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Gastlyrik - Herbstgedichte

Gastlyrik - Gedanken und Gedichte neuzeitlicher Autoren zur Jahreszeit Herbst.

Bank am See
Foto: pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Jahreszeit Herbst zur Verfügung gestellt haben.


Mitwirkende Autoren

Elke Bräunling, Klaus Enser-Schlag, V. F., Josef Festing, Helga Grote,

Michael Grömping, Birgit Klingebeil, 

Gedichte oben genannter Autoren

Adergold
von V. F.

Der Herbst - mal lustig
von Klaus Enser-Schlag

Ein Augenblick der Stille
von Helga Grote

Ein Bild vom November
von Elke Bräunling

 

 

 

 

 

Herbst - einmal anders
von Helga Grote

Herbsteln
von Birgit Klingebeil

Herbstfreuden
von Birgit Klingebeil

Herbstliebe
von Klaus Enser-Schlag

Herbstzeiten
von Elke Bräunling

hinter´m nebelschleier
von Michael Grömping

Im Wandel
von Birgit Klingebeil

märchenhafter herbst
von Michael Grömping

Novemberblues
von Klaus Enser-Schlag

Spätherbst des Lebens
von Klaus Enser-Schlag

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der jeweiligen Autorenliste zu finden!


Elke Bräunling
Ein Bild vom November

Male ein Bild von dem November.
Neblig ist es und trüb und grau.
Bunte Farben gibt´s nur wenig,
selten siehst du Himmelsblau.

Dicke Jacken musst du malen,
Regenschirme, Sturm und Wind,
Nieselregen, Ofenfeuer,
und davor, da sitzt ein Kind.

Manchmal aber blinkt durchs Dunkel
hier und da und dort ein Licht.
Kinder sind es mit Laternen,
und die stört das Wetter nicht.

Ihnen wird es warm beim Laufen
mit Laternenlichterschein
hell und bunt durch Nebelschleier
strahlt das Licht durchs Fenster ‚rein.

Vergiss es nicht beim Bilder malen.
Der November ist nicht trist,
wenn du fröhlich bist und lächelst,
wenn du guter Laune bist.

Michael Grömping
märchenhafter herbst

es lag ein stiller zauber
über der tiefen nacht
ein jeder schlief so friedlich
keiner ward erwacht

zwerge tappen leise
über wurzelstock und kieselstein
zauberer gehn auf himmelsreise
lassen alles nur verzaubert sein
elfen schweben durch die lüfte
feen hauchen liebesdüfte

und am morgen beim erwachen
zieht ein wundern um die welt
wer konnte das nur alles machen
rundherum ist ́s schön bestellt

blätter tanzen lustig flott
der dachs grüßt aus dem bau
pferde wiehern im galopp
und ein rad schlägt unser pfau
würmchen fangen an zu glühen
regen glitzert ohne mühen

es ging ein stiller zauber
über herbstesnacht hinweg
märchenhaft ist diese welt
alles schwere einfach weg

Josef Festing
Das Eichhörnchen

Ein harter Winter steht bevor,
das Eichhörnchen, nicht faul,
trägt lange Pinsel jetzt am Ohr
und Nüsse stets im Maul.

Als Vorrat gräbt das Tier nun ein
in's Erdreich Nuss um Nuss,
damit es später weder Pein
noch Hunger leiden muss.

So schlummert in der kalten Zeit
manch' Nuss in kühlem Grab,
liegt dort als Notration bereit
und schützt vor'm Hungerstab.

Das Nagetier, obgleich sehr schlau,
es manchmal doch vergisst,
wo in der Erde ganz genau
die Nuss vergraben ist.

Bald sprießt daraus ein neuer Baum,
schon grüßt der holde Lenz,
es gäb' wohl solche Wunder kaum
ohn' Eichhörnchens Demenz!

Josef Festing
Was bleibt

Stolz trägt im Herbst die Hagebutte
rot leuchtend ihre edle Kutte.
Sie präsentiert am Wegesrand
im Sonnenlicht ihr Festgewand.
Im Frühling, fast in gleicher Pose,
war sie erblüht als Heckenrose,
bis sie verlor ihr zartes Kleid,
der Lohn für zu viel Eitelkeit?
Nein, nur verwandelt wie ein Falter,
zeigt wahre Schönheit sie im Alter.
Der Winter naht, leis' fällt der Schnee,
was bleibt, ist Hagebutten-Tee.

