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Gastlyrik - Sommergedichte

Gastlyrik - Gedanken und Gedichte neuzeitlicher Autoren zur Jahreszeit Sommer.

Palmeninsel im Meer
Foto: Schäferle / pixabay.com

Mein Dank gilt allen mitwirkenden Autoren die mir ihre Gedichte

zur Jahreszeit Sommer zur Verfügung gestellt haben.


Mitwirkende Autoren von A - K

Elke Bräunling, Klaus Enser-Schlag, Josef Festing, Eleonore Görges, Helga Grote,

Hansjürgen Katzer, Birgit Klingebeil, Mara Krovecs, 

Gedichte oben genannter Autoren

Anmut des Sommers
von Birgit Klingbeil

Blütezeit
von Hansjürgen Katzer

Die Hummel
von Josef Festing

Die Wespe
von Josef Festing

Ein verrückter Sommerwettertag
von Elke Bräunling

Elfentanz im Wald
von Elke Bräunling

Hitze
von Josef Festing

Mit etwas Glück
von Josef Festing

Morgengold
von Elke Bräunling

Nebeltau
von Klaus Enser-Schlag

 

 

Sommer - ade
von Helga Grote

Sommerabend
von Klaus Enser-Schlag

Sommer ist´s
von Elke Bräunling

Sommermelodie
von Birgit Klingbeil

Sommerregen, Regensommer
von Elke Bräunling

Sommerregen
von Helga Grote

Tanz im Wind
von Eleonore Görges

Wenn der Sommer leiser wird
von Birgit Klingbeil

Wo Mädchensommer
von Mara Krovecs

 

 

Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der jeweiligen Autorenliste zu finden!


Lisa Nicolis
Julischwüle

Im Mond hat sich ein Stern verfangen,
`ne Wolke sitzt am Schornstein fest.
Im Kirchturm Glocken müd verklangen,
da baut ein Flugzeug jetzt ein Nest.

Ein Leuchten springt aus allen Fenstern,
ein Strahl bricht grad sich das Genick.
Das Martinshorn, beliebt bei Gangstern,
blöckt in die Stille einen Knick.

Die Julinacht ist schweißgebadet,
die Luft steht wassrig ringsherum,
da schwimmt ein Fisch ganz unbeschadet
vorbei. Jetzt wird es mir zu dumm.

Die Nacht steckt feucht in allen Ecken,
`ne Lampe spuckt den Hof voll Licht.
Der Irrwitz spielt mit mir Verstecken,
in diesem surreal'n Gedicht.

Lisa Nicolis
Augustende

Der Sommer, der wie Regen klingt,
der wie Oktober schmeckt,
und den kein Jahr mehr wiederbringt,
hat sein Gesicht versteckt.

Er fließt vorbei im Lebenstal
wie abgetane Zeit
und seine Düfte werden fahl
im Kelch der Ewigkeit.

Am Blätterrand die Farbenspur
schon herbstgolden erscheint,
während ein Teil unsrer Natur
dem Herbst entgegenweint.

Klaus Enser-Schlag
Sommerabend

Das Abendrot küsst Blumenfelder,
sein Zauber ruht still über´m Land.
Der Wind rauscht leise in den Wäldern,
der Abend hebt zum Gruß die Hand.

Wir sind vom Frieden hier umfangen,
den jeder Mensch für sich erfleht.
Und mancher fragt, mit Angst und Bangen,
ob morgen noch sein Glück besteht.

Die Amsel singt zur Abendstunde
ihr kleines Lied, so zart und schön.
Wie tröstend scheint uns ihre Kunde,
mög´ dieser Abend nie vergeh´n!

Vereint im Zauber dieses Friedens
scheint jedes Leid ins Nichts gelegt.
Sei uns dies´ Glück noch lang´ beschieden,
bis dann auch uns´re Stunde schlägt…

Klaus Enser-Schlag
Nebeltau

Nebeltau liegt auf den Feldern,
zaghaft, sanft erwacht der Tag.
Vogelsang klingt aus den Wäldern,
noch ruht alle Müh´ und Plag`.

Sorgen sind wie Schattenwesen,
welche noch verhalten sind,
könnt´ ich doch die Zukunft lesen,
welches Schicksal sie bestimmt.

Blätter säuseln mit dem Winde,
flüstern ihm Geheimes zu,
unser Herz im Stamm der Linde
schützt die Worte „Ich und Du“.

Möchte den Moment bewahren,
der so überirdisch schön,
all die Liebe stets erfahren,
mit der wir durch´s Leben geh´n...

Josef Festing
Hitze

Das T-Shirt klebt an meiner Haut,
Schweiß rinnt mir von der Stirn,
Wärme hat sich angestaut
und drückt auf mein Gehirn.

