meine-Festtagsgedichte.de
Herzlich Willkommen

Gastlyrik - Herbstgedichte

Gastlyrik - Gedanken und Gedichte neuzeitlicher Autoren zur Jahreszeit Sommer.

Bank am See
Foto: pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Jahreszeit Herbst zur Verfügung gestellt haben.


Mitwirkende Autoren

Elke Bräunling, V. F., Michael Grömping, Birgit Klingebeil, Björn Lindt, 

Lisa Nicolis, Christina Telker, Chandrika Wolkenstein, Ursula Zeller

Gedichte oben genannter Autoren

Adergold
von V. F.

Blättertanz
von Lisa Nicolis

Das Eichhörnchen
von Ursula Zeller

Dämmerstunde
von Lisa Nicolis

Ein Bild vom November
von Elke Bräunling

Erntedank
von Christina Telker

Es regnet Herbst
von Lisa Nicolis

 

 

 

 

Herbsteln
von Birgit Klingebeil

Herbstfreuden
von Birgit Klingebeil

Herbstgedanken
von Lisa Nicolis

Herbstkanon
von Björn Lindt

Herbstzeiten
von Elke Bräunling

hinter´m nebelschleier
von Michael Grömping

Im Wandel
von Birgit Klingebeil

märchenhafter herbst
von Michael Grömping

Mein Herbst
von Lisa Nicolis

Novemberblues
von Chandrika Wolkenstein

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!


Elke Bräunling
Ein Bild vom November

Male ein Bild von dem November.
Neblig ist es und trüb und grau.
Bunte Farben gibt´s nur wenig,
selten siehst du Himmelsblau.

Dicke Jacken musst du malen,
Regenschirme, Sturm und Wind,
Nieselregen, Ofenfeuer,
und davor, da sitzt ein Kind.

Manchmal aber blinkt durchs Dunkel
hier und da und dort ein Licht.
Kinder sind es mit Laternen,
und die stört das Wetter nicht.

Ihnen wird es warm beim Laufen
mit Laternenlichterschein
hell und bunt durch Nebelschleier
strahlt das Licht durchs Fenster ‚rein.

Vergiss es nicht beim Bilder malen.
Der November ist nicht trist,
wenn du fröhlich bist und lächelst,
wenn du guter Laune bist.

Michael Grömping
märchenhafter herbst

es lag ein stiller zauber
über der tiefen nacht
ein jeder schlief so friedlich
keiner ward erwacht

zwerge tappen leise
über wurzelstock und kieselstein
zauberer gehn auf himmelsreise
lassen alles nur verzaubert sein
elfen schweben durch die lüfte
feen hauchen liebesdüfte

und am morgen beim erwachen
zieht ein wundern um die welt
wer konnte das nur alles machen
rundherum ist ́s schön bestellt

blätter tanzen lustig flott
der dachs grüßt aus dem bau
pferde wiehern im galopp
und ein rad schlägt unser pfau
würmchen fangen an zu glühen
regen glitzert ohne mühen

es ging ein stiller zauber
über herbstesnacht hinweg
märchenhaft ist diese welt
alles schwere einfach weg

Chandrika Wolkenstein
Novemberblues

Der Tag fault heran
wie der dunkle Rest
von etwas,
das vorher Morgen hieß

Er schleicht
bleich
über den knirschend kalten Boden.
Seine Spuren aus Frost
deutet niemand mehr.

Nichts wächst.
Nichts blüht
unter abgestorbenem Licht.
Selbst die Bäume sind
nur Gerippe,
die ins Leere greifen.

Die Kälte legt sich
ins Denken
wie ein stilles Verbluten
von Wärme.
Auch mein inneres Licht
verlöscht
bald
vielleicht.

Birgit Klingebeil
Herbsteln

Langsam schleicht heran,
ein fröhlicher Geselle.
Im Jahreszeiten- Lauf
folgt er an dritter Stelle.

Schon will er wieder uns
seine Hände reichen;
setzt mit bunten Farben
im Laub der Bäume Zeichen.

Die Natur bemalt er,
leicht mit magischer Hand.
Reiche Ernte bringt er
den Bauern auf dem Land.

Blaue Trauben schimmern,
im roten Laub vom Wein.
Beim Lesen sind die Winzer,
im milden Sonnenschein.