Hagebutten
Foto: HeikeSchauz / pixabay.com

Klaus Enser-Schlag
Spätherbst des Lebens

Ich dachte einst, an manchen Tagen,
dass vieles doch so sinnlos sei.
Ich biss mich durch – was nützen Klagen -
und schaufelte mich wieder frei.

Die Zeit verging, in all den Jahren,
erfuhr ich Freude, Glück und Leid
und manch´ heimtückisches Gebaren,
zum Kämpfen war ich stets bereit.

Und nun, im Spätherbst meiner Jahre,
schau´ ich zurück mit mildem Blick.
Im Spiegel grüßen graue Haare,
die Jugend möcht´ ich nicht zurück.

Manch´ Freund ist schon zu früh gegangen,
wie still mich oft die Trauer macht…
Und mit Erinnerung behangen,
verbringe ich so manche Nacht.

Werd´ ich den Winter noch erleben,
von seiner weißen Pracht beseelt?
Ich möchte nach der Hoffnung streben,
auch wenn manch´ Zweifel in mir schwelt...

Klaus Enser-Schlag
Der Herbst mal lustig

Der Sommer rief erschöpft: „Ade!“
nun rieseln Blätter sanft wie Schnee,
mal rot, mal gelb – auch rostig-braun
so mancher geht nun Äpfel klau’n…

Freund Petrus fegt mit eig’ner Hand
die Herbststürme nun übers Land
Kastanien fall’n mir auf den Kopf,
es klingt recht hohl – ich armer Tropf!

Der Zwiebelkuchen schmeckt so fein
und dazu mundet neuer Wein,
denn Federweißer macht uns froh,
so mancher rennt geschwind aufs Klo…

Und Halloween ist auch nicht weit,
dies gibt uns die Gelegenheit
zur schaurig-schönen Spukerei
als Dracula bin ich dabei…

Ach, bunter Herbst, wie bist Du schön!
Im Sturmgebraus spazieren geh’n…
Ich fühl mich frei so wie ein Kind
Drum, lieber Petrus, mach‘ viel Wind!


Herbstlandschaft mit See und Brücke
Foto: pixabay.com

Michael Grömping
hinter´m nebelschleier

die welt ist herbstlich einwattiert
im nebel kühl versunken
der dorfteich mittig hinplaziert
hat buntes laub getrunken

ein glockenschlag der alten uhr
verklingt im nichts zeitlos
menschen tasten suchend nur
entlang der nebelwand sich los

kalte nässe kriecht empor
schwarzes krächzen ahnungsvoll
eisig lange wintertage stehen nun bevor
der teich lauscht still und wehmutsvoll

Birgit Klingebeil
Herbstfreuden

Der Herbst mit seinen bunten Tagen,
an denen die Sonne uns noch wärmt,
lässt unsere Herzen schneller schlagen,
wenn man vom IndianSummer schwärmt.

Es ist ein Brennen und ein Flammen,
strahlend warm zeigt sich uns die Natur.
Und beschwingt lacht man zusammen
auf der Wanderung durch Feld und Flur.

Das triste Graue wird vergessen;
vergnügt genießt man die milde Luft.
Bestaunt die Farben, währenddessen
von fern ein Eichelhäher ruft.

Helga Grote
Herbst - einmal anders

H e r b s t ,
ist nicht nur
Hagel, Sturm und Regen,
Kälte, Unbehagen,

H e r b s t
ist auch Duft
von feuchter Erde,
Moos und Tannennadeln;
vereinzelt schweben letzte Blätter
lautlos von den Bäumen,
am Boden türmen sie sich 
zu kleinen Hügeln auf,
hier und da huscht 
ein Eichhörnchen über den Weg,
auf der Suche nach einem Versteck
für seinen Wintervorrat,
selbst blasse Sonnenstrahlen
fingern noch zaghaft
durch die kahlen Baumwipfel,
wecken noch einmal Erinnerungen
an vergangene Sommertage.

H e r b s t ,
Ruhezeit für alle Lebewesen:
Pflanzen ziehen sich ein,
um für das kommende Frühjahr
Kraft zu tanken,
Tiere bleiben in den
Ställen und Hütten.

H e r b s t,
auch für  Menschen
eine besinnliche Zeit;
wohlige Wärme am  Kamin,
flackerndes Licht der Kerzen,
traute Gemeinsamkeit,
nachdenken.....,
über Vergangenes und Kommendes.

H e r b s t,
diese facettenreiche Jahreszeit,
wenn die Abendsonne
noch einmal den Horizont 
erröten lässt,
bevor dunkle Wolken 
die Oberhand gewinnen:
ich möchte diese Zeit des Jahres
nicht missen!
 