Grad achtunddreißig Celsius,
die Glieder werden schwer,
ich deshalb ständig schwitzen muss,
wenn's doch bloß kälter wär'.

Der Körper ist ganz ausgelaugt,
die Nacht war schwül und heiß,
ein kühles Bad nur wenig taugt,
schon bald läuft neuer Schweiß.

Zum Stöhnen bringt die Hitze mich,
raubt mir die Energie,
ich glaub', ich hab' n Sonnenstich,
ganz weich sind meine Knie.

Ich döse nur so vor mich hin
und droh' mich zu verlieren,
schon ganz vernebelt ist mein Sinn,
ich wünscht', es würde frieren.

Im Geist nun seh' ich stehen mich
an einer Haltestelle,
vor Frost und Eis erstarre ich,
was für 'ne Kältewelle.

Wie war doch dieser Winter kalt,
wie hab' ich bloß gefroren,
komm bitte nicht zurück so bald,
viel lieber will ich schmoren!

Josef Festing
Die Wespe

Am Kaffeetisch in meinem Garten
muss ich auf sie nicht lange warten.
Ein Stückchen Kuchen ich verzehre,
schon gibt Frau Wespe sich die Ehre.
Erst schwirrt sie 'rum vor meiner Nase,
dann sitzt sie auf dem Rand vom Glase.
Aus meiner Ruhe aufgeweckt,
hat mich dieses Fluginsekt.
Ich wedele mit beiden Händen,
um dieses Schauspiel zu beenden.
Das blöde Biest lässt sich nicht stören,
scheint auch mein Fluchen nicht zu hören.
Sie hat den Kuchen im Visier,
nun meine Fassung ich verlier'.
Mit einer Zeitung in der Hand
steh' ich da ganz angespannt.
Endlich sitzt das Wespentier,
schon schlag ich zu mit dem Papier.
Der Kuchen spritzt mit Wucht zur Seite,
die Wespe sucht sogleich das Weite.
Hinter' m Zaun der Nachbar lacht:
„Das nenn' ich eine Kuchenschlacht!“

Wespe
Foto: Silberfuchs / pixabay.com

Birgit Klingebeil
Wenn der Sommer leiser wird

Neigt der Sommer sich dem Ende
und der Herbst kommt in die Spur,
bringt die Jahreszeiten- Wende
goldenen Glanz in die Natur.

Ein sanftes Licht und milde Luft
liebkosen Herzen und Seelen.
Und auch der reifen Früchte Duft
mag von Harmonie erzählen.

Herbstlich bunte Farben wärmen,
hin gestreut von magischer Hand.
Lassen den Poeten schwärmen
von diesem wonnevollen Band.

Birgit Klingebeil
Anmut des Sommers

Aus zarter Kehle steigt auf ein Klang,
erquickend wie taufrischer Duft.
Hell und rein tönt der Vogelgesang,
klingt glockenklar in milder Luft.

Mit ihrem fröhlichen Tirilieren
versinken die Träume der Nacht.
Sonnenstrahlen golden jubilieren
und ein heiterer Tag erwacht.

Es zwitschert und trällert überall,
vergnüglich sind die Melodien.
Sanft wie Seide umspielt ihr Hall
die Sinne und weckt Fantasien.


Seerose und Frosch
Foto: pixabay.com

Helga Grote
Sommer - ade

Verklungener Klang 
des Sommers,
verstummtes Summen 
der Insekten,
die Kraft der Sonne 
schwächelt,
Zweige der Obstbäume,
entledigt von den Früchten 
des Sommers,
Vorbereitung auf die
kahle Winterzeit.

Gehölze am Wegesrand
verwöhnen uns noch 
mit ihrem Laub:
gelb - orange - und rot;
leuchtende Farbenpracht
allerorts,
etwas ganz Besonderes,
bevor es zu Boden schwebt
und unter unseren  Füßen 
raschelt.

Helga Grote
Sommerregen

Zögerlich fallen Tropfen,
Regentropfen,
große, kleine,
dicke, zarte,

erst sachte,
benetzen kaum die Erde,
dann kräftiger,
die Wolkendecke reißt auf,
es gießt in  Strömen,
es prasselt auf Bäume und Sträucher,
so, als ginge eine gewaltige
Steinlawine darauf nieder,

der Himmel hat auf einmal
seine Wassertore geöffnet,
er schüttet seine Wasserfluten
über das von Hitze geplagte Land,
wie ein Schwamm
saugt der ausgedörrte Boden
das kühle Naß auf,

das Laub der Bäume,
Häuserdächer,
Straßen,
alles glänzt wie frisch gewaschen:
dann brennt die Sonne wieder
erbarmungslos hernieder.

