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Weihnachtsmotiv Winterliche Landschaft - Beleuchtetes Haus -  Heller Stern
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Möwe
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Christina Telker
Der Wunschzettel

Schon seit einigen Tagen lag ein leeres Blatt auf Katjas Schreibtisch, das sie vorwurfsvoll ansah, in der Hoffnung endlich mit Wünschen gefüllt zu werden.  Heute hatte sie sich etwas Zeit genommen um ihren Lieben den Gefallen zu tun. Ein Wunschzettel sollte es werden.

Katja brühte sich einen Kaffee, holte sich aus der Weihnachtsdose ein paar Plätzchen und stellte den Player an mit adventlicher Musik. In dieser Stimmung musste es doch einfach etwas werden. Bereits Mitte November hatte ihre Familie, ihr diesen Zettel auf den Frühstückstisch gelegt. Susen, ihre Jüngste, verzierte ihn sogar mit einem Tannenzweig. Also ganz leer war er nicht. Übermorgen war der zweite Advent. Langsam wurden die Kinder und ihr Mann ungeduldig und sahen sie strafend an. Sie hatten ja recht, denn für den Rest der Familie waren alle Weihnachtsgeschenke längst besorgt und hübsch verpackt. Katja liebte es gar nicht sich in letzter Minute in den Einkaufstrubel zu stürzen.

Als sie so da saß und der Musik lauschte, wanderten ihre Gedanken zurück in die Kindheit. Mit welcher Freude hatte sie damals den Wunschzettel geschrieben und ihn Knecht Ruprecht auf die Fensterbank gelegt, mit einer Möhre für seinen treuen Esel. Er würde diesen dann schon dem Christkind bringen. Katja gedachte an die kleinen Überraschungen mit denen ihre Eltern es verstanden hatten die Adventszeit zu schmücken. Es war eine arme Zeit, man hatte kaum das Nötigste, aber Herzenswärme, die hatte man sich erhalten.

Wieder schaute die junge Frau ihren leeren Wunschzettel an. Was sollte sie sich nur wünschen, wozu eigentlich? Man hatte doch alles und wenn sie einen Wunsch hatte, konnte sie sich diesen sofort selbst erfüllen. Warum zu Weihnachten extra Geld ausgeben? Das wollte sie eigentlich gar nicht. So grübelte sie vor sich hin.

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Plötzlich kam ihr eine Idee, ein Tag so ganz in Familie, so ganz ohne Störung, das wäre etwas Schönes, wie lange hatten sie sich das nicht mehr gegönnt. Damals als die Kinder klein waren, war es etwas anderes, aber heute… Ihre Großen gingen ihre eigenen Wege, nur das Nesthäkchen war noch um sie herum, aber es gestaltete sich auch den Tag nach seinen Wünschen. In ihren ersten Ehejahren hatte Jochen sie auch ab und zu bekocht. Er konnte gut kochen, hatte es sich aber im Laufe der Jahre abgewöhnt. Das wäre etwas, dachte Katja wieder, ein Tag ohne jede Störung von außen nur in Familie.

So nahm sie den Stift zur Hand und schrieb, ich wünsche mir:

Der erste Feiertag ist Familientag!

Karen bereitet zu acht Uhr ein festliches Frühstück.

Paula übernimmt die Planung für den Spaziergang nach dem Frühstück, den die ganze Familie gemeinsam unternimmt.

Jochen kocht das Weihnachtsmenü

Susen bereitet den Spielenachmittag vor

Als Katja am Abend der Familie den Wunschzettel hinlegte staunten sie nicht schlecht. „Aber Mutti wir wollten dir etwas schenken“ oder „Muss das sein, ich habe mich schon mit meinen Freunden verabredet“, waren Sätze die Katja zu hören bekam. Desto näher das Weihnachtsfest rückte, desto ruhiger und ausgeglichener wurde ihre Familie. Jochen freute sich aus kochen, Paula war mit Begeisterung bei der Planung des Vormittags und ihr Jüngster hatte bereits seine alten Spiele hervorgeholt, die keiner mehr ansah in letzter Zeit und freute sich schon auf den Nachmittag.