Die Sinne küsst der Herbst
den Menschen mit der Pracht,
die aller Orts erstrahlt,
wenn hold die Sonne lacht.

Lisa Nicolis
Herbstgedanken

Heute färbt der Herbst meine Gedanken,
bin ein Stück Natur, bin Busch und Baum,
ich versuch im Wind mal nicht zu wanken,
zupft er auch an meiner Kleider Saum.

Tönt nun golden meiner Stimmung Saiten,
Glücksgefühl für mich zum wohl'gen Preis.
Etwas Farbe will ich doch erstreiten:
für'n Dezember, nur ein wenig Weiß!

Sieh, auf meinen sturmgeformten Zweigen,
flattert bunt mir noch ein müdes Blatt.
Diese Opulenz bleibt mir zu eigen:
trink mich noch am Leben hoffnungssatt.

Christina Telker
Erntedank

Aus kleinen Weizenkörnern,
wächst uns ein gutes Brot.
Wenn Gottes Segen mit uns ist,
dann leiden wir nicht Not.

Er lässt die Ernte reifen,
er lenkt der Sonne Lauf,
er tut dem Tau und Regen,
zurzeit die Pforte auf.

Er schenkt aus seiner Fülle,
auch Trauben uns für Wein,
drum lobt und dankt dem Herren
und lasst uns fröhlich sein.

Lisa Nicolis
Mein Herbst

Dem Rest von Frühling, der im Herzen weilte,
vergilben alle Blätter, trocknen Zweige.
Es neigt das Blühen, das der Sommer streute,
dem Welken zu, das ich mir gern verschweige.

Ich hör in schlummerfreien, kalten Nächten
in meinem Innern wehmutsvolles Klagen,
als wollte sich von unbeugsamen Mächten
mein Ich verzweifelt Gnadenfrist erjagen.

Ich werd dem Herbstwind trockne Blüten streuen
und meiner dürren Zweige gelben Blätter.
Den Sommer lass ich zieh’n, werd nichts bereuen,
und stelle mich den mir vergönnten Wettern.

Ich werde unterm Rauschen meiner Schritte,
im Blätterwirbel, meinen Frühling spüren
und drin im Herzen noch die Sonnenmitte.
Dann öffne ich versöhnt dem Herbst die Türen.

Michael Grömping
hinter´m nebelschleier

die welt ist herbstlich einwattiert
im nebel kühl versunken
der dorfteich mittig hinplaziert
hat buntes laub getrunken

ein glockenschlag der alten uhr
verklingt im nichts zeitlos
menschen tasten suchend nur
entlang der nebelwand sich los

kalte nässe kriecht empor
schwarzes krächzen ahnungsvoll
eisig lange wintertage stehen nun bevor
der teich lauscht still und wehmutsvoll

Lisa Nicolis
Dämmerstunde

Abendmüd gleiten
die letzten Strahlen
ins Land.
Ahnung von Nacht
legt sich
über die Fluren,
umarmend
das Rund der Erde.
Vor meinem Fenster
greifen
die herbstkahlen Bäume
schon illusorisch
nach Sternen.
 


Eichhörnchen
Foto: pixabay.com

Björn Lindt
Herbstkanon

Der Raureif perlt an welken Gräsern.
Myriaden Tropfen glitzern kalt.
Mit Fingern streicht der Morgen gläsern
die Töne aus der Endlichkeit.

Der Wind will dürres Herbstlaub erden.
Ein erstes Blatt verliert den Halt.
Ein Lied ist im Begriff zu werden,
erfindet sich zu Klängen hin.

Aus schweren Wolken fällt die Nässe.
Der Nebel weilt als Trauergast.
Es hallt ein Kanon dumpfer Bässe,
zu dem mein Herz die Takte leiht.

Es hat sich manches Blatt gewendet.
Das letzte pflückt der Sturm vom Ast.
Ich weiß, dass alles Liedsein endet,
selbst ich der Zeit geliehen bin.

Elke Bräunling
Herbstzeiten

Erntezeiten, Farbenspiele,
Trauben, Nüsse, Äpfel, viele
Früchte auf der Märkte Tische.
Sonnensüße Erntefrische.
Und die Zeit, sie lacht dich an,
bunt, so wie’s der Herbst nur kann.