Helga Grote
Ein Augenblick der Stille

Wochen der Hitze sind vorüber,
die Luft beginnt nach Herbst zu duften,
Laub an den Bäumen verfärbt sich,
vom Fluß
kriecht der Morgendunst herauf:
ein Augenblick der Stille,
eins mit der Natur.

Die Strahlen 
der aufgehenden Morgensonne
durchbrechen die Wolkenschlieren,
das bernsteinfarbene Licht
erscheint so alt,
als wollte es noch einmal allen zeigen,
wie gut es wärmen kann,
bevor es den ewigen Rivalen
Nebel, Wind und Regen
weichen muß.

V F 2010
Adergold

Es fiel ein Blatt mir ins Gebet,
septemberraubereift,
wie Adergold, das herbstumweht
Erinnerungen streift.

Ich sog die Silben wie ein Dieb
aus seiner Endlichkeit.
Mir war, als hauchte es: ´Vergib,
es ist zum Abschied Zeit.

Birgit Klingebeil
Im Wandel

Noch lugt die Sonne mild
durch das kunterbunte Laub;
malt ein eindrucksvolles Bild
aus goldenem Feenstaub.

Von schönster Seite flirrt
so der Herbst ein letztes Mal.
Wenn erst Eis und Kälte klirrt,
liegt die Natur im Nebeltal.


Eichhörnchen
Foto: pixabay.com

Birgit Klingebeil
Herbsteln

Langsam schleicht heran,
ein fröhlicher Geselle.
Im Jahreszeiten- Lauf
folgt er an dritter Stelle.

Schon will er wieder uns
seine Hände reichen;
setzt mit bunten Farben
im Laub der Bäume Zeichen.

Die Natur bemalt er,
leicht mit magischer Hand.
Reiche Ernte bringt er
den Bauern auf dem Land.

Blaue Trauben schimmern,
im roten Laub vom Wein.
Beim Lesen sind die Winzer,
im milden Sonnenschein.

Die Sinne küsst der Herbst
den Menschen mit der Pracht,
die aller Orts erstrahlt,
wenn hold die Sonne lacht.

Elke Bräunling
Herbstzeiten

Erntezeiten, Farbenspiele,
Trauben, Nüsse, Äpfel, viele
Früchte auf der Märkte Tische.
Sonnensüße Erntefrische.
Und die Zeit, sie lacht dich an,
bunt, so wie’s der Herbst nur kann.

Silbertage, goldne Zeiten,
Wolkenspiele, Himmelweiten,
Sturmgebraus und Nebeltage,
Nässe, Kälte, Schnupfenplage.
Und die Zeit sucht ihre Zeit
in des Herbstes Endlichkeit.

Herbstgedanken, Duft und Träume.
Rot und gelb ‚blühn‘ nun die Bäume
als des Herbstes Blütenkinder.
Abschiedsfeuer vor dem Winter.
Und die Zeit, sie winkt dir zu.
Herbstesahnung. Herbstesruh.

Klaus Enser-Schlag
Novemberblues

Gespenstisch liegt der Nebel schwer
auf stummen, kahlen Wäldern.
Wie trauert die Natur doch sehr,
verwaiste Stoppelfelder…

Erfroren ist der Blumen Pracht,
der Himmel scheint verhangen,
ein Freund, der mir stets zugelacht,
ist still und leis´ gegangen…

Auch die Natur stirbt langsam hin,
das Jahr ist schnell vergangen.
Nun kommt mir Wehmut in den Sinn
das Zweifeln und das Bangen…

Wo find´ ich Trost in dieser Zeit
des schmerzlichen Gedenkens?
Der Glaube an die Ewigkeit
kann keine Hoffnung schenken.

Klaus Enser-Schlag
Herbstliebe

Hab´ Dank, oh Herbst, für deine Gaben,
den reichen Schatz, den du bescherst.
Bezaubernd leuchten deine Farben,
wenn deine Schönheit wiederkehrt.

Was wir gesät, was wir bereitet
und an Erfahrung mitgebracht,
hat uns zur Reife wohlgeleitet,
mit Glück und Schmerz uns stets bedacht.

Im Herbst erst fand ich deine Liebe,
das Warten hab´ ich nie bereut.
Ich fühlte, wie des Frühlings Triebe
nochmal mein herbstlich´ Herz erfreut´…

Es leuchtet nun in bunten Farben,
was es sich niemals mehr erträumt´,
ich spür´ - trotz mancher tiefen Narben –
wie glücklich es jetzt überschäumt…

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