Birgit Klingebeil
Sommermelodie

- Wenn Räder auf Gleisen singen -

Vorbei fliegen Wiesen, Felder und Hänge,
untermalt von sirrender Räder Musik.
Die Natur präsentiert dem Auge in Menge
ein sich beständig änderndes Mosaik.

Heiter stimmt selbst ein Halt auf der Strecke;
sonnengelb aus dem Grün die Goldrute lacht.
Andernorts haben die purpurnen Flecke
eines Storchenschnabels Freude gebracht.

Brombeerhecken stehen in voller Blüte;
eine Straße schlängelt sich zum Horizont.
In der Ferne, wo die Sonne mittags glühte,
ahnt man flirrende Hitze auf breiter Front.

Vorbei geht es auch an manchem Gebäude,
an dem schon lange der Zahn der Zeit nagt.
Und in bunt blühenden Gärten sieht man Leute,
die feiern,
dass gerade die Sonne mit dem Sommer tagt.

Hansjürgen Katzer
Blütezeit

Der Sommer sitzt auf grünem Strauch
der roten Heckenrosen,
die sich im lauen Abendwind,
so zärtlich noch liebkosen.

Aus Blüten dringt ihr herrlich´ Duft,
verzaubert selbst die Bienen,
die gestern noch am Himbeerbusch
ganz glücklich uns erschienen.

So birgt der Juli wie ein Traum,
gar wunderbare Lüste.
Ein Freudenquell, gar immerfort.
Er, der die Rosen küsste.

Eleonore Görges
Tanz im Wind

Ich weiß noch…
damals…
als ich im Sommerwind tanzte ~

er spielte mit meinem Haar
und meiner Seele,
jeder Schritt so leicht,
wie das verliebte Herz,
das nur für dich schlug.

Du trugst mich in den Wind…
seine lauen Lüfte
tragen mich noch heute.


Weißer Schwan
Foto: pixabay.com

Elke Bräunling
Sommer ist´s

Sommer ist’s.
Die Sonne lacht
dem Schatten ins Gesicht.
Sommer ist’s.
Die Welt erwacht
im hellen bunten Licht.

Sommer ist’s.
Die Blumen blühn
mit süßem Blütenduft.
Sommer ist’s.
Der Wald strahlt grün.
Sein Duft würzt klar die Luft.

Sommer ist’s.
Ich juble froh.
Wie schön ist diese Zeit!
Sommer ist’s.
Ich freu‘ mich so,
erfüllt mit Heiterkeit.

Elke Bräunling
Elfentanz im Wald

Elfen tanzen einen Reigen
himmelblau im Sommerwald.
Bienen summen dazu Lieder.
Lausche, schau, wie’s funkelt, hallt!

Und die Käfer spieln die Geigen,
leise, zart die Melodien.
Schmetterlinge flatternd zeigen,
wie sie ihre Kreise ziehn.

Über allem tanzt die Sonne
strahlend hell im Lichterspiel.
Zwischen Blattgrün tänzeln Tänzer
heiter, fröhlich und grazil.

Elfenröckchen sind es, die du
überall hier tanzen siehst.
Rundherum im Sommertanze
alles dreht sich, schimmert, fließt.

Magst du gerne wie die Elfen
in der Sonne fröhlich sein?
Schließ die Augen! Lausch den Liedern!
In den Reigen reih dich ein!

Josef Festing
Die Hummel

Mit Flügeln kurz wie kleine Stummel
schwirrt durch das bunte Blumenbeet
die gelb und schwarz gefärbte Hummel,
tagein, tagaus, von früh bis spät.

Sie sammelt emsig Blütenpollen,
soviel sie transportieren kann
und trägt am Schenkel ihn wie Knollen,
als hätt' sie Pluderhosen an.

Nun landet sie mit ihrer Fracht
auf einer Pomeranze
und prallt dabei ganz unbedacht
auf eine kleine Wanze.

Empört entfleucht das Hummeltier,
die Wanze denkt sich: "Toll,
der Brummer zeigt Respekt vor mir,
hat gar die Hosen voll!"

Elke Bräunling
Morgengold

Zögernd zart und still und leise,
schamhaft, auf bescheidne Weise,
so, als ob er sich noch scheute,
bahnt der Tag den Weg sich heute.

Und die Elfen singen heiter
ihre Träumelieder weiter,
senden sommersüße Düfte
in des Morgens Nebellüfte.

Fröhlich drehn sie sich zum Tanze.
In des Morgengoldes Glanze
schwirren, flirren sie im Grase,
flispern, kichern leis‘ zum Spaße.