Als die Familie am ersten Feiertag beim Abendbrot saß, das Katja liebevoll zubereitet hatte, waren alle voll Lobes über diesen Tag. „Das war der beste Wunschzettel, den du seit Jahren geschrieben hast“, stellten sie einmütig fest.

 

Christina Telker
Tim und der Weihnachtsstern

In der Vorweihnachtszeit sind alle Kinder ganz besonders aufgeregt. Das war vor hundert Jahren so und ist bis heute noch so geblieben.

Tim ging es genauso. Jeden Abend, wenn er in seinem Bettchen lag, fragte er sich, ob es den Weihnachtsstern wirklich gibt.

Vor zweitausend Jahre habe er die Geburt des Jesuskindes angekündigt, die drei Waisen zu ihm geführt und den Hirten den Weg zum Stall gewiesen. Jedes Jahr zum Weihnachtsfest leuchtet er auch heute noch strahlend am Himmel. Er leuchtet viel heller als die anderen Sterne und jeder kann ihn sehen, wenn er will. So erzählt man.

„Gibt es den Weihnachtsstern wirklich“, fragte er fast jeden Abend die Mutti wenn sie ihn ins Bettchen brachte. Und wie immer antwortete die Mutti: „Natürlich gibt es den Weihnachtsstern. Du musst nur richtig hinsehen.“ Dann blickte Tim so lange durch sein Fenster in den Sternenhimmel bis er einschlief. Den Weihnachtsstern konnte er jedoch nicht entdecken.

Es war die Nacht vor dem heiligen Abend. Wieder hatte Tim in die Sterne geschaut.

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Da, plötzlich, fiel ein Mondstrahl auf sein Bett und eine Stimme sprach „Komm, Tim, steig auf, ich bringe dich zum Weihnachtsstern!“ Tim rieb sich die Augen. Wachte oder träumte er? Da sprach die Stimme ein zweites Mal „Nun komm schon, ich kann nicht ewig warten“. „Wer bist du?“ fragte jetzt der Junge. „Siehst du mich denn nicht, ich bin ein Mondstrahl! Nun steig schon auf, ich kann dich tragen.“ Nun wollte Tim nicht länger warten, schnell setzte er sich auf den Mondstrahl und los ging die Reise. Vorbei am großen Wagen, an der Milchstrasse und am alten Vater Mond bis hin zu einem großen Stern, dem Weihnachtsstern. Tim hielt sich ganz fest, denn die Fahrt ging rasend schnell. Als der Mondstrahl Tim auf dem Weihnachtsstern absetzte, war er im ersten Moment wie benommen. Strahlende Helle umgab ihn, dass er sich geblendet fühlte. „Du wolltest wissen ob es mich gibt“, sprach eine Stimme zu Tim. „Ja“, antwortete dieser etwas schüchtern. „Nun siehst du, dass es mich gibt! Komm setz dich, ich will die eine Geschichte erzählen“, fuhr nun freundlich der Stern fort.

Gerne kam Tim der Aufforderung nach. Alles war hier so kuschelig weich und warm wie in seinem Bettchen, nur viel, viel schöner. „Vor zweitausend Jahren, war ich ein Stern wie jeder andere“, begann der Weihnachtsstern zu erzählen „Gott Vater ging von Stern zu Stern den Himmel entlang.  „Ich habe eine besondere Aufgabe für einen von euch“, sprach er. Als er uns alle gesehen hatte, erwählte er mich.  „Ich werde meinen Sohn auf die Erde senden und du sollst es aller Welt anzeigen. Du wirst ab sofort ein ganz besonderer Stern sein – der Weihnachtsstern. Dein Glanz wird hell zur Erde strahlen, dass die Menschen dich sofort erkennen werden.“ So bekam ich meine Aufgabe“.

