenommen
und öffneten sich freiheraus.

Der Doktor spitzte seine Ohren,
misstraute aber alledem.
Denn trotz beharrlich-sturem Bohren
fand er kein einziges Problem!

Ja, kann’s denn sein, dass die nie streiten?
Dies wär’ für ihn nicht förderlich.
Er forschte nach Befindlichkeiten,
und siehe da: Es lohnte sich!

So trübt Geschnarche beispielsweise
der Dame ihren Schönheitsschlaf.
Und sie? Schon seit der Hochzeitsreise
dünkt sie dem Herrn im Bett zu brav.

„Und Du“, fing sie gleich an zu fauchen,
„verkehrst meist nur als Missionar!
Die Frauen wünschen sich und brauchen
ein etwas breitres Repertoire.“

„Wie soll ich’s denn auch anders machen,
wenn Du mal wieder müde bist?“
Als Antwort schallte lautes Lachen:
„Dies zeigt, wie rücksichtslos er ist!

Vorm Frühstück halb im Schlaf genommen,
hab ich’s zwar meist noch akzeptiert.
Jedoch, zu spät zum Dienst gekommen,
war ich hernach zu Recht frustriert.“

„Da warst Du längst schon überfällig
nach unserem Drei-Monats-Plan!
Ich spürte ja schon unterschwellig,
Dich törnt so gut wie nichts mehr an.“

„Für etwas mehr Gefühlsanwandlung
gebricht’s an Deinem Pflichtumfang:
Kein Vorspiel! Keine Nachbehandlung!
So darbe ich schon jahrelang.“

~ ~ ~

Die Sitzung endet im Desaster.
Dem Seelenschmied ist dies egal,
er kriegt ja schließlich seinen Zaster!
Und was ist heute schon normal?


Smiley
Foto: alexas_fotos / pixabay.com

Stefan Pölt
Promipärchen II

"Die Schriftrollen warn in der Tiefe
der Archäologen-Archive.
Und wenn ich so schaue:
Die hatten 'ne Klaue!"
schimpft Hiero zur Ehefrau Glyphe.

* * *

"Ach wäre ich glücklich und froh
Du würdest im Warmen nicht so
verdammt an mir kleben
dann wäre mein Leben
viel leichter", sprach Hari zu Bo.

* * *

"Wenn ich bloß die Schulden nicht hätte
durch diese bescheuerte Wette!
Jetzt hängt unser Laden
am seidenen Faden."
Sprach Mario zu seiner Nette.

* * *

Die Expedition war ein Fehler.
der Pfad wurde schmäler und schmäler.
"Dein El Salvador
kommt Spanisch mir vor."
Sprach leise die Vene zu Ela.

* * *

"Du schielst mir zu oft nach Dolores.
Drum lehr ich dich erst einmal Mores."
"Das ist doch nur Tratsch
und völliger Quatsch!"
Beruhigt seine Koko der Lores.

Stefan Pölt
Verfolgungsjagd

Sitze wie auf heißen Kohlen
bei einer Verfolgungsjagd.
Kann hier nirgends überholen -
in der Kurve zu gewagt!

Hupe, brülle, zeig den Stinke-
finger Richtung Vordermann,
doch so heftig ich auch blinke,
er bewegt sich nicht rechts ran.

Linkerhand ein steiler Abhang,
rechterhand die Feuerwehr.
Jetzt nur keinen schnellen Abgang,
das wird ungeheuer schwer!

Hintendran ein Helikopter,
wäre der doch endlich weg,
klebt an mir wie ein Bekloppter
bodennah ganz dicht am Heck.

Endlich sind wir angekommen.
Alles steht, ich steige schnell,
noch ganz schwindlig und benommen,
aus dem Kinderkarussell.

Weißes Pferd auf Kinderkarusell
Foto: jackmac34 / pixabay.com

Jürgen Rehm
Harzer Quelle

Es murmelt und plätschert die Quelle so wild,
dass blubbernd gleich Welle auf Welle so quillt.
So silbrig und frisch wie das Helle im Quarz,
so sprudelt und springt hier die Quelle im Harz.
Den Durst man sogleich an der Quelle stillt,
die hier so vergnügt an der Stelle quillt.

M. Wolfram Kutzscher
Ungerecht

Man begeht den „Muttertag“
in Sachsen, Bayern und Hessen,
den „Tag der Schraube“ hat man
hierzulande wohl vergessen.

Paul Rudolf Uhl
Selbsterkenntnis ist...

Ab heute lebe ich gesund:
Ein Fitnessrad fürs Schlafgemach!
Hab täglich vor zu strampeln und
die Pfunde schwinden, nach und nach!

Ich zieh Bilanz vier Wochen drauf:
Am Körper häuft sich Pfund um Pfund...
Ich reg darob mich gar nicht auf,
was mach´ ich falsch – was ist der Grund?

Fast täglich hindert mich was dran:
der inn´re  Schweinehund ist schuld,
der sagt, warum ich grad ´nicht kann,
entschuldigt alles, voller Huld:

Besuch bekommen – keine Zeit...
Ein schlimmes Kopfweh bremset mich...
Und heut´ ist Stammtisch, tut mir leid...
das Fernsehen ist hinderlich...

Helga Kurowski
Andersrum

Im Land mit Namen Andersrum
sind die Gescheiten völlig dumm.
Schon früh am Morgen ist es spät,
wenn Mist auf seinem Gockel kräht.

Was bei uns weit ist, ist dort nah,
was nicht vorhanden, einfach da.
Die Unifarben schimmern scheckig,
selbst Rundes zeigt sich spitz und eckig.

Bei Regen lacht die liebe Sonne,
ganz federleicht wiegt eine Tonne.
Die Nacht ist wie der Tag so blass
und Trockenheit tropft triefend nass.