Da erwacht hinter den Bäumen
nun die Sonne aus den Träumen.
Gleich macht sie sich auf die Reise …
und im Wald wird’s wieder leise.

Elke Bräunling
Sommerregen, Regensommer

Der Sommer hat sich eingehüllt
in wolkenweiche Decken.
Kein Ruf, kein Laut, kein Beten gar
vermag ihn aufzuwecken.

Die Sonne denkt: ‚Was hat er vor?
Soll ich ihn nicht besuchen?
Lässt er mich vor dem Wolkentor
noch lange nach ihm suchen?‘

Sie fragt nicht lang, denn sie ist müd‘,
hat wenig Lust zum Scheinen.
Das Warten geht ihr auf den Keks.
Die Menschen unten weinen.

Die Wolken weinen fröhlich mit
Ihr Kleid ist grau im Regen.
Für Sommerfreunde ist’s ein Fluch,
für andere ein Segen.

Was soll das werden, fragst du dich?
Wo wird dies Spiel denn enden?
Am besten spielst du’s einfach mit.
Du kannst das Blatt noch wenden,

und darfst gern guter Dinge sein,
dem Tag ein Lächeln schenken.
Ist auch das Wetter noch so trist,
braucht keiner mehr dran denken.

Bläuling auf gelber Blüte
Foto: fotopirat / pixabay.com

Josef Festing
Mit etwas Glück

In einer lauen Sommernacht,
es riecht nach frischem Heu,
sind Käfer aus dem Schlaf erwacht,
schwarzbraun und ziemlich scheu.
Sie funkeln mit dem Hinterleib,
betörend wirkt das Licht,
lockt an so manches Käferweib,
mehr Werbung braucht es nicht!
Ein flotter Käfer ist das Tier,
Glühwürmchen wird's genannt,
es glüht sehr heftig beim Pläsier,
noch nie ist eins verbrannt!
Wie einfach ist das Liebesspiel
doch meist in der Natur,
der Mensch kommt selten so zum Ziel
und wenn, mit Mühe nur.
Doch ist das Feuer erst entfacht
und strahlt in hellem Schimmer,
glüht's nicht nur eine Sommernacht,
mit etwas Glück für immer!

Elke Bräunling
Ein verrückter Sommerwettertag

Vorhang auf, die Sonne scheint,
die Luft ist frisch und klar.
Schnell!
Vorhang zu, der Himmel weint,
die Wolken sind nun da.
Auf und zu, mal hell, mal nass,
was für ein Sommertag ist das?
Das Wetter tanzt den Narrentanz
mit Regengrau und Sonnenglanz.
Am besten ist’s, wir tanzen mit,
denn das macht Spaß und hält auch fit.

Mara Krovecs
Wo die Mädchensommer wohnen

Wer fing die meisten Wolken
 im Schaukeln
wenn die Haare flogen
aus dem Engelsozean
auf des Königs Wiesen
rauf und runter
immer höher
bis wir schrieen:
„Spring“!

zwei Ranzen
wie verheiratet
in der Sandkiste
der Himmel blau
und blau
und blau
wie nass
aus dem Tuschkasten
gepinselt

weiße Söckchen
in flinken
fliegenden
Sandalen
über und zwischen und unter
dem Gummitwist
wenn unsere Beine wirbelten
tanzten unsere Zöpfe
Cha Cha Cha
dann
wenn die lichtspuckende Sonne
funkelte
auf die Himbeerdrops
zwischen
unseren Wackelzähnen
und wir schwatzten
und schwatzten
und schwatzten

sommerendloses
Trödeln
auf dem Heimweg
und Schnecken sammeln
zwischen den Gräsern
wie wilde Beeren
den frechen Jungen
hinter dem Zaun
die Zunge ausgestreckt

mit niemandem konnte ich
so geheimnisvoll flüstern
wie mit dir

Sauerampfer
in klebrigen Händen
sahen wir
die dunklen Wolken nicht
die Blitze und Donner
wie Konfetti warfen?
unsere Antwort war Kreischen
und Rennen
und Lachen
Hand in Hand
segelten wir
über die Wiese
über die Straßen
zwischen die Blöcke hindurch
nach Hause
Sommerregen
steckte uns in schauertrinkende
Sandalen
am Ende von storchdünnen
Mädchenbeinen
schnatternde Himbeermünder
und Blumenkränze
im Haar.
aus rotem Klee.

Mädchensommer
Kribbeln in meinen Füßen
denn da spüre ich sie immer noch
direkt unter der Fußsohle
das weiche Gras
voller Sonne
und das Hüpfen
in den Sandalen
hinein
Beine gegrätscht
und zurück
nach außen gesprungen
das Gummi drehend umschlungen
und raus.

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