Der Stern erzählte noch weiter, von der Geburt des Jesuskindes, von den Hirten die ihn sahen und von den drei heiligen Königen, die ihm folgten. Aufmerksam hörte Tim ihm zu. „Jetzt weiß ich, dass es dich gibt“, sagte er freudig, als der Weihnachtsstern seine Erzählung beendet hatte. „Danke, dass ich dich besuchen durfte.“

„Jedes Jahr in der Weihnachtszeit erfülle ich einem Kind diesen Wunsch“, erzählte der Stern.
„Für dich wird es nun Zeit zur Erde zurück zu kehren. Bald ist die Nacht vorüber. Eine Bitte habe ich noch an dich. Erzähle allen Kindern auf der Erde von mir und von der wahren Weihnachtsgeschichte.“ Gerne versprach es Tim und setzte sich auf den Mondstrahl der gerade vorüber kam, so war er bald darauf wieder in seinem Bettchen.

Als am morgen die Mutti ins Zimmer trat waren Tim´s erste Worte: „Mutti darf ich dir die Weihnachtsgeschichte erzählen?“ Die Mutti lächelte und meinte: „Gerne Tim, heute Abend unter dem Tannenbaum.“

Brautstrauß an Bank befestigt
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Hochzeitsfoto - Hände strecken sich entgegen
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Gitarre und Notenzeile
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Noten und Notenschlüssel, Schriftzug Music
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Klavier und Noten - Muik-Collage
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Osterhasen-Paar mit Osterei
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Oster-Dekoration mit Osterhäschen
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Oster-Dekoration 2 Osterhasen und Schäfchen
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Zarte Oster-Dekoration mit Ostereiern in Nestern
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Oster-Dekoration mit gelbem Osterei im Nest und Tulpen
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Oster-Dekoration mit Federn und Bändern geschmücktes Osterei
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Bunter Oster-Strauß mit Ostereiern und Schleifen
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Oster-Dekoration mit Plüschhäschen
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Ostern - Nest mit Krokuss und Ostereiern
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Blumenstrauß lilafarben
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Blumen-Bouquet rosa-weiß
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Blumenstrauß mit Gerbera rosa-lila
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Blumenstrauß gelb-weiß
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Blumen-Gesteck mit Sonnenblume
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Rosenstrauß gelb
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Oster-Dekoration mit bunten Eiern und Blüten
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Kleines Häschen mit gelben Blüten in einem Körbchen
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Bunter Oster-Stecker zwischen rosafarbenen Blüten
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Erpel am Seeufer
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Sonnenuntergang über Feld
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Eichelhäher
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Blütenzweig weiß
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Blütenzweig
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Weißer Blütenzweig
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Sommerlandschaft
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Blick durch Baumgeäst auf einen See
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Sommerlandschaft - im Vordergrund Mohnblumen
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Gelb-brauner kleiner Falter
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Lilafarbene Blüte
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Schwebfliege an Blütenstempel
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Rotkehlchen
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Sonnenuntergang
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Exotischer Falter auf ausgestrecktem Finger
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Kornblumen, roter Mohn und Margeriten im Kornfeld
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Sandstrand, Meer und wolkiger Himmel
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Sommerblumen Sonnenhut rosafarben
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Zwei Schwäne
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Zitronenfalter an roter Blüte
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Eisvogel mit Fisch im Schnabel
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Beim Metzger war es voll, die Leute ungeduldig und Elfriede war froh, als sie wieder auf der Straße stand. Kalt war es. Sie legte das Fleischpaket in ihre große Handtasche und zog ihre Handschuhe wieder an. Eine Schneeflocke verfing sich in ihren grauen Haaren. Elfriede wanderte vorbei an hell erleuchteten Fenstern, die mit Sternen geschmückt waren. Sie hörte, dass es von der Kirchturmuhr dreimal schlug. „Jetzt bin ich schon fast eine Stunde spazieren gegangen, obwohl ich es nicht wollte“, dachte sie. Und seltsamer Weise schlicht sich etwas in ihr Herz, dass sich nach Weihnachten anfühlte. Ein Gefühl, dass sie so lange vermisst hatte.