Im großen Lande Andersrum,
malt man gerade Linien krumm.
Das Falsche ist dort stets goldrichtig,
sogar der Faulste glänzt als tüchtig.

Und ist ein Mensch wie Stroh so dumm,
zieht er in dieses Land gern um,
dort gilt er als perfekt und klug,
denn Lüge ist da kein Betrug.

Nur freuen darf er sich dort nicht,
sonst kommt das Leid im Schwergewicht,
dies sei zur Vorsicht gleich gelehrt,
denn dort ist alles umgekehrt!

M. Wolfram Kutzscher
Das Geschenk

Ein Buch im Handel schnell erworben,
von mir mit viel Liebe schön verpackt,
Essbares wäre schnell verdorben,
so begann der Reise erster Akt.

Zunächst bekam es Oma Frieda,
die es gleich liebevoll verstaute,
aber dann, nach der Freundin Ida
erhielt es Nachbarin Gertraude.

Diese freute sich und nahm es gleich,
mit in das ferne Buxtehude,
dort steht ein Häuschen mit einem Teich,
das gehört der Cousine Trude.

Doch weil Häuschen viel Arbeit machen,
kommt das Cousinchen nicht zum Lesen,
verpackt es schnell mit andern Sachen
und beschenkt damit ein liebes Wesen.

Diese Fräulein, noch jung an Jahren,
ist verliebt in Seemann Klaus-Dieter,
mit ihm ist das Buch weit gefahren,
Doch dann bekam es mein Vermieter.

Dieser ist ein guter Freund vom Bier,
sitzt deshalb lieber in der Klause.
Und so ist es endlich wieder hier,
seit Weihnachten bei mir zu Hause.


Smiley
Foto: alexas_fotos / pixabay.com

Insulaire
Glück ist heute, hier und jetzt ...

Liebe Freunde, liebe Leute, -
GLÜCK ist so ein Tag wie heute!
GLÜCK ist, wenn die Sonne strahlt
und der Lenz mit Wärme prahlt.
GLÜCK ist an die zwanzig Grad
und kein Gegenwind am Rad,
wenn ich durch die Gegend sause,
mich in meinem Lachen brause.
GLÜCK ist auch, wird mir wie jetzt
etwas Süßes vorgesetzt
und dazu ein Gläschen Wein.
GAR nichts könnte schöner sein,
als zu denken "Mir geht's gut!",
da MEIN GLÜCK sein Bestes tut.
GLÜCK ist, spür' ich in der Luft
diesen so besond'ren Duft
nach dem Frühling wie grad' eben.
GLÜCK, das heißt: Ich lieb' das Leben!

GLÜCK ist HEUTE, JETZT und HIER.
"GLÜCK, ich bitt' Dich, - bleib' bei mir!"

Chandrika Wolkenstein
Wenn Kinder lachen

Wenn Kinder lachen, beißt der Tag
in einen grünen Morgen.
Was eben noch im Dunklen lag,
verlernt kurz alle Sorgen.

Ihr Lachen macht die Fenster weit,
die Luft kriegt Sommersprossen.
Ein alter Tisch vergisst die Zeit
und tanzt ganz unverdrossen.

Die Zimmer sind zum Spaß bereit
und öffnen die Verstecke.
Der Ernst zieht aus das steife Kleid
und kriecht aus seiner Ecke.

Dann geht ein Leuchten durch den Raum.
Die Türen haben keine Schlüssel.
Und plötzlich lacht- man glaubt es kaum-
sogar die Suppenschüssel.

Andrea Frühauf
Tagewerk

Morgens kommt die Katze heim,
sitzt vorm Fenster so allein.
Komm doch rein!

Dabei ist sie rau und nass,
hat im Mäulchen irgendwas!
Was ist das?

Und schon springt sie in das Haus,
lässt die Beute drinnen aus!
Eine Maus!

Diese, weil sie clever ist,
rennt um meine Kohlenkist‘.
So ein Mist!

Wie ein Derwisch springe ich
auf den neuen Küchentisch!
Malerisch!

Händeringend sitz ich hier:
Fang sie doch, du Katzentier!
Rette mir!

Zeige dich, du Mäusezwerg,
störst mein ganzes Tagewerk!
Blöder Zwerg!

Katze greint und tatzt verroht
nach der Maus. Die stellt sich tot.
Welche Not!

Stunden später, gleicher Ort,
gähnt die Katze und geht fort.
Ehrenwort!

Kurtchen kommt dann irgendwann,
nimmt sich der Misere an.
Wie ein Mann!

Bald ist jede Ecke frei;
doch die Maus ist nicht dabei!
Schweinerei!!

Ich bin steif vom Lotussitz,
Kurti stellt die Falle itzt.
Sehr verschmitzt!

Ewig lang währt dann die Nacht;
hab sie wachend zugebracht.
Und mein Kurti?
Lacht!

Jürgen Feger
Wenn Reiher fliegen lernen

Die Reihermama sprach: „Mein Kind!
Es wird nun Zeit, dass du geschwind
das Fliegen lernst, denn alt genug
bist du für deinen ersten Flug!“
Schon brachte sie es auf den Baum
und warf das Kind hinab, doch kaum
war’s in der Luft, flog’s hin und her,
flog’s auf und ab und kreuz und quer,
flog’s wirbelnd, zwirbelnd und wie dumm
ein Dutzend Mal im Kreis herum.
Zum Glück es gingen im Verlauf
des Fluges beide Flügel auf,
sodass, zwar etwas kreidebleich,
es landen konnte, zart und weich,
direkt ins Mamas sichren Schoß...,
...dann reiherte der Kleine los.



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