Silbertage, goldne Zeiten,
Wolkenspiele, Himmelweiten,
Sturmgebraus und Nebeltage,
Nässe, Kälte, Schnupfenplage.
Und die Zeit sucht ihre Zeit
in des Herbstes Endlichkeit.

Herbstgedanken, Duft und Träume.
Rot und gelb ‚blühn‘ nun die Bäume
als des Herbstes Blütenkinder.
Abschiedsfeuer vor dem Winter.
Und die Zeit, sie winkt dir zu.
Herbstesahnung. Herbstesruh.

Birgit Klingebeil
Herbstfreuden

Der Herbst mit seinen bunten Tagen,
an denen die Sonne uns noch wärmt,
lässt unsere Herzen schneller schlagen,
wenn man vom IndianSummer schwärmt.

Es ist ein Brennen und ein Flammen,
strahlend warm zeigt sich uns die Natur.
Und beschwingt lacht man zusammen
auf der Wanderung durch Feld und Flur.

Das triste Graue wird vergessen;
vergnügt genießt man die milde Luft.
Bestaunt die Farben, währenddessen
von fern ein Eichelhäher ruft.

Lisa Nicolis
Blättertanz

Da seh ich wehmutsvoll
den bunten Blättern nach,
wie sie der Wind sich holt
und alle Bäume
kühl entkleidet.

Wie sich das Sterben,
das Verderben
im frohen Reigen wiegt;
wie all das rost’ge Rascheln hier
auch keinen Todestanz vollzieht.
Es lebt das Lied
von einem neuen Werden.

Ursula Zeller
Das Eichhörnchen

Der Herbst, er naht in großen Schritten
und hat so seine eignen Sitten.
Die Blätter färben sich ganz bunt,
Kastanien fallen Stund' um Stund'.

Die Sonne leuchtet herbstlich mild,
Eichhörnchen dort führt was im Schild.
Es sucht nach Nüssen tief im Laub
und macht sich dann rasch aus dem Staub,
denn Nachbar's Hund ist plötzlich da,
rechtzeitig Hörnchen ihn noch sah.

Es hat auf Streit gar keine Lust,
auf Nüsse ja, doch ohne Frust!
Der Hund, der trollt sich jetzt weit weg,
Hörnchen kommt wieder, sieht 'ne Schneck'.

Und dort, was blitzt da unterm Baum?
Zwar keine Nuss, doch glänzend braun.
Das Hörnchen jetzt, es flitzt umher,
findet Kastanien immer mehr.

Ein Mädchen kommt und hebt sie auf,
das Hörnchen flitzt den Baum hinauf.
Das Mädchen freut sich, wie ihr seht -
wie die Geschicht' wohl weitergeht...?

V F 2010
Adergold

Es fiel ein Blatt mir ins Gebet,
septemberraubereift,
wie Adergold, das herbstumweht
Erinnerungen streift.

Ich sog die Silben wie ein Dieb
aus seiner Endlichkeit.
Mir war, als hauchte es: ´Vergib,
es ist zum Abschied Zeit.

Birgit Klingebeil
Im Wandel

Noch lugt die Sonne mild
durch das kunterbunte Laub;
malt ein eindrucksvolles Bild
aus goldenem Feenstaub.

Von schönster Seite flirrt
so der Herbst ein letztes Mal.
Wenn erst Eis und Kälte klirrt,
liegt die Natur im Nebeltal.

Lisa Nicolis
Es regnet Herbst

Aus meinem Fenster blick ich in die Kronen
der Bäume, die in meinem Garten wohnen.
'ne Esche neben Ahornbäumen,
im Herbst ein Anblick, gelb und braun, zum Träumen.

Dem Wunder kann ich nie so ganz entgehen,
ich könnt es tausendmal und öfter sehen
und immer werd vor Ehrfurcht ich erschauern,
von Bildern die nur herbsteslange dauern.

Wohl Zauberhände streuen warme Farben
über des Scheidens sonnverhüllten Narben.
Es regnet Herbst in wundervollen Tönen
das sollt mich mit dem Abschiedsschmerz versöhnen.

Bitte beachten:

Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren.

Näheres unter Nutzungsbedingungen!