Als Elfriede aufblickte, stand sie vor einer weit geöffneten Kirchentür. Ein warmes helles Licht strömte von innen nach außen. Wie war sie hierhergekommen? War es Zufall oder waren ihre Schritte gelenkt worden? Elfriede erkannte die Kirche wieder. Hier waren sie und Johann als junge Leute getraut worden. Hier hatte sie unter Tränen von Johann Abschied genommen und sie hatte das Gefühl gehabt, hier würde ihr Leben enden, denn ein Leben ohne Johann war für sie kein Leben mehr. Seitdem war sie nie mehr hier gewesen. Wie im Traum blickte sie in die hellen Lichtstrahlen, die sich in den Kirchenstufen spiegelten. „Kommen Sie doch herein“, riss eine freundliche Stimme sie aus ihren Gedanken. Sie gehörte einem älteren Herrn, der in der offenen Kirchentür stand. „Gleich ist hier ein Weihnachtsgottesdienst.“ Der Herr machte eine einladende Geste mit seiner Hand. Elfriede zögerte einen Augenblick. Warum eigentlich nicht? Es war an der Zeit, mit dem Gott Frieden zu schließen, den sie für ihre Einsamkeit und ihre verlorene Liebe verantwortlich machte. „Manchmal braucht es nur einen Schritt und alles ändert sich“, sagte der ältere Herr, als habe er ihre Gedanken erraten. Still saß Elfriede im Gottesdienst, leise sang sie die Lieder mit und ertappte sich dabei, dass sie nach langer Zeit wieder betete. Sie fühlte „Weihnachten“ und es fühlte sich heilend an.

Nach  dem Gottesdienst sprach der ältere Herr sie an. Er reichte ihr seine Hand und stellte sich vor. „Ich heiße Martin Ziegler und würde Sie gerne im Kirchenkaffee zu einem warmen Getränk einladen. Sie sind doch auch alleine, nicht wahr?“ „Sieht man mir das an?“ fragte Elfriede mit einem feinen Lächeln. „Ja“, sagte Martin Ziegler. „Uns Zurückgelassenen“ sieht man das an.“ Als sie das Kirchenkaffee betraten, stelle Elfriede erstaunt fest, dass es dort noch mehr „Zurückgelassene“ gab. Elfriede war froh, dass sie sich so schick gemacht hatte und fühlte sich auf einmal wieder richtig lebendig. Martins gute Art gefiel ihr und sie gefiel Martin, das sah sie in seinen Augen. Als sie einander die Hand zum Abschied gaben, hatten sie längst ihre Adressen ausgetauscht. Elfriede nahm ihre Handtasche vom Boden auf und der Verschluss öffnete sich. Sie entdeckte die schon vergessene Metzgertüte mit dem Weihnachtsbraten. Langsam schloss sie ihre Tasche, dann nahm sie all ihren Mut zusammen und sagte: „Herr Ziegler, haben Sie Lust mit mir den Heiligen Abend zu verbringen? Wir „Zurückgelassenen“ könnten zusammen kochen. Der Braten, den ich gekauft habe, reicht mühelos für zwei und eine Flasche Wein findet sich sicher auch noch.“ Martin Ziegler nickte strahlend, reichte ihr galant seinen Arm und Elfriedes Herz machte vor Freude einen Hüpfer.

In Elfriedes altem Portemonnaie lächelte Johann auf seinem Foto still vor sich hin. Die Träne war längst getrocknet. Er gönnte seiner Elfriede dieses Fest nach langer Trauer und ein neues glückliches Leben dazu.

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